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Wandel zu einer CO2-neutralen, gebauten Umwelt

Pionierarbeit mit Projekt „Einfach Bauen“ - Aiblinger B&O-Gruppe erhält Nachhaltigkeitspreis

Bei der Preisverleihung (von links): DGNB-Präsident Professor Amandus Samsøe Sattler, Anne Katrin Bohle (Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat), Dr. Ernst Böhm (Gesellschafter der B&O-Gruppe), Tilmann Jarmer (Projektleiter bei Florian Nagler Architekten/TUM) und Professor Thomas Auer (Geschäftsführer bei Transsolar|Klimaengineering/TUM).
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Bei der Preisverleihung (von links): DGNB-Präsident Professor Amandus Samsøe Sattler, Anne Katrin Bohle (Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat), Dr. Ernst Böhm (Gesellschafter der B&O-Gruppe), Tilmann Jarmer (Projektleiter bei Florian Nagler Architekten/TUM) und Professor Thomas Auer (Geschäftsführer bei Transsolar|Klimaengineering/TUM).
  • Silvia Mischi
    VonSilvia Mischi
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Das Projekt „Einfach Bauen“ in Bad Aibling wurde mit Deutschlands renommiertestem Architekturpreis für Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Die Jury sieht in dem Projekt einen Impulsgeber für die Planungsbranche und die Bauindustrie mit dem Potenzial, eine Bauentwicklung auch im Zusammenhang mit der Kreislaufwirtschaft zu starten.

Bad Aibling/Düsseldorf – „CO2-neutrales Bauen bekommt immer mehr an Bedeutung. Das Bauwesen lässt hier Taten sprechen. Wir sind seit Jahren an zukunftsweisenden Methoden dran“, freut sich Dr. Ernst Böhm, Gesellschafter der B&O-Gruppe.

Verleihung ist zum neunten Mal

Der Nachhaltigkeitspreis Architektur wurde in diesem Jahr zum neunten Mal gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis vergeben. Die Preisverleihung fand jetzt im Rahmen des 14. Deutschen Nachhaltigkeitstages in Düsseldorf statt. Kuriosität am Rande: „Der Preis ist aus Plastik und Schwermetall. Da könnte im Sinne der Nachhaltigkeit noch nachgebessert werden“, scherzt Dr. Böhm.

DGNB-Präsident und Juryvorsitzender Professor Amandus Samsøe Sattler erklärt zur Jury-Begründung: „Die Baubranche muss sich in Richtung Nachhaltigkeit wandeln. Das Projekt ‚Einfach Bauen‘ gibt hier im Sinne der Suffizienz einen wertvollen Impuls und zeigt auf vorbildliche Weise, wie wir in Zukunft bewusster bauen können.“ „Durch die wissenschaftliche Begleitung und der für die Öffentlichkeit frei verfügbaren Dokumentation leistet das Projekt herausragende Pionierarbeit, die in der Planungs- und Baupraxis Spuren hinterlassen wird.“

„Impulsgeber der Zukunft“

Das Projekt „Einfach Bauen“ im Rohbau – einmal aus Beton gegossen, aus Holz überspannt und aus Ziegel gewölbt (von links). Schels

Das Projekt „Einfach Bauen“ in Bad Aibling setzt sich in vorbildlicher Art und Weise mit Nachhaltigkeit auseinander. Drei identische Häuser wurden in Leichtbeton, Massivholz und Mauerwerk errichtet. Die jeweils einschichtigen Konstruktionen der monolithischen Wandbauweise bieten ausreichend Dämmung. Die gewünschte klimatische Trägheit wird über die große thermische Speichermasse erreicht. In bis zu 2600 Varianten wurden Volumen und Anteil der Fensterflächen optimiert, um die Heiz- und Lüftungstechnik auf ein Minimum zu reduzieren.

Recyclingfähigkeit der Gebäude untersucht

„Neben der Konstruktion und Nutzung wurde auch die Recyclingfähigkeit der Gebäude untersucht. Durch die gewählte vereinfachte Bauweise ohne Fremdmaterialien wird ein überdurchschnittliches Recyclingpotenzial erreicht“, so Architekt Florian Nagler. In diesem Langzeitprojekt trügen die Architekten und Ingenieure der Technischen-Universität München (TUM) die aktuellen Entwicklungen in den Materialgruppen Holz, Ziegel und Beton zusammen. Neben der Konstruktion werde auch das Nutzerverhalten, die Behaglichkeit und das Raumklima über einen längeren Zeitraum bewertet, um Erkenntnisse über Einsparungen in der Gebäudetechnik zu erhalten.

Die Dämmung erfolgt durch Blähton und Blähglas statt Kies und Sand.

„Es werden die Möglichkeiten und Grenzen des Prinzips ,Einfach Bauen‘ wissenschaftlich fundiert betrachtet. Die Ergebnisse werden als Wissenstransfer über eine Website kommuniziert, sodass von dem Projekt wichtige Impulse in die deutsche Bauindustrie zu erwarten sind“, so Nagler. Das Projekt „Einfach Bauen“ könne so zum Startpunkt für eine neue Bauentwicklung werden. Abgesehen vom Einsatz ressourcenschonender Materialien liegen im Verzicht auf komplizierte Haustechnik und der Entwicklung neuer Konstruktionsweisen wichtige Hebel für eine CO2-neutrale Baubranche.

Ergebnisse des Langzeitprojektes

Das Projekt „Einfach Bauen“ bietet auch in dieser Hinsicht wichtige Impulse. Die Ergebnisse des Langzeitprojektes werden im Sinne des Wissenstransfers über eine Website kommuniziert, sodass das Projekt als Ausgangspunkt für eine neue und nachhaltige Bauentwicklung fungieren kann.

„Eine wichtige Erkenntnis des vergangenen Jahrzehnts ist, dass der Ersatz ressourcenintensiver Baumaterialien durch nachwachsende Baustoffe und die lokale Gewinnung erneuerbarer Energien als Maßnahmen für einen Wandel zur CO2-Neutralität der Bauindustrie wohl nicht genügen wird.

Wandel zu einer CO2-neutralen, gebauten Umwelt

Dafür ist der weltweite Bedarf nach Gebäuden nach wie vor zu groß“, so Dr. Böhm. Und weiter heißt es von der Jury: „Wenn uns der Wandel zu einer CO2-neutralen, gebauten Umwelt wirklich gelingen will, müssen wir lernen, nicht nur konventionelle Materialien durch ressourcenschonendere zu ersetzen, sondern von vornherein auf einzelne Schichten und komplizierte Haustechnik zu verzichten.“

Neben der Reduktion von Material liege im vereinfachten Aufbau ein wichtiger Schlüssel für schnellere Bauzeiten und damit geringere Baukosten, heißt es von der Jury bei der Bewertung. Ebenso sei eine verbesserte Recyclebarkeit der Gebäude zu erwarten.

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen

2007 gegründet, ist die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) heute mit rund 1500 Mitgliedsorganisationen Europas größtes Netzwerk für nachhaltiges Bauen. Ziel des Vereins ist es, Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft zu fördern und im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu verankern. Mit dem Zertifizierungssystem hat die unabhängige Non-Profit-Organisation ein Planungs- und Optimierungstool zur Bewertung nachhaltiger Gebäude, Innenräume und Quartiere entwickelt, das dabei hilft, die reale Nachhaltigkeit in Bauprojekten zu erhöhen. Dabei fußt das DGNB-System auf einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnis, das die Umwelt, den Menschen und die Wirtschaftlichkeit einbezieht.

Die Auszeichnung

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen und Forschung. Mit acht Wettbewerben (darunter der Next Economy Award für „grüne Gründer“), über 1000 Bewerbern und 2000 Gästen zu den Veranstaltungen ist der Preis der größte seiner Art in Europa. Die Auszeichnung wird vergeben von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen. Rahmen für die Verleihung ist der Deutsche Nachhaltigkeitstag in Düsseldorf, die meistbesuchte jährliche Kommunikationsplattform zu den Themen nachhaltiger Entwicklung.

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