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Reizvolle Bürgerbalkone

OVB
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Paare können nach der Trauung auf den Stadtbalkon hinaustreten.

Bad Aibling - Jetzt hat der Bürger das Wort: Wie wird er die angedachte Planung (Zwischenstand) zum neuen Rathaus am Marienplatz beurteilen?

In der Bürgerversammlung am kommenden Dienstag (Kurhaus, 19 Uhr) kann er sich äußern. Einen ersten Eindruck erhielten Zuhörer der jüngsten Stadtratssitzung: ein viergeschossiges funktionales Gebäude mit reizvollen Nutz-Elementen - zum Beispiel eine Brücke vom Foyer über den Mühlbach, im ersten Stock eine Terrasse an der Bücherei, im Stockwerk darüber ein Stadtbalkon zum Marienplatz.

In der Planungsvorstellung (Phase 1) waren Äußerlichkeiten wie Fassadengestaltung völlig ausgeklammert. Es ging hier zunächst um den funktionalen Aufbau, aus dem sich dann die Gestaltungsform entwickelt (Vorentwurf, siehe auch "Der Weg...").

Zu den kniffligen Vorgaben zählt unter anderem die Barrierefreiheit zum und im Gebäude; die Kostendeckelung von 6 Millionen Euro brutto und drei durch das zu erhaltene Kellergeschoss bedingte unterschiedliche Höhen. "Eine große und spannende Herausforderung", so Architekt Robert Hösle (Behnisch, Behnisch & Partner).

Das neue Rathaus/Bürgerhaus am Marienplatz bezieht den Umgriff ein und soll eine belebte Stadtmitte bilden. Damit kommt dem öffentlichen Raum eine besondere Bedeutung zu - und der Bücherei.

Aus zwei Alternativen ergeben sich unterschiedliche Folgen: Rathaus ohne Bücherei (ausgelagert): "Das ist ein Gebäude von eingeschränktem öffentlichem Interesse. Es gibt nur Laufkundschaft zu den Läden sowie zu den Sitzungssälen." Besucher: etwa 130 am Tag. Mit Bücherei: Frequentierung von täglich über 320 Besuchern. Das Architekturbüro Behnisch geht für die Bücherei von einem kompletten Geschoss aus. Ohne Bücherei würde sich das Gebäude auf 2,5 Geschosse beschränken können. "Wir meinen aber, das ist für die bestehende Platzkante zu schwach", so Hösle aus der städtebaulicher Sicht.

Eine architektonische Hürde ist die (nicht durchlässige) Gangbrücke zwischen Rathaus und Sparkassengebäude. Bleibt die Verbindung, gibt es laut Hösle erhebliche Einschänkungen im Rathaus-Entwurf. In einem vorherigen Gespräch habe die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling "eine gewisse Offenheit" in diesem Punkt "signalisiert" , betonte auch Architekt Stephan Leissle gegenüber unserer Zeitung. Wünschenswert sei aus Architektensicht ein Abbruch dieser Gangbrücke - dann könnte man ein Stück vom Sparkassengebäude abrücken und den jetzt noch beengten Durchgang auf dem Marienplatz weiter und heller formen.

Ein Problem stellt die Trafo-Station am Rathaus dar - sie zu verlegen samt allen Leitungen kostet zu viel. Nach Informationen unserer Zeitung um die 500.000 Euro. "Das Geld stecken wir lieber ins Rathaus", bekannte Hösle - die Trafo-Station wird also integriert in die Umgriffgestaltung.

Abhängig ist der Rathaus-Entwurf von den drei verschiedenen Höhen, die das Kellergeschoss vorgibt. Wie von der SPD-Fraktion beantragt, wird die Statik des Kellers geprüft. "Dieser ist in einem einwandfreien Zustand", konnte Hösle bereits vermelden. In Auftrag gegeben wurde auch die Überprüfung der Gründungsstatik (ebenfalls Anfrage SPD-Stadtrat Richard Lechner).

Das Nutzungsprogramm sieht neben Läden und öffentlichem WC eine Bücherei von 600 bis 700 Quadratmetern vor, einen großen und einen kleinen Sitzungssaal, Standesamt, Trauzimmer, Gewerbe- sowie Sozialamt mit Wartezone. Das neue Rathaus soll sowohl in vertikaler wie horizontaler Richtung nutzbar sein.

Die ideale Zuordnung der Funktionen begeisterte die Stadträte. "Konzept gelungen", erklärte Max Leuprecht (GOL) insbesondere im Hinblick auf die offene Gestaltung des Gebäudes, Sepp Schmid (CSU) - "Durchgang zum Mühlbach gefällt" - und ÜWG-Stadtrat Stefan Rossteuscher ("sehr professionelles Herangehen") stimmten ein.

Den Brückenschlag über den Mühlbach stellte Thomas Höllmüller (CSU) als gelungen heraus, weniger gut indes Platzierung (zu dunkel) und Idee eines Cafés. Davon habe man genug. Otto Steffl (CSU) regte an, den öffentlichen Raum im Erdgeschoss so großzügig zu gestalten, dass dort Bauernmarkt, kulturelle Veranstaltungen und dergleichen stattfinden könnten.

Die Stadträte Lechner und Sepp Glaser (SPD) warfen indes erneut die Frage auf, ob eine Dezentralisierung der Verwaltung (durch die geplante "Filiale" Am Klafferer) zeitgemäß sei. Lechner nannte als Beispiel das Bestreben der Raiffeisenbank, ihren gesamten Verwaltungsapparat in einem einzigen neuen Gebäude (nahe Gymnasium, wir berichteten) zu positionieren. Bei einer Auslagerung der Bücherei aus dem Rathaus sei eine zentrale Stadtverwaltung in einem neuen Rathaus ebenfalls realisierbar.

"Wenn in der Bürgerversammlung keine Entrüstung ausbricht, dann können wir weiter planen", bekundete abschließend Bürgermeister Felix Schwaller. Damit zeigte sich der Stadtrat in seiner Mehrheit (sechs Gegenstimmern) bereits einverstanden.

re/Mangfall-Bote

Lesen Sie hierzu auch:

Der Weg durchs neue Rathaus

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