Rehtkitzrettung Mangfalltal bringt 15 Reh-Babys in Sicherheit

Jagdpächter Bertin Meierin mit einem gefundenen Rehkitz.

Mindestens 15-fach hat der neu gegründete Verein „Rehkitzrettung Mangfalltal“ seit Anfang Mai schon Leben gerettet – unter anderem auch mit prominenter Unterstützung durch die bekannte Reiterin Jessica von Bredow-Werndl und Sänger Patrick Lindner.

Tuntenhausen –Die Hauptsetzzeit sind die Monate Mai und Juni – gleichzeitig auch die Zeit der Heuernte. Die Kitze werden von ihrer Mutter, der Rehgeiß (norddeutsch: Ricke) sehr häufig im hohen Gras der an die Wälder grenzenden Wiesen gesetzt, weil dort der „Feinddruck“, zum Beispiel durch Füchse, wesentlich geringer ist als im offeneren Waldgelände.

Detektiv-Arbeit vor dem Mähvorgang

Doch gleichzeitig geraten die Jungtiere durch landwirtschaftliche Geräte wie Kreiselmäher oftmals in höchste Lebensgefahr. Um dies zu verhindern versuchen Jagdpächter und Jäger in Zusammenarbeit mit den Landwirten die im Wiesengras verharrenden Kitze vor dem Mähvorgang aufzuspüren.

Die „Rehkitz-Detektive“ ziehen los. re

Dies wird auch im Bereich der Jagdgenossenschaft Tuntenhausen praktiziert. Dabei wird Bertin Meierin, der zusammen mit seinem Cousin Dr. Wolfgang Meierin den 720 Hektar umfassenden „Jagdbogen Tuntenhausen-Nord“ gepachtet hat, von den Landwirten vor dem Mähbeginn pflichtgemäß informiert. Unterstützt von seiner Frau Monika macht sich dann der „Bertl“, wie er genannt wird, unter anderem zusammen mit den Jägern Andreas Krischke und Thomas Wierer auf die Suche nach gefährdeten Rehkitzen. „Seit Anfang Mai haben wir insgesamt 15 Kitze in den Wiesen gefunden“, berichtet der Jagdpächter.

Vor Kurzem erhielten die „Rehkitz-Detektive“ spontane prominente Unterstützung durch die Dressur-Mannschaftsweltmeisterin Jessica von Bredow-Werndl und ihrem Freundeskreis, darunter auch Schlagersänger Patrick Lindner.

„Wir sind stundenlang durch die Wiesen gestapft und konnten drei Rehkitze finden und retten“, berichtete die erfolgreiche Reiterin unserer Zeitung. „Mir liegt das Wohl der Tiere sehr am Herzen und ich bin überzeugte Vegetarierin“, bekennt sie und ergänzt: „Die Kitze erleiden durch die Mähmaschinen einen grausamen Tod und auch für die Rehmütter ist der Verlust sehr hart.“ Daher wolle sie tatkräftig mithelfen, dies zu verhindern.

Jagdpächter Bertin Meierin mit einem gefundenen Rehkitz.

Außerdem waren vor einiger Zeit Vertreter der Wildtierrettung Amerangzu Gast in Tuntenhausen und demonstrierten die Rehkitzsuche durch den Einsatz von Drohnen. Diese sind mit einer Wärmebildkamera bestückt und können bei geeigneten Temperaturen die Rehkitze orten. Die Kamera schickt nach dem Aufspüren eines Tieres Signale per „GPS-Track“ an den Laptop des Suchtrupps, der das Jungtier dann birgt.

„Bei der Bergung ist unbedingt darauf zu achten, dass das Kitz nicht unmittelbar von Menschenhand angefasst wird, weil es danach von der Mutter eventuell verstoßen wird“, erläutert Bertin Meierin. Die „Finder“ tragen daher Handschuhe und das Kitz wird zudem in ein Grasbüschel gehüllt und am Wiesenrand in einem umgestülpten Wäschekorb gesichert.

„Größere Rehkitze, die auch noch das Gras für ihre Nachtruhe aufsuchen, laufen nach dem Auffinden meist davon und suchen ihre Mutter, die meist am Waldrand wartet. Auch das Tuntenhausener Rehkitz-Schutzteam will künftig bei der „Aufklärung“ eine Drohne einsetzen, deren Anschaffungspreis einschließlich Wärmebildkamera jedoch rund 10 000 Euro beträgt.

Auch Jessica von Bredow-Werndl und Patrick Lindner halfen beim Aufspüren der Rehkitze auf einem der Felder im Mangfalltal.

Auch eine Drohne soll den Helfern helfen

Die Jäger Matthias Büch, Udo und Andrea Gebert, Karl Hechenberger und Thomas Wierer haben daher zusammen mit Lukas und Thomas Kranz den Verein „Rehkitzrettung Mangfalltal“ ins Leben gerufen, der die Drohnenanschaffung unter anderem durch Mitgliedsbeiträge und Spenden ermöglichen soll.

Jessica von Bredow-Werndl unterstützt den Verein finanziell ebenfalls kräftig. „Abe rauch personelle Unterstützung, beispielsweise für die Suchtrupps, ist sehr willkommen“, erläutert der Vorsitzende Lukas Kranz.

Die E-Mail-Anschrift des Vereins lautet: info@rehkitzrettung-mangfalltal.de. Interessenten oder potenzielle Sponsoren können sich auch unterwww.rehkitzrettung-mangfalltal.de auf der Homepage des eingetragenen und gemeinnützigen Vereins informieren.

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