Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Zwei Rehgeißen getötet

Rehe in Gefahr: „Hunde gehören im Wald an die Leine“

Ein Reh flüchtet vor einem frei laufenden Hund. Gerade in der aktuellen Setzzeit ist das für die Tiere gefährlich. Deshalb gehören Hunde im Wald an die Leine.
+
Ein Reh flüchtet vor einem frei laufenden Hund. Gerade in der aktuellen Setzzeit ist das für die Tiere gefährlich. Deshalb gehören Hunde im Wald an die Leine.
  • Kathrin Gerlach
    vonKathrin Gerlach
    schließen

Jetzt ist sie wieder da, die Zeit, in der der Mensch sein Recht auf freien Zugang zur Natur besonders behutsam wahrnehmen sollte. „Von Ende April bis Anfang Juni sind die Rehe hochträchtig oder bringen ihre Kitze zur Welt“, erklärt Jäger Hand Selzer. Deshalb sollten Hunde im Wald an der Leine geführt werden und nicht frei laufen.

Feldkirchen-Westerham – „Die Hasen haben schon ihren zweiten Wurf gesetzt. Junge Füchse tummeln sich im Wald. Und auch die Küken der Bodenbrüter schlüpfen jetzt“, erklärt Hans Selzer, Jagdaufseher der Buchberger Jagd im Bereich der Gemeinde Feldkirchen-Westerham.

Fürsorge aller ist jetzt erforderlich

Er erklärt, warum in dieser Zeit die besondere Fürsorge aller erforderlich ist: „Auch wenn der Setztermin noch bevorsteht, ist es für die hoch trächtigen Tiermütter eine schwierige Zeit, in der ihnen keine Flucht in Todesangst zugemutet werden sollte.“ Deshalb appelliert er an die Hundebesitzer: „Bleibt auf den Wegen. Nehmt eure Hunde im Wald an die Leine, auch wenn ihr überzeugt seid, dass der Hund nicht jagt.“ Denn selbst wenn ein Hund dem Reh „nur“ laut bellend hinterherjage, flüchte das Reh in Todesangst.

Lesen Sie auch: INTERVIEW MIT LUKAS KRANZ Bad Aibling: So rettet der Verein „Rehkitzrettung Mangfalltal“ Rehkitze vor dem Mähtod

In diesem Frühjahr kamen im Bereich der Gemeinde Feldkirchen-Westerham bereits zwei Rehe durch freilaufende Hunde zu Tode. Selzer beschreibt: „Eine tragende Rehgeiß hat sich bei einer Hetze in Unterreit in einem Drahtzaun verfangen und schwer verletzt. Sie musste von einem unserer Jäger erlöst werden. Ein anderes Reh wurde im Bereich der Eisweide von einem Hund gerissen.“ Besonders tragisch: „Ihr bereits gesetztes Kitz konnte zwar entkommen, hat aber mit Sicherheit ohne seine Mutter nicht überlebt.“

Ein weiteres Problem: „Wenn ein Hund freudig seinem Herrchen ein Rehkitz apportiert, wird es von seiner Mutter wegen der Raubtierwitterung nicht mehr angenommen und muss elend verhungern.“

Zwar ist Jäger Selzer klar, dass zur artgerechten Haltung eines Hundes auch gehört, das Tier mal frei laufen zu lassen. Doch dafür gebe es geeignete Hundewege. „Im Wald aber gehört der Hund an die Leine – das ist gelebter Tierschutz.“

Das könnte Sie auch interessieren: NEWS-TICKER ZUR CORONA-PANDEMIE Terminwünsche sorgen in Bayerns Impfzentren für Ärger - weitreichende Folgen für Erstgeimpfte möglich

Es gibt aber noch einen triftigen Grund, warum der Hund im Wald nicht frei laufen sollte. „In den Revieren rund um Bad Aibling herrscht zurzeit die Fuchsräude. Diese Milbenkrankheit ist hoch ansteckend, bereits das Schnüffeln an einem Fuchsbau genügt“, warnt Selzer. Typisch für die Räude seien starker Juckreiz, Hautrötungen, Schuppen- oder Krustenbildung und schließlich Haarausfall.

Doch zurück zur Setzzeit der Wildtiere. Im April und Mai ist auch die Gefahr von Wildunfällen besonders groß. Wie der deutsche Jagdverband mitteilt, werteten Wissenschaftler mehr als 30 000 Datensätze des Tierfund-Katasters aus. Demnach ist das Reh an jeder zweiten Kollision beteiligt. Danach folgen Hase, Fuchs und Wildschwein. Besonders risikoreich ist nach der Studie die Zeit von 6 bis 8 Uhr morgens.

Jetzt ist Gefahr von Wildunfällen besonders hoch

„Deshalb sollte man auf Straßen, die durch Wälder führen, gerade jetzt besonders aufmerksam sein, und vor allem entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder die Geschwindigkeit reduzieren“, rät Selzer. Er wurde erst kürzlich zu einem Wildunfall nach Aschbach gerufen. „Eine hochtragende Rehgeiß war angefahren worden, dabei wurden ihre beide Hinterläufe gebrochen. Es gab keine Alternative, als sie und das ungeborene Kitz zu erlösen. Das sind keine schönen Momente“, bedauert der passionierte Jäger.

Mehr zum Thema

Kommentare