Rathaus wird eingepackt

Hereinspaziert ins Übergangsrathaus heißt es ab dem 12. Januar. Bürgermeister Richard Richter (rechts) und Wirtschaftsförderer Markus Zehetmaier haben sich jetzt vom Baufortschritt in der ehemaligen „Wolldecke“ überzeugt.
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Hereinspaziert ins Übergangsrathaus heißt es ab dem 12. Januar. Bürgermeister Richard Richter (rechts) und Wirtschaftsförderer Markus Zehetmaier haben sich jetzt vom Baufortschritt in der ehemaligen „Wolldecke“ überzeugt.

Bruckmühl. – Die Mitarbeiter der Verwaltung packen.

Allerdings keine Weihnachtspäckchen, sondern Umzugskartons. Sie sichten Unterlagen, sortieren aus, archivieren wichtige Dokumente und bereiten alles so vor, dass in den „neuen“ Büros schnell alles wieder griffbereit ist. Die Weihnachtstage werden also alles andere als beschaulich, denn der Umzug des Rathauses geht los. Schon in der zweiten Dezemberwoche werden die großen Aktenregale und Hängeregister des Archivs ins Übergangsdomizil – die ehemalige Wolldeckenfabrik – transportiert. Vom 7. bis 9. Januar zieht dann die komplette Verwaltung um.

Stand derVorbereitungen

„Am Montag, 11. Januar, ist in den Übergangsbüros in der Wolldeckenfabrik großes Einräumen. Am 12. Januar wollen wir, insofern es die Entwicklung der Corona-Fallzahlen erlaubt, wieder die Türen für unsere Bürger öffnen“, kündigt Bürgermeister Richard Richter an. Er traf sich jetzt in der „Wolldecke“ mit Markus Zehetmaier, dem „Umzugsmanager“ der Marktgemeinde und Bauingenieur Benjamin Ryklin, dem Projektleiter des Kolbermoorer Unternehmens Werndl&Partner als Besitzer der Immobilie, um nach dem Stand der Vorbereitungen zu sehen.

„Willkommen im neuen Bürgerbüro“, sagt der Bürgermeister scherzhaft und öffnet die großen Glastüren des Gebäudes 13. Im „Ärztehaus“ entsteht die zentrale Anlaufstelle für die Bruckmühler Bürger. Hier kommen die am meisten frequentierten Ämter unter – also beispielsweise Bürgerbüro, Sozial-, Einwohnermelde-, Gewerbe- und Passamt, Marktkasse und Steueramt sowie das Fundbüro. Die Räume in Hochparterre sind über einen Aufzug erreichbar und inklusive der Sanitäranlagen komplett barrierefrei gestaltet. Ein zentraler Wartebereich wird über großzügige Oberlichter mit Tageslicht „versorgt“.

200 Meter weiter – in den Gebäuden 25, 29 und 31 – ziehen der Bürgermeister und alle anderen Ämter ein. „Die einstigen Wolldecken-Büros wurden mit einem vertretbaren Aufwand so hergerichtet, dass sie für eine Übergangszeit nutzbar sind“, erläutert Ryklin.

Komplett erneuert wurden allerdings Gebäudetechnik und Brandschutzanlagen. Auch die Decken wurden frisch gedämmt. „Statt in ein Containerdorf umzuziehen, haben wir uns für die nachhaltige Variante Wolldecke entschieden“, betont der Bürgermeister. „Mit der Zwischennutzung als Rathaus wird die Bausubstanz erhalten. Wir beleben die Wolldecke also temporär – auch das ist Wirtschaftsförderung.“

Derzeit finden die letzten Arbeiten am „neuen Rathaus“ statt. Ab dem 7. Dezember werden die „historischen“ Teppichböden gereinigt und imprägniert. Dann erfolgt die Schlüsselübergabe. Vom Hauptgebäude (13) soll ein Fußweg zu den Gebäuden 25, 29 und 31 führen, damit die Bürger alle Bereiche des Rathauses sicher erreichen können. Zudem werden zusätzliche Parkplätze für die Besucher und E-Ladesäulen für die Dienstfahrzeuge der Marktgemeinde geschaffen.

Die Verwaltung zieht in die Wolldecke um, damit der Umbau und die Sanierung des Rathauses beginnen können (wir berichteten). Derzeit befinden sich Architekten, Fachplaner und Verwaltung im intensiven Austausch zur Fertigstellung der Entwurfsplanung, die im ersten Quartal 2021 dem Marktgemeinderat präsentiert werden soll. Anschließend wird dem Landratsamt Rosenheim ein Bauantrag zur Genehmigung vorgelegt.

Fertigstellungfür 2022 geplant

Parallel hierzu beginnen im Frühjahr 2021 die Schadstoffsanierung im Keller und der Ausbau nicht mehr zu verwendender Bauteile. Der Baubeginn für den Anbau im Süden und die Aufstockung des Hauptgebäudes ist für das zweite Halbjahr 2021 vorgesehen.

Die Fertigstellung des neuen Rathauses soll voraussichtlich Ende 2022 erfolgen. Die Investition der Marktgemeinde beläuft sich nach derzeitigem Stand auf etwa 16 Millionen Euro. Darin enthalten sind 1,1 Millionen Euro für Auslagerung, Miete und Nebenkosten. Die Ausbaukosten für das Übergangsquartier „Wolldecke“ werden zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt. Der Markt trägt von den Ausbaukosten in Höhe von 1,125 Millionen Euro einen Anteil von 646 325 Euro.

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