Pastor Lutsch reist für eine Herzensangelegenheit ein Jahr von Bad Aibling nach Myanmar

Pastor Christian Lutsch mit UMAS-Schülern in Kalaymyo/Myanmar. Baumann/re
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Pastor Christian Lutsch mit UMAS-Schülern in Kalaymyo/Myanmar. Baumann/re
  • vonJohann Baumann
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Myanmar hat es ihm vom ersten Tag an angetan, sein Aufenthalt in dem Land hat ihn geprägt. In wenigen Monaten wird Pastor Christian Lutsch für ein Jahr dort hinreisen. Was er vorhat und warum ihm das so wichtig ist, erzählt er hier.

Bad Aibling – Christian Lutsch war seit 2016 Jugendpastor in der Adventgemeinde Bad Aibling und wurde kürzlich als Pastor eingesegnet und somit in die weltweite Adventgemeinde berufen. Er ist in Hannover geboren, hat dort sein Abitur gemacht und nach seinem einjährigen Zivildienst in Berlin in der Privat-Universität der Adventisten in Friedensau bei Magdeburg sein Theologie-Studium mit dem Bachelor und Master abgeschlossen. Den Entschluss, Pastor zu werden, hat er bereits als 15-Jähriger gefasst. Inspiriert dazu wurde er von einem Cousin. Sein derzeitiger Seelsorge-Bezirk umfasst drei Kirchengemeinden zwischen Rosenheim und Feldkirchen-Westerham.

Auf eigenen Wunsch für das große Ziel freigestellt

Pastor Christian Lutsch präsentiert den UMAS-Kalender.

Doch in wenigen Monaten müssen seine „Schäfchen“ ein Jahr lang auf ihn verzichten: Pastor Christian Lutsch wurde auf seinen Wunsch hin vom bayerischen Kirchenvorstand für diese Zeit freigestellt, um an einer privaten Schule der Adventisten in Myanmar in den Fächern Englisch und Ethik zu unterrichten. Bei der Schule handelt es sich um das „Upper Myanmar Adventist Seminary“ (UMAS) in Kalaymyo im Sagaing-Bezirk im Nordwesten des Landes.

Von erstem Aufenthalt nachhaltig geprägt

Doch Christian Lutsch reist nicht zum ersten Mal dorthin: Bereits 2014 war er erstmals dreieinhalb Wochen an der Schule tätig, damals mit seinem Cousin. „Dieser Aufenthalt hat mich so geprägt, dass ich nach sechs Monaten allein erneut dorthin gereist bin“, sagt er im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Der Unterricht an der Schule macht ihm sehr viel Spaß, was auch an den Schulkindern liegt: „Es ist eine Freude, die Kinder über die Jahre wachsen und reifen zu sehen“, berichtet er. Am UMAS werden insgesamt etwa 400 Schüler unterrichtet – von der Grundschule bis zu dem mit dem Abitur vergleichbaren Abschluss.

Aktiv auch im Freizeitprogramm für Jugendliche

Inzwischen blickt er auf sieben UMAS-Aufenthalte zurück. Außerdem begleitete er im Auftrag seiner Kirche im Rahmen eines Freizeitprogramms in Myanmar zehn Jugendliche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Neben seiner Lehrtätigkeit engagiert sich der 30-jährige Geistliche für den gemeinnützigen Verein „Arm of Help“, der 2016 auch durch seine Anregung gegründet wurde.

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Der Verein setzt sich für Bildungschancen von Kindern ein mit dem ethischen Ziel, nach dem Vorbild Jesu den Menschen Zuwendung zu geben, ohne zu urteilen. „Die Bildungschancen für die Kinder in Myanmar sind sehr dürftig“, erläutert der Pastor, „viele sind schon in sehr jungen Jahren und oftmals ohne Schulbildung gezwungen, Geld für ihre Familie zu verdienen.“ „Arm of Help“ ist in Deutschland registriert und ermöglicht bedürftigen Kindern in Myanmar durch persönliche Patenschaften eine Ausbildung.

Derzeit befinden sich 217 Kinder aus dem UMAS sowie aus zwei weiteren Schulen in Myanmar im Patenschaftsprogramm. Zusätzliche finanzielle Mittel generiert der 90 Mitglieder zählende Verein auch durch Konzerte und den Verkauf eines Kalenders. Weitere Infos unter unter mail@arm-of-help.org.

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