Rückkehr zur Gemeinschaft: Bruckmühler Trachtler feiern ihr „Gaufest dahoam“

An der Heiligen Messe zum Mini-Gaufest des Bruckmühler Trachtenvereins D’ Wendlstoana nahmen etwa 100 Besucher nach den aktuellen Corona-Abstandsregeln teil.
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An der Heiligen Messe zum Mini-Gaufest des Bruckmühler Trachtenvereins D’ Wendlstoana nahmen etwa 100 Besucher nach den aktuellen Corona-Abstandsregeln teil.

Wenn schon alle großen Feste ausfallen, dann sollen wenigstens kleine den Weg zurück zur Gemeinschaft ebnen. Dachten sich d’ Wendlstoana und organisierten ihr „Gaufest dahoam“. Am Gottesdienst im Freien und anschließenden Festmahl beim Brückenwirt nahmen etwa 100 Trachtler teil.

Von Johann Baumann

Bruckmühl– Der zweite Juli-Sonntag ist einer der wichtigsten Brauchtums-Termine, denn an diesem Tag finden immer die Gautrachtenfeste statt. Wegen der Corona-Krise sind 2020 jedoch alle Großveranstaltungen abgesagt worden – somit auch die Trachtenfeste. Zudem ist durch die Corona-Beschränkungen seit Monaten das Vereinsleben weitgehend zum Erliegen gekommen, so auch beim Bruckmühler Trachtenverein D’ Wendlstoana.

Sehnsucht nach Vereinsleben

Die zwischenzeitlich erfolgten teilweisen Lockerungen haben die Vereinsverantwortlichen auf die Idee gebracht, mit einem „Gaufest dahoam“ in abgespeckter Form die Vereinsaktivitäten wieder etwas hochzufahren. Und diese setzten sie innerhalb weniger Tage um, denn erst am Dienstag vergangener Woche hatte die Bayerische Staatsregierung grünes Licht für Vereinsaktivitäten mit bis zu 100 Gästen in geschlossenen Räumen und 200 Gästen im Freien gegeben.

Da schon die große Resonanz auf den „Manna-Stammtisch“ gezeigt hatte, dass die Wendlstoana Trachtler hungrig nach Gemeinschaft und Vereinsleben sind, scheuten die Verantwortlichen keine Mühen, um mit dem „Gaufest dahoam“ ein nächstes, wenn auch kleines Highlight zu organisieren.

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Da bei einem „richtigen“ Gaufest ein Feldgottesdienst einen der wichtigsten Programmteile bildet, wurde dieser im Garten der Pfarrkirche Herz Jesu gestaltet. Dabei waren corona-konform pro Sitzbank drei Besucher gestattet – außer bei Angehörigen eines Haushalts.

Mit dem Bibelwort „Und Gott sprach: Es werde Licht und es ward Licht“ eröffnete Pfarrer Augustin Butacu die Heilige Messe und symbolisierte damit gleichsam die Wiederbelebung des Vereinslebens. In seiner Predigt ging er auf das Gleichnis des Sämanns aus dem Markus-Evangelium ein. Darin wird beschrieben, dass der Samen nicht nur auf fruchtbaren Boden fiel, sondern auch auf den Weg, auf felsigen Grund und in ein Dornengestrüpp. Mit dem Samen sei das Wort Gottes gemeint, so Butacu. Und in jedem Menschen stecke ein guter Boden, den es mit gutem Willen zu pflegen gelte.

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Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von den rund 100 Besuchern – darunter auch der CSU-Ortsvorsitzende Georg Ziegltrum – selbst, die unter „stimmkräftiger Anleitung“ des Bruckmühler Kirchenmusikers Karl Vater verschiedene Kanons anstimmten, darunter auch „Halleluja, singen wir“. Abgeschlossen wurde die Feldmesse schließlich mit dem Lied „Gegrüßet seist Du Maria“.

Zur zweiten traditionellen Trachtenfest-Komponente – dem gemeinsamen Mittagessen – trafen sich d’ Wendlstoana anschließend beim Brückenwirt. Hier hatten sie zuvor ausreichend Tische reserviert. So klang das „Mini-Gaufest dahoam“ mit einem gemütlichen Beisammensein – wenn auch mit gebührender Distanz – aus.

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