Elektrohandwerk

Rudolf Blechinger aus Bruckmühl ist Goldener Meister und hat keine Nachwuchssorgen

Erst Goldene Hochzeit, dann Goldener Meisterbrief: Rudolf Blechiner und seine Frau Annemarie haben vor 50 Jahren den Grundstein für ihr Familienunternehmen gelegt, in dem heute auch die Enkel arbeiten.
+
Erst Goldene Hochzeit, dann Goldener Meisterbrief: Rudolf Blechiner und seine Frau Annemarie haben vor 50 Jahren den Grundstein für ihr Familienunternehmen gelegt, in dem heute auch die Enkel arbeiten.
  • vonJohann Baumann
    schließen

Zweimal Gold für Rudolf Blechinger: Vor vier Jahren feierte er mit seiner Frau Annemarie die goldene Hochzeit. Jetzt stand er erneut im Mittelpunkt einer goldenen Ehrung: Im Rahmen der Gesellen-Freisprechungsfeier wurde er mit dem „Goldenen Meisterbrief“ ausgezeichnet.

Bruckmühl – Mit dieser Urkunde ehrt die Handwerkskammer für München und Oberbayern Handwerksmeister, die vor 50 Jahren ihre Meisterprüfung abgelegt haben und eine 35-jährige selbstständige Tätigkeit im Handwerk als Handwerksmeister nachweisen können.

Vom Installateur zum Elektromeister

Der Geehrte wurde 1944 in Stubenbach im Böhmerwald – heute Tschechische Republik – geboren und kam nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 mit seiner Familie nach Au in der Gemeinde Bad Feilnbach. Er wuchs dort auf, besuchte die Volksschule und erlernte danach bei der Auer Firma Ott den Beruf des Elektroinstallateurs. Nach sechs Jahren in seinem Lehrbetrieb wechselte er zum E-Werk Schlemer.

Lesen Sie auch:

Corona: Neue Allgemeinverfügung für Rosenheim Stadt und Landkreis +++ 24 neue Fälle in Mühldorf +++ 129 Fälle in Traunstein

Kurz nach seiner Meisterprüfung machte es sich 1970 im Bruckmühler Ortsteil Hinrichssegen selbstständig. „Auf der Meisterschule hatten wir noch keine Taschenrechner, damals war noch der Rechenschieber im Einsatz“, erinnert sich der „Goldene Meister“ im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Meisterbrief wurde ihm in München vom damaligen Oberbürgermeister Georg Kronawitter überreicht.

Start in Selbstständigkeit fordert viel Engagement

Seine Firma – heute würde man sie Start-Up-Unternehmen nennen – führte er anfangs als Ein-Mann-Betrieb mit seiner Ehefrau Annemarie als „kaufmännische Abteilung“ an seiner Seite. „Die ersten Jahre waren sehr hart. Ich musste mir einen Kundenstamm aufbauen. 50 bis 60 Wochenstunden waren keine Seltenheit“, berichtet er rückblickend. „Selbständig zu sein bedeutet eben selbst und ständig“, konstatiert er. Er führte Bauinstallationen aus, war in der Industriemontage tätig wie beispielsweise in der Papierfabrik Neenah Gessner.

Das könnte Sie auch interessieren:

Mit Maske, Abstand und Lautsprecher: Wie die Pfarrer gegen Corona um Allerheiligen kämpfen

Seit 1971 ist Rudolf Blechinger Mitglied der Elektroinnung Rosenheim. Seine Firma entwickelte sich zusehends, beschäftigte schließlich acht Mitarbeiter – einschließlich ein bis zwei Auszubildende. Nach seiner Schätzung hat er in all den Jahren rund 7000 Baustellen abgewickelt.

Sohn und Enkelin treten Nachfolge an

„Die Kundenzufriedenheit war für mich immer das A und O. Und meine Kunden haben bis auf eine Ausnahme auch immer korrekt bezahlt“, betont er.

Eine ganz besondere Auszeichnung ist der Goldene Meisterbrief der Handwerkskammer.

2002 stieg sein Sohn Martin mit ins „Firmen-Boot“, Inzwischen beschränkt sich die Mitarbeit von Rudolf Blechinger auf die Rechnungsprüfung.

Der Senior hat früher beim SV Au aktiv Fußball gespielt, war bis zur Alte-Herren-Mannschaft aktiv. Er ist bekennender FC Bayern-Fan. Als weitere Hobbys pflegte er den Stammtisch-Schafkopf und das Briefmarkensammeln.

Im kaufmännischen Bereich hat Annemarie Blechinger ihren Büroplatz längst für den Nachwuchs freigemacht – inzwischen sitzt Enkelin Isabel am PC. Der „Meisterbrief-Jubilar“ sieht das Handwerk als „gut ausgelastet“ an. Zudem gebe es in der Firma Blechinger keine Nachwuchssorgen. Nur eines beklagt er: „Die zunehmende staatliche Bürokratie für Handwerksunternehmen.“

Kommentare