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Mit Nepalflaggen und Jazz-Band

Rosenheimer Schulamtsdirektor Edgar Müller verabschiedet: „Ein Großer geht“

Eine Urkunde zum Abschluss: (von links) Landrat Otto Lederer, der verabschiedete Schulamtsleiter Edgar Müller, seine Nachfolgerin Angelika Elsner und Sabine Kahle-Sander, Regierungsvizepräsidentin von Oberbayern.
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Eine Urkunde zum Abschluss: (von links) Landrat Otto Lederer, der verabschiedete Schulamtsleiter Edgar Müller, seine Nachfolgerin Angelika Elsner und Sabine Kahle-Sander, Regierungsvizepräsidentin von Oberbayern.
  • VonPaula Trautmann
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„Ein Großer geht“, sagt Angelika Elsner zu Beginn ihrer Rede. Sie ist die Nachfolgerin des Schulamtsdirektors Edgar Müller und spricht in den höchsten Tönen von ihm. Der 64-Jährige wurde jetzt an der Fritz-Schäffer-Schule in Ostermünchen bei Tuntenhausen in den Ruhestand verabschiedet. Er habe „Großartiges geleistet“.

Tuntenhausen – Das lässt sich auch an der vollen Turnhalle erkennen. 110 Personen sind gekommen, um sich von Müller zu verabschieden – natürlich mit coronabedingtem Mindestabstand. Darunter viele Rektoren, das Schulamtteam, seine Familie sowie Vertreter aus Stadt und Landkreis Rosenheim, unter anderem Landrat Otto Lederer und Rosenheims dritte Bürgermeisterin Gabriele Leicht.

Start als „Zuagroaster“

Auch Sabine Kahle-Sander, Regierungsvizepräsidentin von Oberbayern, ist angereist. „Das ist auch für mich ein ganz besonderer Termin“, sagt sie. Es ist ihre erste Amtsübergabe. Dazu erinnert sie an wichtige berufliche Stationen von Müller: Wie er als „Zuagroaster“ aus Gütersloh 1983 als Lehrer an der Grund- und Hauptschule in Bad Aibling anfing, später an einer Sonderschule unterrichtete, Konrektor in Bad Endorf wurde und das Schulamt seit 2009 im EDV-Bereich unterstützte. Es sei keine Überraschung, dass der Informatikbegeisterte dort ein Jahr später eine Stelle annahm. 2016 wurde Müller stellvertretender Fachlicher Leiter und 2019 Schulamtsdirektor.

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Verabschiedet sich mit einem Lächeln: Schulamtsdirektor Edgar Müller wird sicher nicht langweilig im Ruhestand.

Infektionsgeschehen in den Schulen angekommen

In problematischen Situationen habe er sich immer professionell gezeigt. Das Schulamt verliere ihn nun ungern, so Kahle-Sander – den „Mann mit sehr feinem Humor“ und einer „angenehmen Art zu führen“. Sie sei überzeugt, dass das mit Elsner „nahtlos“ so weitergehen werde.

Symbolisch überreicht sie der Nachfolgerin Müllers einen Regenschirm und erklärt die Geste: „Die Regierung von Oberbayern lässt sie nicht im Regen stehen.“ Denn mit der andauernden Corona-Pandemie stehe Elsner eine große Aufgabe bevor. Die Inzidenzen seien hoch, das Infektionsgeschehen in den Schulen angekommen. „Wir müssen gemeinsam, langsam, vernünftig und in Sicherheit zur Normalität zurückkehren“, sagt Kahle-Sander.

„Das Wesentiche“ seien „unsere Kinder“

Auch Landrat Otto Lederer spielt auf die Pandemie an – mit dem Zitat eines „großen Mannes“ – nämlich Edgar Müller: „Die Vielschichtigkeit dieser Aufgaben ist respekteinflößend.“ Das habe er zu Beginn seiner Amtszeit gesagt. Niemand habe da gewusst, dass eine Schule plötzlich Desinfektionsmittel verteilen wird, die Klassenzimmer leer bleiben und Eltern demonstrieren. Trotz all dieser Schwierigkeiten habe Müller nie „das Wesentliche“ aus den Augen verloren: „Unsere Kinder“.

Nepalflaggen und Jazz-Band

Worte, die nicht an dem ehemaligen Schulamtsdirektor vorbeigehen. Er sei gewohnt Reden zu halten, heute sei er „unsicher“ – zu seiner „letzten Ehre“. Der ganze Saal lacht. Müller bedankt sich bei allen Gästen und den Organisatoren. Jedes Detail passt, eine Jazz-Band spielt, sogar Nepalflaggen wurden extra aufgehängt. Als begeisterter Bergsteiger war er dort bereits.

Der 64-Jährige wisse, wie viel Arbeit so eine Veranstaltung macht. Bei der Verabschiedung seiner Vorgängern Helga Wichmann habe er gedacht: „Gott sei Dank ist das die Letzte, die Nächste machen sie für mich.“ Wieder lachen alle. Die Besucher würden der Regierungsvizepräsidentin wohl zustimmen – Müller ist ein Mann mit feinem Humor.

Belastende Monate in seiner Laufbahn

Dann schlägt er einen ernsteren Ton an. Der 64-Jährige habe ein „interessantes, nie langweiliges, befriedigendes Berufsleben“ gehabt. Die letzten Monate seien jedoch die belastendsten seiner Laufbahn gewesen und die Zukunft treibe ihn um. Die Marktwirtschaft setze das Individuum in den Mittelpunkt, dabei sei gemeinschaftliches Verhalten verlangt – gerade in der Pandemie. „Viele Menschen haben damit ein Problem, sind egoistisch“, sagt Müller. Das werde zunehmend fordernd an den Schulen . Auch seiner Nachfolgerin ist das klar, sie wünscht sich wieder mehr Stabilität. „Ich habe Demut und großen Respekt vor dieser Aufgabe“, sagt Elsner.

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