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Nach neuen Jahren

Plötzlicher Abschied von Bad Aibling: Warum Rektor Wolfgang Baumann die Schule verlässt

Als Rektor hat Wolfgang Baumann in den vergangenen neun Jahren rund 1000 Kinder an der Grund- und Mittelschule St. Georg in Bad Aibling begleitet und die neue Schule bis zum Rohbau mit geprägt. Beim Richtfest auf der Baustelle wurde der künftige Schulrat offiziell verabschiedet.
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Als Rektor hat Wolfgang Baumann in den vergangenen neun Jahren rund 1000 Kinder an der Grund- und Mittelschule St. Georg in Bad Aibling begleitet und die neue Schule bis zum Rohbau mit geprägt. Beim Richtfest auf der Baustelle wurde der künftige Schulrat offiziell verabschiedet.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Und auf einmal war er weg: Neun Jahre hat Wolfgang Baumann (51) die Grund- und Mittelschule St. Georg in Bad Aibling geleitet. Doch kurz vor den Sommerferien nahm er ganz überraschend seinen Hut. Den Grund dafür nennt er in unserem Interview – und erklärt zugleich, wie es nun weitergeht.

Bad Aibling –Vieles hat Wolfgang Baumann in den vergangenen neun Jahren als Schulleiter in Bad Aibling auf den Weg gebracht und sich vor allem bei dem Schul-Neubau – ein 50-Millionen Euro-Projekt – mit großem Engagement eingebracht. Doch einziehen wird er in die so lang gewünschte Vorzeigeschule nicht mehr: Kurz vor den Sommerferien ist der Rektor ins Staatliche Schulamt Rosenheim gewechselt, wo er künftig als Schulrat für die „Region Ost“ zuständig sein wird.

Herr Baumann, wie kam es, dass Sie Bad Aibling so schnell verließen?

Wolfgang Baumann: Der Wechsel kam für viele überraschend, da er zu einem ungewohnten Zeitpunkt satt fand. Hintergrund ist der Wechsel einer Kollegin aus dem Schulamt hin zur Regierung von Oberbayern. Somit wurde diese Stelle ausgeschrieben, ich konnte mich erfolgreich bewerben und die Stelle ist „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“, also 1. Juli, besetzt worden.

Sie haben den Neubau der Grund- und Mittelschule St. Georg vom ersten Augenblick an eng begleitet, konnten all Ihre Erfahrung in die Planungen einfließen lassen, haben den Bau täglich wachsen sehen. Wie sehr bedauern Sie es, im Herbst 2023 nicht dort einziehen zu können?

Baumann: In einem Brief und einem Gespräch mit Herrn (Alt-)Bürgermeister Felix Schwaller im Oktober 2014 legte ich ihm dar, dass es aus meiner Sicht sehr sinnvoll wäre, aufgrund steigender Schülerzahlen und dem nicht mehr zeitgemäßen Schulgebäude, sich frühzeitig Gedanken über einen geeigneten Anbau und/oder einer möglichen Generalsanierung der Schule zu machen. Der weitere Inhalt der Geschichte ist bekannt …

Der Neubau der Schule liegt voll im Zeitplan und ab dem Schuljahr 2023/24 wird das schulische Leben mit seiner ganzen Vielfalt dort Einzug halten. Ich weiß, dass das Gebäude ein sehr gutes, weit über Bad Aibling hinauswirkendes Schulhaus werden wird. Ich durfte dieses Werden begleiten und zusammen mit dem Lehrerkollegium auch mitgestalten. Dafür bin ich sehr dankbar. Eine neue Schulleitung hat nun die einmalige Möglichkeit mit eventuell neuen, anderen, frischen Ideen unter Einbindung des tollen Kollegiums der St.-Georg-Schule diesen Neubau zu einem besonderen schulischen Lebensraum werden zu lassen, in dem alle gerne lernen und arbeiten. Dieser Gedanke stimmt mich mehr als zufrieden und hat mich gut abschließen lassen.

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Welches sind die wichtigsten Bausteine der vergangenen Jahre, die Ihre Handschrift tragen und was war Ihnen besonders wichtig als Schulleiter?

Baumann: Das Schulprofil der „Sozialwirksamen Schule“ (SWS), aufgrund der Corona-Jahre musste dies leider etwas in den Hintergrund treten. Die Einführung der Vorbereitungsklassen (9+2-Modell) – Jugendliche mit einem guten Qualifizierenden Mittelschulabschluss besuchen zwei weitere Jahre die Schule und legen dann die Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss der Mittelschule ab. Einführung des gebundenen Ganztagesangebots in der Mittelschule sowie der Deutschklassen in der Mittelschule. Schaffung einer neuen Stelle für die Jugendsozialarbeit an Grundschulen. Aktualisierung der technischen Ausstattung der Klassenzimmer/Fachräume.

All diese „Bausteine“ konnten in dieser Zeit nur realisiert werden, da sie von einem sehr engagierten, an Weiterentwicklung interessierten Kollegium mitgetragen und mitgestaltet wurden.

Welches sind nun die vorrangigen Aufgaben, die vor Ihnen liegen?

Baumann: Nach Artikel 111 BayEUG gehören zur staatlichen Schulaufsicht die Sicherung der Qualität von Erziehung und Unterricht, die Planung und Ordnung des Unterrichtswesens, die Förderung und Beratung der Schulen und die Aufsicht über die inneren und äußeren Schulverhältnisse sowie über die Schulleitung und das pädagogische Personal. Die unmittelbare staatliche Schulaufsicht obliegt bei öffentlichen Grundschulen und Mittelschulen den Staatlichen Schulämtern. Im Besonderen bin ich unter anderem für die Bereiche Mittagsbetreuung/Ganztagesangebote, Hausunterricht, Kooperation mit dem Jugendamt, Schulfahrten und -wanderungen, Verwaltungsangestelte an Schulen und den großen Bereich der „mobilen Reserven“ zuständig.

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Was reizt Sie dabei am meisten?

Baumann: Übernahme neuer Tätigkeiten/Verantwortungen. Begleitung junger Kolleginnen und Kollegen im Rahmen des Verbeamtungsprozesses. Begleitung, Beratung der Schulleitungen „meines“ Bereiches (liegt im Osten des Landkreises). Hier helfen mir meine jahrelangen Erfahrungen als Schulleiter einer Grund- und Mittelschule. Über den eigenen Tellerrand schauen!

Werden Sie den täglichen engen Kontakt mit Ihren Schülern vermissen?

Baumann: Der Wunsch, mit Kindern und Jugendlichen zusammenzuarbeiten, ihnen etwas beibringen zu wollen, sich mit ihnen auseinander zu setzen ist die unabdingbare Grundlage für jeden Lehrberuf. Diese Situationen werde ich vermissen. Als „Ersatz“ ich meine Schulkinder zuhause(lacht).

Anabel Metz als kommissarische Schulleiterin

Wer die Nachfolge von Wolfgang Baumann als Rektor antritt, steht noch nicht fest: „Die Stelle der Schulleitung ist über den Verwaltungsweg ausgeschrieben. Bis diese neu besetzt wird, ist Anabel Metz als kommissarische Schulleiterin in hoher Kompetenz tätig“, erklärt der künftige Schulrat. Als Rektor hat er die Schule verlassen, doch der Kontakt bleibt bestehen: Im Februar 2021 gründete sich der Förderverein der Schule. Aktuell wird laut Baumann über diesen eine zusätzliche Dozentin finanziert, die als Unterstützerin für die Kinder und Jugendlichen im Bereich des Deutschlernens aktiv ist. Ferner ermögliche er Projekte in diesem Bereich und versuche, bereichernd und unterstützend im Schulleben zu wirken. „Mit aus diesen Gründen bin ich Gründungsmitglied und werde auch über den Förderverein weiter verbunden sein.“

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