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Betrunken auf Party randaliert

Rosenheimer Amtsgericht stellt 25-Jährigen vor die Wahl: Abstinenz oder 13 Monate Haft

Verzicht oder Knast: Einem 25-jährigen Logistiker setzte das Rosenheimer Amtsgericht letztmalig eine Strafe wegen Körperverletzung zur Bewährung aus. Dafür muss er sich wegen seiner Alkoholsucht in Therapie begeben.
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Verzicht oder Knast: Einem 25-jährigen Logistiker setzte das Rosenheimer Amtsgericht letztmalig eine Strafe wegen Körperverletzung zur Bewährung aus. Dafür muss er sich wegen seiner Alkoholsucht in Therapie begeben.
  • VonTheo Auer
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Eine Party endet im vergangenen Jahr mit Schlägen: Ein betrunkener Gast aus Feldkirchen-Westerham rastete am 6. November 2021 aus. Deswegen musste er sich nun vor dem Amtsgericht Rosenheim verantworten, das ihm eine letzte Chance gab, bevor er ins Gefängnis wandern müsste.

Feldkirchen-Westerham – Das Ende einer fröhlichen Party: Am 6. November 2020 mündete die Feierei in Streit und Prügel. Ursache war der ungezügelte Alkoholkonsum eines 25-jährigen Logistikers, der sich deshalb bei Strafrichter Dirk Dombrowski vor dem Amtsgericht Rosenheim wegen Körperverletzung verantworten musste.

Schmerzensgeld angeboten

Der Angeklagte war von vornherein umfassend geständig, konnte sich aber wegen seiner Trunkenheit damals nicht an Einzelheiten erinnern. Darüber hinaus hatte er sich am Folgetag bei allen betroffenen Partygästen entschuldigt, von sich aus Schmerzensgeld angeboten und bezahlt.

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Wie sich herausstellte, handelte es sich bei diesen fast ausnahmslos um gute Bekannte, die damals selbst betrunken waren. Sie hatten kein Interesse daran, dass er für sein Verhalten bestraft wird. Man hatte sich wohl im Vorfeld darauf verständigt, den Freund nicht weiter hineinzureiten.

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Damit übertrieb es jedoch einer der hierzu geladenen Zeugen. Der 24-Jährige wollte sich gleich an gar nichts mehr von den Geschehnissen jenes Abends erinnern können, was dem Richter die Zornesröte ins Gesicht trieb. Er wies ihn wiederholt darauf hin, dass er als Zeuge vor Gericht der Wahrheit verpflichtet sei und eine Anzeige wegen Falschaussage riskiere.

Durch Faustschlag am Auge verletzt

Verteidiger Harald Baumgärtl rettete für diesen Zeugen die Situation. Er betonte, dass sein Freund alles längst gestanden habe und er ihn nicht länger zu schützen brauche. Das löste dann offensichtlich die Zunge des Zeugen. Das Gericht und die Anklage gaben sich damit zufrieden, da seine Aussage die vorliegende Sachlage bestätigte.

Ein Mädchen, das der Angeklagte durch einen Faustschlag am Auge verletzt hatte, war offenbar gar nicht Ziel des Hiebes gewesen. Ebenso schilderte eine Gutachterin, dass nicht auszuschließen sei, dass der Angeklagte aufgrund seiner Alkoholisierung erheblich in seiner Schuldfähigkeit eingeschränkt gewesen war.

Sieben Vorstrafen

Während diese Umstände dem Beschuldigten wohl eher zugutekamen, standen auf der anderen Seite sieben Vorstrafen. Diese führte die die Staatsanwältin während ihres Schlussvortrags auch gegen den Angeklagten ins Feld: Nicht nur, dass er bereits wegen Körperverletzung vorbestraft war, er stand auch während des jüngsten Vorfalls noch unter Bewährung. Die Anklage beantragte eine Gefängnisstrafe von sieben Monaten.

Geständig und um Wiedergutmachung bemüht

Der Verteidiger rief ins Gedächtnis, dass sein Mandant nicht nur betrunken, geständig und umgehend um Wiedergutmachung bemüht gewesen sei. Darüber hinaus habe er selber eingesehen, dass er ein Alkoholproblem habe und sich deshalb um einen Beratungstermin bemüht. Er wolle nun ernsthaft dieses Alkoholproblem bekämpfen und sei zu einer entsprechenden Therapie bereit.

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Unter diesen Umständen sollte die Strafe trotz des Bewährungsverstoßes erneut zur Bewährung ausgesetzt sein.

Mandant unterwirft sich Auflagen

Sein Mandant unterwerfe sich auch jeglicher Auflage die eine nochmalige Bewährung mit sich bringe. Rechtsanwalt Baumgärtl hielt eine Haftstrafe von vier Monaten auf Bewährung für angemessen. Sieben Monate Haft lautete wegen vorsätzlicher und fahrlässiger Körperverletzung das Urteil des Gerichts, das die Strafe unter folgenden Maßgaben letztmalig zur Bewährung aussetze: völlige Abstinenz von Alkohol und Drogen, Beratungsgespräche bei einer Therapieinstitution. Sollte der Angeklagte dies nicht durchstehen, drohen ihm insgesamt 13 Monate Gefängnis, weil er die alte Strafe ebenso noch verbüßen müsste.

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