Marktgemeinderat will aktiv werden

Große Radler-Demo: Braucht Bruckmühl mehr und bessere Radwege?

Etwa 80 Bruckmühler der unterschiedlichsten Altersgruppen nahmen an der Fahrraddemo teil, um sich für mehr Radwege in der Marktgemeinde stark zu machen. Ahrens
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Etwa 80 Bruckmühler der unterschiedlichsten Altersgruppen nahmen an der Fahrraddemo teil, um sich für mehr Radwege in der Marktgemeinde stark zu machen. Ahrens

Etwa 100 Radler beteiligten sich an der „Kidical Mass“-Demonstration in Bruckmühl. Mit der Forderung nach mehr Radwegen wird auch das Bemühen der Marktgemeinde unterstützt, Lücken im Radwegenetz zu schließen. Das Verkehrskonzept für den Ortskern wird am Donnerstag vorgestellt.

Von Peter Moser und Cornelia Ahrens

Bruckmühl – Stützräder rattern im Rinnstein. Den Blick konzentriert auf die Straße gerichtet stellt sich der vierjährige Tom als Jüngster der Herausforderung, mit den anderen Kinder-Fahrrad-Demonstranten Schritt zu halten. Am Ende haben er und sein Flitzer – stolz und abgekämpft – eine Runde durch den Bruckmühler Ortskern geschafft.

Im Rahmen der deutschlandweiten Aktion „Kidical Mass“ gingen mit Tom etwa 100 weitere Fahrraddemonstranten – Erwachsene, Jugendliche und Kinder – auf die Strecke, um für mehr Radwege im Ort in die Pedale zu treten. Auch die Gemeinderatsfraktion der Grünen war dabei, ebenso wie Marktgemeinderäte aus anderen Fraktionen – darunter die beiden Bürgermeister-Stellvertreter Klaus Christoph und Anna Wallner von der CSU/PW.

Umweltfreundliche Alternativen

Organisator und Versammlungsleiter Martin Bauhof ist selbst ein Bruckmühler und mit seinen Kindern in der Marktgemeinde mit dem Fahrrad unterwegs. Er erläuterte zunächst die Ziele der Veranstaltung und machte auf eine österreichische Studie aufmerksam, der zufolge 40 Prozent aller Autofahrten nur für eine Strecke von fünf Kilometern erforderlich seien. „In diesem Radius ist das Fahrrad nicht nur die umweltfreundlichere, sondern wahrscheinlich auch die zeitsparendere Alternative“, betonte Bauhof.

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Für ihn sei das Fahrrad das Verkehrsmittel der Zukunft. Deshalb müsse es selbstverständlich werden, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Dem müsse die Politik viel stärker Rechnung tragen, meinte er, damit sich insbesondere Kinder und Jugendliche sicher und selbstständig mit dem Rad im Straßenverkehr bewegen könnten.

Den Zustand der Radwege in Bruckmühl bezeichnete er als „katastrophal“, die Markierungen für Radfahrer an der Mangfallbrücke im Ortszentrum als „lächerlich“. „Brückmühl ist leider in großen Bereichen für Fahrradfahrer zu gefährlich. Das gilt vor allem für die Schulwege.“

Polizei und Feuerwehr sichern die Radler-Demo

Drei Runden durch den Ortskern sollten geradelt werden, wobei die erste Runde vom Rathausplatz über die Sonnenwiechser Straße, entlang der Bahnhofstraße, der Müller-zu-Bruck-Straße über die Kirchdorfer Straße und die Albert-Schweitzer-Straße zurück zum Rathaus führte. Die beiden anderen Runden wurden von der Sonnerwiechser Straße direkt zur Kirchdorfer Straße gefahren.

Um die Sicherheit der Radler zu gewährleisten, waren im Vorfeld seitens der Marktgemeinde mehrere Gespräche mit Polizei und Feuerwehr geführt worden. Und so eskortierten Polizeibeamte die Fahrraddemo mit Motorrädern und Einsatzfahrzeugen sicher durch Bruckmühl.n Die Feuerwehr sicherten mehrere Kreuzungen und die halbseitig gesperrte Kirchdorfer Straße ab. Ein BRK-Einsatzfahrzeug stand mit zwei Rettungssanitätern vor dem Rathaus bereit.

Radfahrer wollen an Lösungen konstruktiv mitwirken

In einer lebendigen Aussprache im Anschluss meldeten sich Eltern und Kinder mit klaren Forderungen und konkreten Ideen zu Wort. Es müsse etwas geschehen, und sie seien bereit, an Lösungen konstruktiv mitzuwirken.

Die Polizei eskortierte die Demo, Feuerwehr, BRK und Gemeinde sicherten die Strecke.

Die Marktgemeinde selbst bemüht sich schon seit Jahren um sichere Radwege. „Wir suchen ständig nach Möglichkeiten für Verbesserungen“, betont Bürgermeister Richard Richter.

Gemeinde bemüht sich um Lösungen

Viel sei bereits entstanden, so Radwege in Weihenlinden, an der Wernher-von-Braun-Straße, an der Sonnenwiechser Straße, der schwarze Weg oder die geplante Fortführung des Radweges entlang der Kreisstraße RO 49 von Hornau über Unterholzham, Oberholzham und Oberwall in Richtung nördlicher Gemeindegrenze.

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„Oft scheitern wir mit unseren Plänen aber auch an den Eigentumsverhältnissen“, sagt Klaus Christoph und erinnert an den geplanten Ausbau des Feldweges von der Sonnenwiechser zur Albert-Schweitzer-Straße. Dass die Marktgemeinde in die Arbeitsgemeinschaft „Fahrradfreundliche Kommunen“ aufgenommen wurde, ist für den Bürgermeister ein Zeichen dafür, dass Bruckmühl auf dem richtigen Weg sei. Ein nächster Schritt wird die Gestaltung des Ortskerns sein.

Ortskern ist Thema im Marktgemeinderat

Anregungen für ein neues Verkehrskonzept für den Ortskern von Bruckmühl stehen im Zentrum der öffentlichen Sitzung des Marktgemeinderates am Donnerstag, 24. September, um 18 Uhr in der Theaterhalle Heufeld. Präsentiert werden die Ergebnisse der Verkehrszählung vom November 2019. Zudem wurden für den Bereich, der vom Salus-Gelände bis zum Rathaus sowie vom Einkaufszentrum bis zur Rösnerwiese reicht, Ideen für einen verkehrsberuhigtes Zentrum entwickelt. Sie sollen die Grundlage für eine Diskussion über die Entwicklungsmöglichkeiten des Bruckmühler Ortskerns sein. Auch der Antrag auf Errichtung einer Tempo-30-Zone für den Ortsteil Waldheim wird behandelt.

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