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„Regionale Wirtschaftskreisläufe nutzen“

Größte Investition in der Geschichte: Schlossbrauerei Maxlrain erhält neue Abfüllanlage

Realisieren gemeinsam eine der größten Investitionen der Schlossbrauerei Maxlrain: (von rechts) Geschäftsführer Dr. Erich Prinz von Lobkowicz, Krones-Vorstandsmitglied Thomas Ricker, Peter Prinz von Lobkowicz, Georg Rottmüller junior und senior, Braumeister Josef Kronast und Stefan Englert von der Firma Krones.
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Realisieren gemeinsam eine der größten Investitionen der Schlossbrauerei Maxlrain: (von rechts) Geschäftsführer Dr. Erich Prinz von Lobkowicz, Krones-Vorstandsmitglied Thomas Ricker, Peter Prinz von Lobkowicz, Georg Rottmüller junior und senior, Braumeister Josef Kronast und Stefan Englert von der Firma Krones.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Eine Zeitenwende wurde in der Schlossbrauerei Maxlrain eingeläutet. Seit Oktober steht Peter Prinz von Lobkowicz seinem Vater Dr. Erich Prinz von Lobkowicz in der Geschäftsführung zur Seite. Gemeinsam brachten sie nun die größte Investition in der Geschichte der Brauerei auf den Weg, um den Fortbestand des Familienunternehmens zu sichern.

Maxlrain – Mit dem Bau der neuen Abfüllanlage verdeutlichen Peter Prinz von Lobkowicz und sein Vater Dr. Erich Prinz von Lobkowicz, dass regionale Wirtschaftskreisläufe nachhaltig und sicher sind. Eine Investition im höheren einstelligen Millionenbereich mitten in der Weltwirtschaftskrise und trotz explodierender Rohstoffpreise am Bau ist mutig.

Möglich wird sie aber erst durch unternehmerische Weitsicht und langjährige regionale Partnerschaften. So errichtet die Firma Rottmüller aus Thalacker als Generalunternehmer die Halle. „Das ist nach dem Bau von Lagerkapazitäten nun schon unser fünftes gemeinsames Projekt“, blickt Seniorchef Georg Rottmüller auf eine stabile wirtschaftliche Partnerschaft. „Wir haben den Auftrag frühzeitig besprochen, sodass wir Baumaterial und Beton noch vor der Kostenexplosion bestellen und zum Festpreis kaufen konnten.“

Mutige Investition in Millionenhöhe

Das Holz für die Fassade des Niedrigenergiegebäudes kommt aus dem Maxlrainer Forst von Prinz und Prinzessin Lobkowicz. Im vergangenen Jahr wurde es geschlagen, in der Firma Rottmüller mit Wärme aus einer Holzhackschnitzelheizung klimaneutral getrocknet.

Der Hallenbau läuft auf Hochtouren. Schon im Sommer wird die Abfüllanlage installiert. „Wir freuen uns, dass wir die Firma Krones als Partner gewinnen konnten, und sie auch für mittelständische Brauereien Anlagen anbietet, die in Rosenheim gebaut werden“, würdigt Dr. Erich Prinz von Lobkowicz die jüngste regionale Partnerschaft der Schlossbrauerei, die Ausstrahlung auf die gesamte Branche haben werde.

Neueste Technologien kommen künftig in Maxlrain zum Einsatz: „Die Anlage verdoppelt die bisherige Leistung und hat zugleich eine hohe Energie- und Medieneffizienz“, betont Thomas Ricker, Krones-Vorstandsmitglied. So werde unter anderem der Verbrauch an Strom, Wasser, Reinigungsmitteln und Wärme reduziert. Zugleich investiere die Schlossbrauerei damit in ihre Mitarbeiter, denn auch Sicherheit, Lärmschutz und Ergonomie verbesserten sich. Trotz der gestörten Lieferketten aus China (Elektronik-Bauteile) und der Ukraine (Stahl und Kunststoffe) sichert Krones eine termingerechte Lieferung der Anlage zu. „Wir haben uns um alternative Lieferketten bemüht“, informiert Ricker.

Im Dezember soll die neue Abfüllanlage in Betrieb gehen. Durch die hohe Leistung kann der steigende Bedarf dann ohne Schichtbetrieb gedeckt werden. „Zudem erhöhen sich die Qualitätsparameter“, informiert Braumeister Josef Kronast. „So kommt unser Spitzenbier künftig nach handwerklicher Tradition gebraut, nach modernsten Standards geprüft und abgefüllt zu unseren Kunden.“

In vertrauensvoller Zusammenarbeit realisieren Dr. Erich Prinz von Lobkowicz (links) und Georg Rottmüller bereits ihr fünftes gemeinsames Projekt.

Vor 40 Jahren hat sich Dr. Erich Prinz von Lobkowicz trotz Gegenwindes für das Mehrwegsystem stark gemacht. „Wir haben trotz hoher Kosten daran festgehalten. Darüber bin ich froh, denn es ist ein Born der Nachhaltigkeit“, betont er.

Mit einer Solaranlage schließt sich der regionale Kreislauf der Maxlrainer Nachhaltigkeits-Philosophie. „Die PV-Anlage wird auf der neuen Halle und der bestehenden Vollguthalle installiert und etwa 40 Prozent unseres Energiebedarfs decken“, erklärt Peter Prinz von Lobkowicz. Die Anlage installiert ein Kolbermoorer Unternehmen. Die Elektroinstallation übernimmt eine Bad Aiblinger Firma.

Wie die meisten Unternehmen hat auch die Schlossbrauerei Maxlrain auf die Politik vertraut und in den vergangenen Jahren mit Erdgas geheizt. „Bei einem Gasmangel könnten wir innerhalb einer Minute auf Öl umstellen“, beschreibt der Braumeister die Produktionssicherheit.

Arbeitsplätze vor Ort sichern

Doch, so blickt Dr. Erich Prinz von Lobkowicz voraus: „Die regionale und nachhaltige Perspektive wird über kurz oder lang eine Holzhackschnitzelheizung sein.“ Erdwärmeheizungen wie sie in Maxlrain bereits in Wohnhäusern installiert wurden, reichten für eine Brauerei nicht aus, so Prinz Lobkowicz. „Regionale Wirtschaftskreisläufe sind nachhaltig und sichern Arbeitsplätze vor Ort“, betont er den Wert der Kooperation einheimischer Unternehmen. Sein langjähriger Partner Georg Rottmüller fügt hinzu: „Ihre wesentlichen Säulen sind Vertrauen, Kompetenz, Zuverlässigkeit und Preistreue.“

Wo Stärken und Rückhalt verwurzelt sind

• Die Schlossbrauerei Maxlrain vertraut seit Jahrzehnten auf die Stärken der Region – und das nicht nur, wenn es ums Bier geht. Hopfen aus der Hallertau, Braugerste von bayerischen Landwirten, Brauwasser aus der eigenen Maxlrainer Quelle und ein bestens ausgebildetes Brauerteam sind das Rezept für preisgekrönte Biere. Keine andere deutsche Brauerei wurde so oft ausgezeichnet wie die Schlossbrauerei Maxlrain, die 15 Mal in Folge den Bundesehrenpreis erhielt, die höchste Auszeichnung für eine deutsche Brauerei.

• Auch die Corona-Pandemie überstand Maxlrain mit dem Rückhalt aus der Region: Während das Exportgeschäft zum Erliegen kam, Fassbiere für Gastronomie und Volksfeste nicht mehr gebraucht wurden, florierte der Handel mit Flaschenbieren in der Heimat. „Unsere Abfüllung kam streckenweise an ihre Leistungsgrenze. Wir mussten den Schichtbetrieb ausbauen und täglich über 14 Stunden abfüllen“, rekapituliert Braumeister Josef Kronast die schwierige Situation.

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