Pater Richard Basta wechselt von Feldkirchen-Höhenrain-Laus nach Tuntenhausen

Pater Ryszard Basta weiht hier das Feuerwehrfahrzeug der Feldkirchener Kameraden. Der Geistliche ist im Pfarrverband Feldkirchen-Höhenrain-Laus sehr beliebt und wurde sogar in die Reihen der Feuerwehr aufgenommen. Merk

Die Reise von Pater Richard geht weiter. Nach zwei Jahren im Pfarrverband Feldkirchen-Höhenrain-Laus führt ihn sein Weg nun knapp 20 Kilometer weiter in den Pfarrverband Tuntenhausen-Schönau, dessen Leitung er ab dem 1. September übernimmt.

Tuntenhausen/Feldkirchen – Pater Richard hat sich auf die Stelle beworben und selbst erst vor wenigen Tagen erfahren, dass er sie übernehmen darf. „Ich freue mich sehr darauf. Es ist eine Wallfahrtskirche. Sie ist der Mutter Gottes geweiht, zu der ich als Priester des Ordens der unbeschuhten Karmeliten eine besondere Verbindung habe, denn sie ist die Schutzpatronin unseres Ordens.“

Feldkirchen war eine ganz besondere Zeit

Aus Feldkirchen verabschiedet er sich „mit einem freudigen und einem weinenden Herzen“, wie er sagt. Die Menschen hier sind ihm besonders ans Herz gewachsen, denn die Zeit in Feldkirchen war auch für ihn eine ganz besondere.

Pater lebte bis 2018 im Kloster Reisach

„Diese beiden Jahre haben mir sehr geholfen, in der anderen Welt anzukommen“, erklärt er. Bis 2018 lebte der Pater im Orden der unbeschuhten Karmeliten im Kloster Reisach. Schon damals war abzusehen, dass große Veränderungen auf das Kloster zukommen würden.

Also musste er sich entscheiden. „Ich hatte die Wahl, in ein anderes Kloster in Deutschland zu gehen, in meine Heimat Polen zurückzukehren oder auch in Zukunft bei den Menschen in den Pfarreien zu bleiben.“

Entscheidung für die Menschen

Er entschied sich für die Arbeit als Seelsorger direkt bei den Menschen, und kam nach Feldkirchen und gleichzeitig in die „andere“ Welt. Doch was bedeutet das? „Das Leben außerhalb des Ordens ist ganz anders“, beschreibt Pater Richard. „Im Kloster ruht die Arbeit für das gemeinsame Leben auf vielen Schultern. Jeder hat seine Aufgaben.“

Vom Ordensmann zum Weltpriester

Nun lebt der 45-Jährige allein in einer eigenen Wohnung, muss sich neu organisieren, um weltliche Dinge wie Haushalt, Einkäufe, Wäsche, Kochen oder Versicherungen kümmern. Er lacht, als er das erzählt, denn er weiß, dass das für die meisten Menschen nicht einmal erwähnenswert wäre. Für den Ordensmann aber war es eine Umstellung, die noch nicht ganz abgeschlossen ist: „Ich bin aus dem Orden ausgetreten. Jetzt befinde ich mich in der Probezeit und werde danach in die Diözese aufgenommen.“

Geboren in den Karpaten

Geboren wurde Ryszard Basta im polnischen Nowy Sacz, etwa 80 Kilometer südlich von Krakau, in den Karpaten. Sein Abitur legte er am Knabenseminar in Wadowice ab. Mit 18 Jahren trat er dem Orden der unbeschuhten Karmeliten – Ordo Carmelitarum Discalceatorum (OCD) – in Czerna bei, studierte Philosophie und Theologie in Lublin und Krakau.

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Im Alter von 26 Jahren kam der junge Priester nach Deutschland, lernte neben den Sprachen, die er bereits kannte – latein, griechisch, italienisch, russisch und polnisch – nun auch deutsch. „Inzwischen verstehe ich auch bayrisch, aber ich kann es nicht sprechen“, sagt er mit einem verschmitzten Lächeln.

Seit 19 Jahren Seelsorger

Seit 2001 betreut Pater Richard Pfarreien, war in München unter anderem in der katholischen Kinder- und Jugendarbeit aktiv, hat den Pfarrverband Oberes Inntal gegründet und ist nun seit zwei Jahren in Feldkirchen.

Große Familie daheim in Polen

Im Voralpenland fühlt er sich wohl. „Es ähnelt meiner Heimat in den Karpaten“, sagt er. Dorthin fährt er mit dem Seat Ibiza noch ein- bis zweimal im Jahr, um seine Familie zu besuchen. Die ist groß: „Ich bin das jüngste von elf Kindern. Meine Mutter ist 87 Jahre alt, meine älteste Schwester 66, und ich bin auch schon mehrfacher Uronkel“, erzählt er mit strahlenden Augen.

Die Arbeit in der Pfarrei gibt ihm viel Kraft. „Ich wachse mit den Menschen.“ Er geht auf sie zu, spricht mit ihnen und ist in allen Vereinen präsent.

Gemeinsam auf dem Weg zu Gott

„Ich möchte mit den Menschen unterwegs sein, ihnen zuhören, mit ihnen leben und sie auf ihrem Weg zu Gott begleiten“, sagt der Pater. Seine Verbindung zu den Kameraden der Feuerwehr Feldkirchen-Westerham ist eine ganz besondere: „Sie haben mich als Mitglied aufgenommen und mir eine Uniform geschenkt. Da hab ich mich sehr gefreut!“

Im August heißt es Abschiednehmen

Nun geht seine Reise weiter. Im August heißt es, Abschied zu nehmen von den Menschen, die ihm ans Herz gewachsen sind. „Ich habe versucht, die Menschen zu Gott zu führen und nicht zu mir. Ich bin nur sein Werkzeug, und das gibt mir auch die Freiheit, zu gehen“, erklärt er und weiß auch, dass „es in Feldkirchen ein gutes Pastoralteam gibt und ein neuer Priester kommen wird“.

Vorfreude auf neue Begegnungen

Am 1. September nimmt Pater Richard seine Arbeit in Tuntenhausen auf. „Ich freue mich schon jetzt auf jede neue Begegnung“, sagt er und hofft, dass er auch in Tuntenhausen mit offenem Herzen empfangen wird und engen Kontakt findet – zu den Menschen aus der Gemeinde, den jungen Familien mit ihren Kindern und den Pilgern, die in die Wallfahrtskirche kommen. „Ich möchte mir Zeit für sie nehmen, ihre Anliegen und Sorgen wahrnehmen, sie begleiten.“

Pfarrer Bruno Bibinger ist noch bis zum 1. September für Pfarrverband Tuntenhausen-Schönau da

Pfarradministrator Bruno Bibinger (37) leitet den Pfarrverband Tuntenhausen noch bis zum 1. September. „Es ist für die Menschen wichtig, dass sie wissen, wer danach für sie da sein wird“, sagt er.

Bibinger trat in Tuntenhausen seine zweite Stelle an. „Ich kam als Pfarrvikar für zwei Jahre hierher, habe um ein Jahr verlängert und werde mich nun auf eine andere Stelle als Pfarradministrator bewerben“, erklärt er.

Bruno Bibinger stammt aus Schliersee. Nach seiner Ausbildung zum Bürokaufmann bei der Sparkasse trat er 2006 ins Priesterseminar ein.

2014 wurde er im Freisinger Mariendom von Kardinal Reinhard Marx zum Priester geweiht. Nach seiner Primiz in Schliersee trat der Geistliche in Neumarkt-St. Veit seine erste Stelle als Kaplan an.

2017 kam er als Pfarrvikar nach Tuntenhausen. Im September tritt er als Pfarradministrator im Bereich der Erzdiözese München-Freising eine neue Stelle an. Wo, weiß er noch nicht.

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