Ein Rucksack voller Überraschungen

Die Blaskapelle Bruckmühl bei ihrem Neujahrskonzert in Holzham. Fotos Gilg
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Die Blaskapelle Bruckmühl bei ihrem Neujahrskonzert in Holzham. Fotos Gilg

Das Neujahrskonzert der Blaskapelle Bruckmühl fand nach einigen Jahren wieder im Gemeinschaftshaus in Holzham statt. Der aus feinsten Stoffen gefertigte Anzug des musikalischen Leiters Dr. Martin Uhl passte hervorragend zum Auftritt. Allerdings wunderten sich die Gäste über den Rucksack aus Großvaters Zeiten, den Uhl auf dem Rücken trug.

Holzham - Die "Bruckmühler Marktfanfare" von Hubert Meixner machte den Auftakt und nach den Grußworten der Vereinsvorsitzenden Monika Huber ließ der Dirigent wissen, dass er in seiner mitgebrachten "Rückentüte" nützliche Gegenstände hatte, die er für die folgende musikalische Reise brauchte. Als Erstes zum Vorschein kam ein etwas magerer Plastik-Blumenstrauß. Passend zur "Aufforderung zum Tanz" von Carl Maria von Weber.

Zwischen der Musik blieb Zeit für das Grußwort von Bürgermeister Franz Heinritzi. Sein Dank galt den Musikern und er bedauerte, "dass einigen Ichlingen die Kultur in der Gemeinde wurscht ist". Heinritzi gab einen kurzen Jahresrückblick, war dankbar, dass das Jahrhunderthochwasser die Gemeinde verschont hatte und freute sich, dass die Bürger im Notfall ehrenamtlich Hilfe leisten würden.

Die musikalische Reise ging mit dem "Ungarischen Tanz Nummer 6" von Johannes Brahms und dem "Slavischen Tanz Nummer 7" von Anton Dvorák weiter. Dabei vergaß Uhl nicht, die landestypische Brotzeit aus dem Rucksack zu zaubern. In südliche Länder ging es musikalisch mit dem Walzer "Wo die Zitronen blühn" von Johann Strauß. Ein Glanzpunkt des Konzertes war das "Czàrdás" von Vittorio Monti, bei dem der Dirigent mit seiner Geige aufspielte und dafür stürmischen Beifall bekam. Obwohl das Musikstück "Morgenstimmung" von Edward Grieg zur bereits fortgeschrittenen Mittagszeit nicht passte, gefiel es. Ob das Gähnen von zwei Mädchen geplant war, konnte nicht geklärt werden, passte aber. "Gefährlich" wurde es noch zum Schluss des Konzertes, als Dr. Uhl ein waffenscheinfreies Gewehr aus seinem Rucksack zog und damit den Walzer "Auf der Jagd" von Johann Strauß (Sohn) dirigierte. Den Ton, der bei einem Gewehrschuss zu hören ist, erzeugte dabei ein Musiker, der zwei Bretter zusammen klatschte.

Vorsitzende Monika Huber dankte abschließend Heinritzi, der bei der Kommunalwahl im März als Bürgermeister nicht mehr kandidiert, für seine Unterstützung: "Du hast für die Blaskapelle immer ein offenes Ohr und einen offenen Geldbeutel gehabt."

Dass die Musiker nicht ohne Zugabe von der Bühne kommen, dem war sich der Dirigent sicher. Sie ließen sich deshalb nicht lange betteln und verabschiedeten sich mit dem von Dr. Michael Stacheter komponierten Marsch "Müller zur Bruck" und dem "Radetzky-Marsch". Mit Freude unterhielten anschließend Georg und Maria Kellerer mit ihren Instrumenten beim Mittagessen. Es freute Dr. Uhl, dass er mit seiner Geige bei einigen Stücken "mitfarbeln" durfte. Das Konzert wird am 26. Januar wiederholt, der Auftritt ist allerdings schon ausverkauft. og

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