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Am Donnerstag geht‘s endlich los

Respektlos war gestern: So wirbt das Bad Aiblinger Gymnasium jetzt für wichtige Werte

Auch der Bad Aiblinger Liedermacher Werner Schmidbauer – hier bei der ursprünglichen Auftaktveranstaltung im Jahr 2020 in der Aula des Gymnasiums– warb vor den Schülern für Respekt und Toleranz.
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Auch der Bad Aiblinger Liedermacher Werner Schmidbauer – hier bei der ursprünglichen Auftaktveranstaltung im Jahr 2020 in der Aula des Gymnasiums– warb vor den Schülern für Respekt und Toleranz.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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„Wahrlich höchste Zeit“ für einen respektvolleren Umgang miteinander ist es längst, findet der Direktor des Bad Aiblinger Gymnasiums, Michael Beer. Wie das Thema nun in den Schulalltag integriert werden und alle Schüler und Lehrer dabei mirwirken sollen, verrät er im Interview.

Bad Aibling – „Bei Respekt gibt’s keine Grenze nach oben“ findet nicht nur Michael Beer, Direktor des Gymnasiums Bad Aibling. Das ist der Grund für das Jahresprojekt „Respekt gewinnt“, das am Donnerstag (2 in der Aula offiziell gestartet wird. Eigentlich handelt es sich dabei um einen „Re-Start“, über den wir mit dem Schulleiter sprachen.

Herr Beer, das Projekt „Respekt gewinnt“ sollte am Gymnasium nach der Auftaktveranstaltung vor über zwei Jahren große Fahrt aufnehmen, dann wurde es durch die Pandemie ausgebremst. Lag es seither auf Eis?

Michael Beer: Ja, leider hat uns im Frühjahr 2020 der von der Staatsregierung verkündete schulische Lockdown komplett ausgebremst. Wir wollten den Schwung der Auftaktveranstaltung mitnehmen, es waren Projekte über das gesamte Kalenderjahr hinweg geplant – und von jetzt auf gleich wurde alles durch das Infektionsgeschehen in die Tonne getreten.

Wie wurde die Auftaktveranstaltung von den Schülern eigentlich aufgenommen? Gab es Rückmeldungen?

Beer: Die Feedback-Zettel, die wir noch anfertigen und erheben konnten, zeigten, dass sich die Schülerinnen und Schüler vom Jahresthema „Respekt gewinnt“ sehr wohl angesprochen fühlten und sich sehr differenziert mit Fragen zu Respekt und Respektlosigkeit auseinander zu setzen bereit waren. Das stimmt uns für den nun anstehenden Re-Start zuversichtlich.

Wie wurde das Thema Respekt während der Pandemie im Schulalltag – falls man es Alltag nennen kann – bereits greifbar(er)?

Beer: Wir alle müssen einräumen, dass die Zeit der Pandemie seit März 2020 von Erscheinungen wie Distanz- oder Wechselunterricht, von sich ständig ändernden Vorgaben des Infektionsschutzes von Masken und Tests derart belastet und eingeschränkt war, dass es primär darum gehen musste, unterwegs keine Schülerinnen und Schüler zu verlieren oder sich abkoppeln zu lassen. Der Fokus lag nahezu ausschließlich auf diesen rein unterrichtlichen Problemen. Bis auf die noch immer plakativ an der Schule angebrachten Transparente, die jeden bei der Annäherung an das Schulgebäude an das Jahresthema erinnern sollten, war das Thema daher leider in den letzten Monaten nicht wirklich greifbar. Das soll sich ab heute ändern!

Wie stellen Sie beziehungsweise die Schulfamilie sich nun den Re-Start vor?

Beer: Wir werden heute alle Schülerinnen und Schüler nach der Pause kurz in der Aula versammeln und ihnen Absicht und Ziel des Jahresthemas noch einmal ins Gedächtnis rufen sowie über den geplanten Ablauf informieren. Dabei werde ich als Schulleiter zu der Schulgemeinschaft sprechen, es werden aber auch der aktuelle Schülersprecher Moritz Drechsler und der „Wertebotschafter“ des Gymnasiums Bad Aibling, Christoph Tristl, das Wort ergreifen.

Was ist in diesem Schuljahr alles geplant?

Beer: Nach der kurzen Auftaktveranstaltung werden alle in ihren Unterrichtsräumen in einem ersten Brainstorming ihre Gedanken zu den Fragen „Was bedeutet für dich ‚Respekt‘?“, „Was ist für dich respektloses Verhalten?“ und „Welche konkreten Beispiele für respektvollen Umgang in der Schule fallen dir spontan ein?“ aufschreiben. Diese Ideen werden dann dauerhaft im Klassenzimmer ausgehängt. Außerdem werden von jeder Klasse drei Zettel in der Aula präsentiert. Besonders eindrucksvolle Aussagen werden wir über den Infoscreen am Haupteingang laufen lassen.

Sie haben auch spannende Projekte auf dem Plan.

Beer: Es sind vier Mottowochen geplant, zu unterschiedlichen Aspekten von „Respekt“, etwa auch „Respekt im Netz“, „Wertschätzender Umgang miteinander“, „Hass überwinden“, aber auch „Respekt vor der Umwelt“. In jeder dieser Wochen wird es einen Vortrag geben, es werden aber die gesamte Schule, also alle Jahrgangsstufen, und nach Möglichkeit alle Fächer und Lehrkräfte sich in angemessenem Umfang mit dem Thema Fragen beschäftigen. Und die Schülerbücherei hat ein eigenes Regal mit Jugend-Literatur zum Thema „Respekt“ vorbereitet. Dass der gerade verteilte Jahresbericht zum letzten Schuljahr sein Titelblatt dem Thema „Respekt“ widmet, sei nur am Rande erwähnt.

Michael Beer Direktor am Gymnasium Bad Aibling.

Wer ist der Wertebotschafter und was zählt alles zu seinen Aufgaben?

Beer: Der Wertebotschafter Christoph Tristl wurde von der Schulleitung in Abstimmung mit der Schülermitverantwortung 2020 dem Kultusministerium vorgeschlagen und als einer von 25 gymnasialen Wertebotschaftern in Oberbayern ausgewählt. Alle erhielten eine zentral organisierte Ausbildung, vor allem in den Bereichen „Kommunikationsfähigkeit“, „Teamführung“ und „Wertebildung“ und sollten sich anschließend für ein gewinnbringendes und gutes Mit- und Füreinander an den Schulen vor Ort einsetzen. Gerade die Unterstützung eines solchen Projektes wie „Respekt gewinnt!“ zählt zu den ureigensten Aufgaben eines Wertebotschafters, weil man davon ausgeht, dass die Schülerinnen und Schüler sich von einem Gleichaltrigen stärker zu werteorientiertem Verhalten leiten lassen als von einem Pädagogen mit erhobenem Zeigefinger …

„Was ist für Euch Respekt? Und was ist respektlos?“ sind Fragen, die die Schüler im Rahmen des Projektes erläutern sollen. Wie fällt Ihre eigene Antwort aus?

Beer: Respekt ist in meinen Augen, die Mitmenschen grundsätzlich so zu behandeln, wie man selber behandelt werden möchte. Und respektlos ist es, sein eigenes Wohlergehen auf Kosten von Mitmenschen durchzusetzen. Das beginnt für mich schon beim unberechtigten Halten auf Behindertenparkplätzen, da werde ich fuchsteufelswild…

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