Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Was in Lippertskirchen geplant ist

Prachtvolle Gespanne erwartet: Leonhardiwallfahrt soll wieder wie früher werden

Nach gutem Brauch wird Engelbert Dialler auf einem stolzen und herausgeputzten süddeutschen Kaltblutpferd mit Leonhardi-Standarte die große Leonhardiwallfahrt in Lippertskirchen wie in früheren Jahren anführen.
+
Nach gutem Brauch wird Engelbert Dialler auf einem stolzen und herausgeputzten süddeutschen Kaltblutpferd mit Leonhardi-Standarte die große Leonhardiwallfahrt in Lippertskirchen wie in früheren Jahren anführen.
  • VonPeter Strim
    schließen

Die Leonhardiwallfahrt in Lippertskirchen zählt zur Ältesten ihrer Art in Oberbayern und soll ohne pandemiebedingte Hindernisse oder Auflagen nun wieder so wie in früheren Jahren stattfinden. Dazu gehören die prachtvollen Gespanne mit kunstvoll geschmückten Wagen.

Bad Feilnbach – Die Leonhardiwallfahrt in Lippertskirchen zählt zur Ältesten ihrer Art in Oberbayern und soll ohne pandemiebedingte Hindernisse oder Auflagen nun wieder so wie in früheren Jahren stattfinden.

Dazu gehören die prachtvollen Gespanne mit kunstvoll geschmückten Wagen, Motivwagen und Kutschen auf denen in Kirchengewändern und Tracht gewandete Miederdirndl, Schalkfrauen, Burschen, Männer und Musikanten um Fürsprache und Segen vom Heiligen Leonhard als Patron der Rosse, Reiter, Fuhrleute, Gefangenen und Wöchnerinnen erbeten wollen.

Nach gutem Brauch auf dem Kaltblutpferd

Anführen wird die Umfahrt nach gutem Brauch Engelbert Dialler auf einem stämmigen Kaltblutpferd, die historischen Leonhardifahne in der Hand. All dies, verbunden mit dem ehrsamen und bunten Bild vorm Feldaltar auf der Köglwiese, erhofft und wünscht sich mit Sehnsucht der neugegründete „Leonhardiverein Lippertskirchen e.V“. Die diesjährige Veranstaltung soll am Sonntag, 6. November, stattfinden.

Der Gottesdienst beginnt dabei um 10 Uhr vom Feldaltar aus und findet dort bei jeder Witterung statt. Zelebrant ist Pfarrer Ernst Kögler und den musikalischen Rahmen besorgt die Musikkapelle Bad Feilnbach. Anschließend folgt die Umfahrt vorbei an der Wallfahrtskirche Maria Morgenstern. Von dort aus empfangen Rosse und Reiter den göttlichen Segen.

Ebenso gibt es wieder eine Nachfeier im Heimgartensaal. Den legendären Abt und Diakon aus Noblat nahe der französischen Stad Limoges um Schutz und Fürsprache zu bitten, wird in einigen Gegenden von Menschen in inniger Verbundenheit zu Glaube und Brauchtum als besonderer Feiertag in unbeschwerten aber auch in herausfordernden Zeiten hochgehalten. Zumindest gelang es Corona nicht, Gläubige davon abzuhalten dem heiligen Leonhard die Ehre zu erweisen.

In Lippertskirchen gab es 2020 und 2021 nicht die gewohnt prächtigen Umfahrten

In Lippertskirchen gab es 2020 und 2021 zwar nicht die gewohnt prächtigen Umfahrten mit Kutschen, Wagen und Gespanne. Dafür nahmen einzelne Reiter auf süddeutschen Kaltblutpferden und Haflinger oder in Begleitung ihrer Ponys gerne den göttlichen Segen entgegen. Bereits im Jahre 1349 wird in Lippertskirchen eine kleine Leonhardi-Kapelle erwähnt.

Das Betreiben von Pferdeumritten dürfte noch viel älter sein. Für die Zurückdatierung des Brauchtums fehlen allerdings, zumindest in der Region des ehemaligen Landkreises Bad Aibling stichhaltige chronologische Aufzeichnungen. Ein bewegendes Auf und Ab kennzeichnet die Geschichte der Umritte.

Im Zuge der Säkularisation 1803 waren sie auch im Landkreis Bad Aibling streng untersagt – dies währte allerdings nur bis 1810. Die erste beweisbare Überlieferung eines Leonhardikults in Lippertskirchen stammt von Pfarrer Högg aus dem Jahre 1740 zu dessen Pfarrbezirk Au auch die Wallfahrtskirche zwischen Gottschalling und Feilnbach gehörte.

Obwohl die Umritte zum unverrückbaren Bestandteil religiösen Brauchtumsleben wurden, führten sie seit der Wende des 20. Jahrhunderts mehr oder weniger ein Schattendasein, wie Chroniken berichten. Einen starken Einfluss zur Wiederbelebung der Leonharditradition gebührt dem einstigen Pfarrer der Pfarrei Herz Jesu Bad Feilnbach, Ludwig Penger, dem auch ein überaus erfolgreicher Jubiläumsumritt im Jahr 1985 als verdienstvoll zugeschrieben wird.

Hohe Anerkennung für die Mitfahrer

Verdienst über all die nachgewiesenen brauchtumsorientierten Leonhardifahrten gebührt jedoch auch den vielen Mädchen und Frauen, Burschen und Männern in der Vorbereitung der herrlich geschmückten Wagen und sauber herausgeputzten Pferde, welche ihren eigenen Feiertag mit Stolz genießen.

Hohe Anerkennung gebührt auch jenen Mitfahrern, darunter Musikkapellen, Vereinsabordnungen und Reiter, die sich zahlreich bei Wind und Wetter, oftmals auch von heftigen Schneefällen und grimmiger Kälte begleitet an den Umritten, am Vortag auch in Hundham, beteiligen.

Mehr zum Thema

Kommentare