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Umgestürzte Bäume sorgen für Zugstopp

Blockierte Bahnstrecke am Dienstag: Reisende zwischen Westerham und Bruckmühl über Rettungstreppe evakuiert

Umgestürzte Bäume zwangen gestern die Regionalbahn zwischen Westerham und Bruckmühl zum Nothalt. 54 Personen wurden evakuiert. Aus Sicherheitsgründen waren unserem Reporter vor Ort keine Motive außerhalb des Zuges möglich. Deshalb dokumentierte er die Lage durch das Fenster seines Abteils.
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Umgestürzte Bäume zwangen gestern die Regionalbahn zwischen Westerham und Bruckmühl zum Nothalt. 54 Personen wurden evakuiert. Aus Sicherheitsgründen waren unserem Reporter vor Ort keine Motive außerhalb des Zuges möglich. Deshalb dokumentierte er die Lage durch das Fenster seines Abteils.
  • VonPeter Strim
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54 Fahrgäste mussten am Dienstagabend zwischen den Haltepunkten Westerham und Bruckmühl aus der Regionalbahn München-Rosenheim evakuiert werden. Mehrere Bäume blockierten die Strecke. Unter ihnen war auch Peter Strim, der vier Stunden mit den anderen Fahrgästen im Zug festsaß und vom Geschehen berichtet.

Feldkirchen-Westerham – Strim ist umweltbewusst. Deshalb verzichtet er aufs Auto und baut für den Weg zur Arbeit von Bad Feilnbach nach München zumindest ab Bad Aibling auf die E-Mobilität von Zügen. Etwa eine Stunde dauert die Fahrt von München nach Bad Aibling. So wie an jedem Abend stieg Strim um 16.30 Uhr am Münchner Hauptbahnhof in den BRB-Regionalzug ein. Normalerweise kommt er eine Stunde später in Bad Aibling an und ist spätestens um 18 Uhr daheim in Bad Feilnbach. Diesmal aber dauerte es weitaus länger.

Aus einer Stunde werden viereinhalb

Ebenfalls betroffen waren weitere 53 Fahrgäste. Ihnen allen dürfte diese Reise noch lange in Erinnerung bleiben. „Wir wurden wirklich auf eine harte Geduldsprobe gestellt, als der BRB-Regionalzug auf der eingleisigen Mangfalltal-Bahnstrecke mitten auf der Strecke zwischen den Haltepunkten Westerham und Bruckmühl zu einem unfreiwilligen Nothalt gezwungen wurde“, berichtet Strim.

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Doch was war geschehen? „Mehrere Bäume waren in Folge eines kurzen Gewitters umgestürzt und hatten die Strecke blockiert“, informiert Strim. Doch nicht nur das: „Ein Baumteil suchte sich seinen Weg in Richtung Oberleitung und traf den Stromabnehmer des Zuges. Durch die Heftigkeit des Aufpralls wurde der Strombügel stark beschädigt, sodass eine Weiterfahrt des Zuges nicht mehr möglich war.“ In der Folge wurde die Stromversorgung auf Notbetrieb im Inneren des Zuges umgestellt und kurz vor der Evakuierung komplett abgeschalten.

Zugpersonal verhindert Panik

„Wir Passagiere brauchten viel Geduld“, sagt Strim, doch, so lobt er das Personal: „Zugführer und auch die junge Zugbegleiterin erwiesen sich als kompetent und versiert. Vor allem verstanden sie es, Panik und Unruhe unter den Reisenden zu verhindern. Sie bemühten sich um das Wohl der Fahrgäste und versorgten sie mit Informationen über weitere Vorgehensweisen.“

Unmittelbar nach Eintritt des Ereignisfalles stand die Frage nach einer Evakuierung oder dem Abschleppen der Regionalbahn bis zum Haltepunkt Bruckmühl im Raum. „Grundsätzliche Entscheidungen fälle in diesen Fällen ein Notfallmanagement des Streckennetzbetreibers und Nutzers, erklärte uns der Zugführer.“ Nach geraumer Zeit wurde ein Abschleppen ausgeschlossen: Nicht nur, weil die Stromversorgung am Fahrdraht abgeschaltet worden war, sondern auch weil mehrere Bäume die Strecke blockierten.

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Das Notfallmanagement der Deutschen Bahn entschied sich daraufhin für eine Evakuierung aller Fahrgäste. Diese bedurfte allerdings erst noch einer sorgfältigen Organisation bis zur Einrichtung eines Schienenersatzverkehrs – und damit wieder geraume Zeit.

„Inzwischen hatte der Zugführer versucht, infrage kommende Rettungswege auszukundschaften, bat die Fahrgäste um Geduld und darum, mit dieser Situation weiter ruhig und gelassen umzugehen“, berichtet Strim.

Gegen 18.45 Uhr trafen die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr Feldolling am Ort des Geschehens ein. Es folgten ein größeres Aufgebot der Polizei sowie zusätzliche Einheiten an Feuerwehren aus Kolbermoor, Bad Aibling, Bruckmühl und Feldkirchen-Westerham. Letztere hatten eine eigene spezielle Rettungstreppe im Einsatz, über welche die Bahnreisenden den Zug verlassen konnten. Einige hundert Meter entfernt konnten sie in den Bus des Schienenersatzverkehrs einsteigen und ihre Ziele entlang der Bahntrasse bis Bahnhof Rosenheim erreichen.

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