Quo vadis Tuntenhausen? Gemeinderat gibt neuen Flächennutzungsplan in Auftrag

Wie soll sich die Gemeinde mit ihren 57 Ortsteilen entwickeln – darunter der Verwaltungssitz Tuntenhausen (Foto)? Die Antworten der Bürger und Gemeinderäte sollen in den neuen Flächennutzungsplan einfließen.
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Wie soll sich die Gemeinde mit ihren 57 Ortsteilen entwickeln – darunter der Verwaltungssitz Tuntenhausen (Foto)? Die Antworten der Bürger und Gemeinderäte sollen in den neuen Flächennutzungsplan einfließen.
  • vonKathrin Gerlach
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Der Flächennutzungsplan der Gemeinde Tuntenhausen ist 40 Jahre alt. Zwar ist er rechtswirksam und durch die Digitalisierung auch technisch auf dem neuesten Stand. Seine Planungsinhalte aber entsprechen den städtebaulichen Zielen der Gemeinde schon lange nicht mehr. Deshalb muss ein neuer her.

Tuntenhausen– Doch wie sehen die konkret aus? Die Gemeinde wächst. Die einen freuen sich über den Zuzug. Die anderen möchten ihre historisch gewachsenen Siedlungsstrukturen bewahren. Fakt ist, dass in einer Gemeinde im ländlichen Voralpenland – unweit der Landeshauptstadt München und gleichzeitig vor den Toren einer der schönsten Tourismusregionen Bayerns – die Nachfrage nach Wohnraum ungebrochen groß ist. Bisher hat sich die Gemeinde Tuntenhausen darum bemüht, soweit möglich allen Ansiedlungswünschen und Bauanfragen gerecht zu werden.

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Im Spannungsbogen zwischen dem Wunsch, sich als attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort weiter zu entwickeln und gleichzeitig die ländlichen Strukturen zu erhalten, soll nun ein neuer Flächennutzungsplan erarbeitet werden.

Gemeinderat tagt am Donnerstag, 15. Oktober

In seiner heutigen Sitzung, die um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle Schönau beginnt, will der Gemeinderat den Auftrag dafür vergeben. Ein Angebot des Planungsverbandes Äußerer Wirtschaftsraum München, in dem die Gemeinde Tuntenhausen Mitglied ist, liegt den Gemeinderäten vor. In den vergangenen sechs Wochen konnten sie sich damit intensiv beschäftigen und auf die heutige Entscheidung vorbereiten.

Transparenter Planungsprozess: Mitwirkung gefragt

Die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes soll in einem transparenten Prozess erfolgen. Gemeinsam mit der Bevölkerung und den Gemeinderäten wollen die Münchener Planer Themenfelder wie Mobilität und Verkehr, Siedlungswesen und Bevölkerungsstruktur, Gewerbe, Handel und Wirtschaft, Natur und Landschaft, Freizeit und Erholung sowie Bildung und Soziales ressortübergreifend beleuchten.

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Auch die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinde, nachhaltige Raumentwicklung, eine Entwicklung „Innen vor Außen“ sowie Klimawandel und Energiewende sollen thematisiert werden. Ziel der Planer ist es, nach einer umfassenden Bestandsaufnahme und Analyse von städtebaulichen Strukturen, Natur und Landschaft in der Gemeinde in die breite Diskussion zu gehen. Sie schlagen eine Online-Beteiligung der Öffentlichkeit, eine Zieldiskussion im Gemeinderat mit ausführlichen Klausurtagungen sowie begleitende Nachbarschaftsdialoge in Form von „Thementischen“ zur künftigen Entwicklung der Gemeinde vor.

Breite Öffentlichkeit wird eingebunden

Sollte der Gemeinderat heute die Planungsleistungen vergeben, könnte es schon im Frühjahr mit den Online-Befragungen und der Erarbeitung von Fokusthemen im Gemeinderat losgehen. Ehe der neue Flächennutzungsplan rechtskräftig ist, werden drei bis vier Jahre vergehen. „Er ist die städtebauliche strategische Ausrichtung unserer Gemeinde für die nächsten 15 bis 20 Jahre“, betont Bürgermeister Georg Weigl.

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