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Protest gegen Biomasse-Projekt

Götting - Bayerns Umweltminister will den Anteil regenerativer Energien erhöhen, die Marktgemeinde tüftelt an Umweltkonzepten - in Götting wiederum regt sich Widerstand gegen ein geplantes Hackschnitzel-Heizkraftwerk. Bürger befürchten eine Feinstaub-Belastung, falls das vom Bauausschuss einhellig befürwortete Projekt realisiert würde und sammelten bereits an die 130 Unterschriften. Für Irritation sorgt dies bei Gerhard Hardrath, Initiator der Biomasse-Anlage: «Gewinner der Sache wäre die Umwelt.»

Nahwärme für Götting - dieses Ziel verfolgt Gerhard Hardrath, selbst Experte auf diesem Gebiet als Energieberater und Zweiter Innungsobermeister im Bereich Heizung-Sanitär im Raum Rosenheim. Sein Plan: eine Hackschnitzel-Heizanlage auf der grünen Wiese unmittelbar angrenzend an die Schule, mit der eine Reihe Privathäuser sowie kommunale Gebäude wie Schule und Mehrzweckhalle versorgt werden könnten.

Leistung des geplanten Biomasse-Heizkraftwerks: 450 Kilowatt, verteilt auf drei Kessel, die in einem etwa 12 auf 15 Meter großen Gebäude (Höhe 7 Meter plus drei 0,4 Meter hohe Kamine) untergebracht werden sollen.

Der Bauausschuss hatte eine entsprechende Voranfrage, wie berichtet, bereits positiv beurteilt, derzeit prüft das Landratsamt Rosenheim als Genehmigungsbehörde das Ansinnen.

Weniger wohlwollend steht ein Teil der Göttinger Bevölkerung dem Projekt gegenüber: Sie befürchten eine Geruchsbelästigung sowie eine Feinstaub-Belastung, so auch für die Schüler und die Kindergartenkinder in den Pausen und bei geöffneten Fenstern. Doch nicht nur das: «Bei Untersuchungen von Feinstaub wurde jetzt im Land Salzburg radioaktives Cäsium 137 gefunden», weiß Kurt Ehrenberg, einer der engagierten Bürger. «Da die verfeuerten Hackschnitzel auch aus Bayern stammten, können wir mit ähnlichen Belastungen rechnen.»

An die 130 Unterschriften haben Ehrenberg und seine Mitstreiter in den vergangenen Wochen nun schon gesammelt, zugleich wollen sie in einem weiteren Schreiben an das Landratsamt ihre Bedenken vorbringen.

In der Genehmigungsbehörde sind die Vorwürfe aus Götting bereits bekannt - und sollen nun von einem Umweltingenieur geprüft werden. Mit einem Ergebnis wird nicht vor Mitte Juni gerechnet, wie Sprecher Michael Fischer auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte. «Die Beurteilung wird dann in die endgültige Entscheidung zum Baurecht einfließen», so Fischer zum Procedere.

Initiator Hardrath:

«Abenteuerliche

Vorwürfe»

Als «abenteuerlich» bezeichnete indes Initiator Hardrath die Vorwürfe. Für seine Anlage plant er eigenen Angaben zufolge die Verwendung von moderenen, handelsüblichen Heizkesseln, die sich auf dem neuesten Stand der Technik befänden - «die verbrennen sehr gut und es können natürlich auch noch Filter eingebaut werden», erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Überdies würden derartige Anlagen jedes Jahr auf Feinstaub-Ausstoß überprüft, versicherte Hardrath und verweist auf ähnliche Anlagen, unter anderem im benachbarten Linden (Leistung 55 Kilowatt) und auch das Gymnasium Bruckmühl wird über ein Hackschnitzel-Heizkraftwerk versorgt (350 Kilowatt).

Für den Energieberater steht bei seinem Projekt der Umweltaspekt im Vordergrund: «Mit der Anlage besteht die Möglichkeit, viel Gas und damit auch CO2 einzusparen.» Allein die Grundschule hat seinen Informationen zufolge einen Gasverbrauch von rund 30000 Kubikmeter pro Jahr. Hinzu kommen laut dem Initiator sechs konkrete Interessenten (Privathäuser). Weiteres Potenzial sieht Hardrath überdies in der Mehrzweckhalle und dem Sportheim.

Die Realisierung soll seinen Plänen zufolge über ein Genossenschaftsmodell erfolgen, er selbst will das Grundstück zur Verfügung stellen. «Damit würde gemeinsam der Preis festgelegt, alle hätten ein Mitspracherecht», so Hardrath.

Der Protest gegen sein Projekt sorgt bei dem Unternehmer für große Verwunderung und auch Unverständnis: «Sollte diese Anlage nicht gebaut werden, gibt es nur einen Verlierer und das ist unsere Umwelt.»

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