LESERFORUM

Protest gegen „anstößigen historischen Vergleich“

Zum Bericht „Grüne: Zoff mit Buchhändler“ im Lokalteil:

Jahrelang war ich Kunde im Librano, habe die freundliche Atmosphäre geschätzt und auch einige kulturelle Veranstaltungen dort besucht. Nun stellt sich heraus, dass der Inhaber offensichtlich ein Coronaverharmloser ist (würde es rein um eine kritische Meinung bezüglich der von der Politik beschlossenen Maßnahmen gehen, wäre der Furor wohl nicht so groß). Diesen Standpunkt finde ich sehr töricht, die Wissenschaft ist überwältigend anderer Meinung.

Man führe sich noch einmal die Bilder von beispielsweise Bergamo oder New York vor Augen, auch aktuell wird die Lage wieder sehr ernst. Als Herr Braun einer Kundin eine Erläuterung seiner Ansichten hätte liefern können, schrie er sie an.

Als Geschäftsmann muss er damit rechnen, diese Kundin nie wieder zu sehen. Dies ist offensichtlich ihr gutes Recht und die Offenheit, dies ihm mitzuteilen, ist zu begrüßen. Vollkommen absurd ist, daraus die Absicht zu konstruieren, einen Menschen ganz auslöschen zu wollen und Nazimethoden zu unterstellen.

Oder dürfte mich etwa ein Apotheker derart beleidigen, weil ich in eine andere Apotheke gehe, da dort nicht Plakate mit der Aussage „Homöopathie ist wirksamer als Antibiotika“ hängen?

Offenbar liegen bei Herrn Braun die Nerven blank. Da er diese herabwürdigenden Aussagen aber schriftlich getätigt hat, ist eine reine Affekthandlung wohl auszuschließen. Er mag wählen (oder nicht mehr wählen), wen er will – was seine Ansichten zur Pandemie angeht, passt wohl die AfD am besten – und seinen Bekannten dies auch empfehlen.

Er kann aber niemanden zwingen, weiter in seine Buchhandlung zu gehen. Auch ich werde mich dort nicht mehr willkommen fühlen.

Martin Embacher

Bad Aibling

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