Quarantäne vorbei: Helfer und Flüchtlinge atmen auf

Waren in den vergangenen Wochen für die unter Quarantäne stehenden Flüchtlinge des Bad Aiblinger Containderdorfes im Einsatz: Barbara Kleeblatt, Petra Mareis sowie Dr. Judith, Nele und Felix Leutheuser (von links). re

Bad Aibling – Das Gesundheitsamt Rosenheim hat die Quarantäne im Containerdorf für Asylbewerber in Bad Aibling aufgehoben (wir berichteten).

Wie Petra Mareis, Vorsitzende des Vereins Kreis Migration sagt, seien die Flüchtlinge bereits am Vormittag informiert worden, dass die letzten Tests auf Covid-19 alle negativ ausgefallen seien. Der Bauzaun, der am 22. April aufgestellt wurde, ist wieder geöffnet und wird abgebaut. Die rund 100 Bewohner dürfen sich wieder frei bewegen.

Das erleichtert nun auch wieder die Arbeit des Vereins „Kreis Migration“. Nachdem am 21. April festgestellt worden war, dass zwei Bewohner des Containerdorfes Corona-positiv waren, mussten alle Bewohnern der drei Unterkünfte sofort unter Quarantäne gestellt werden. In der Folgezeit wurden weitere Tests durchgeführt.

„Die Ergebnisse zwischen positiv und negativ hielten sich die Waage. Alle infizierten Bewohner haben die Infektion ohne gesundheitliche Folgen überstanden, die meisten hatten keinerlei Symptome“, schildert Petra Mareis. Analog zur Aktion „Brot und Rosen“ der evangelischen Kirchengemeinde für ältere und hilfsbedürftige Aiblinger engagierte sich während der Quarantäne das Einkaufsteam des „Kreis Migration“ für die Flüchtlinge und versorgte sie mit Einkäufen. „Wir haben in der Zeit vom 24. April bis einschließlich 23. Mai insgesamt 80 Bestellungen für Lebensmittel und Medikamente abgearbeitet“, so die Bilanz der Helfer gegenüber unserer Zeitung. „Wir haben meist in Zweier-Teams gearbeitet, um die Kontakte so gering wie möglich zu halten. Die Übergaben fanden immer über die Security statt.“

Gegenseitige Unterstützung

Nach den ersten beiden Wochen durften die ersten Bewohner die Containeranlage wieder verlassen. „Von da an haben wir stark auf die gegenseitige Unterstützung der Flüchtlinge untereinander gebaut, und wurden hier nicht enttäuscht“, lobt Petra Mareis. „Auf langes Warten folgt nun Erleichterung. Wir alle freuen uns sehr für die Flüchtlinge in den Containern, dass diese schwierige Zeit nun vorbei ist.“

Aufgrund der Corona-Krise findet derzeit keine offene Sprechstunde der Diakonie statt. Mitglieder des Vereins „Kreis Migration“ bemühen sich aber, Ratsuchenden weiter zur Seite zu stehen und gleichzeitig Übertragungswege für das Coronavirus zu minimieren.

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