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OVB-Leserforum

„Stasi feiert fröhlichen Urständ“ - Streit um Kurhaus-Vorträge in Bad Aibling geht weiter

Die Veranstaltung im Kurhaus sorgt weiter für große Aufregung.
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Die Veranstaltung im Kurhaus sorgt weiter für große Aufregung.

Der Protest gegen die geplanten Kurhaus-Vorträge des umstrittenen Daniel Ganser in Bad Aibling sorgt weiter für heftige Reaktionen.

Barbara Höper (Aschau): In den OVB-Heimatzeitungen las ich von der geplanten Veranstaltung im Kurhaus Bad Aibling mit dem großartigen Daniel Ganser. Ich gratuliere Ihnen. Leider gehört heutzutage Mut dazu, einen sachlich fundierten Experten zu einem Vortrag einzuladen, der eine andere Meinung vertritt als der von oben verordnete Mainstream. Wohin hat sich unsere Demokratie entwickelt? Ich bitte um Reservierung einer Karte und werde meine Freunde informieren.

„Ich bin der Antifaschismus“

Joachim Balik (Bad Aibling): Es ist traurig, zu lesen, wie eigentlich gebildete Menschen versuchen, die Freiheit der Meinung abzuschaffen. Dem Artikel nach sind es „Bürger aus Bad Aibling“, und in Wahrheit sind es zu 50 Prozent Menschen von Hamburg bis Berlin, meist mit links-grünem Einschlag. Die in Bad Aibling Ansässigen sind meist bei den Grünen oder in Vereinen engagiert, die dieser Ideologie nahestehen.

Den Unterzeichnern dieses „Bürgerprotestes“ möchte ich eine Aussage der DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley ins Gewissen rufen. Sie wurde in der DDR wegen ihres Einsatzes für die Meinungsfreiheit mit Haft „belohnt“ und sagte nach der Wiedervereinigung: „Der Faschismus wird wiederkommen, aber er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus!‘ Sie werden die gleichen, aber noch verfeinerte Methoden verwenden: die Diffamierung, Ausgrenzung, Bespitzelung und das Verbot, eine andere Meinung zu haben.“

Ja, ich muss es Euch entgegnen: Ihr seid diese neuen Antifaschisten. Ihr wollt Menschen mit anderer Meinung den Mund verbieten. Ihr unterdrückt die Aufklärung durch freie Rede. Ihr wollt damit die Grundlagen der Demokratie entkräften. Ich bin sicher, Ihr würdet sogar die Speakers‘ Corner im Hyde Park verbieten lassen, wenn es Eurer Ideologie helfen würde. Wir aber wollen uns lediglich unabhängig informieren und dann entscheiden, was wir für richtig halten.

Drei ausverkaufte Vorträge sprechen ja eine eigene Sprache. Da könnt Ihr gerne vor der Tür stehen und brüllen, was Ihr wollt. Am liebsten wäre mir ein Satz von George Orwell: „Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“ Aber das ist für Euch ja sicher: rechts, rechts, rechts.

„Genialer Aufklärer“

Maria Daxeder (Kolbermoor) Bevor man gegen jemanden schießt, sollte man sich erst mal erkundigen, welche Botschaft dieser Jemand verbreitet. Meiner Meinung nach ist dieser Historiker ein genialer Aufklärer in unserer hektischen, von negativen Schlagzeilen geprägten Zeit. Er hinterfragte bereits Anfang März 2020 die Corona-Pandemie und zeigte deutlich auf, wie wir von den Medien manipuliert werden.

Sein Ansatz zum Ukrainekrieg, auch die Russen in die Menschenfamilie aufzunehmen, ist einfach genial. Außerdem zeigt er auf, dass sich Deutschland mit den Waffenlieferungen ebenso an diesem Krieg beteiligt und schuldig macht. Vielen Dank an den Hambacher Kulturförderverein, Herrn Ganser einzuladen.

Volker Bastian (Flintsbach) Mit der Gründung der Bundesrepublik mussten wir den Alliierten USA, Russland, England und Frankreich unterschreiben, die Prozesse seit 1945 inklusive der Nürnberger Prozesse immer zu verteidigen, also eine Revision unmöglich zu machen. Das wurde bei der Wiedervereinigung von Helmut Kohl noch einmal bestätigt, denn die Alliierten hatten darauf bestanden.

Bitte mal kurz nachdenken. Wenn man so etwas fordert, dann muss die Geschichte der Alliierten vielleicht doch etwas oder auch ganz anders gewesen sein. Unsere deutschen Historiker mussten also immer unter diesem Dogma forschen und schreiben. Wir haben den Ersten und Zweiten Weltkrieg gewollt und dann auch das bekommen, was wir verdient hatten. Wir wurden als Land immer kleiner und die anderen immer größer, hier besonders Polen.

Der Grundsatz, wem der Krieg genützt hat, wird dabei völlig vernachlässigt. Ich kenne noch den Satz: Die Sonne bringt die Wahrheit an den Tag. Ein ganz klein wenig wird momentan der Vorhang geöffnet. Aber das trifft ganz sicher nicht auf Herrn Ganser zu, der nur die Fakten aufzählt und dann die Taten der Amerikaner auch beim Namen nennt. Und denken können sie dann hoffentlich selber. Wenn zwei dasselbe machen, ist das noch lange nicht das Gleiche.

Die Atlantiker, die Freunde der USA, haben schon dafür gesorgt, dass das bis heute so geblieben ist. Sie fürchten den Anfang. Da weiß man nie, wann der Damm des Schweigens bricht. Hier wird dem Herr Ganser mehr als Unrecht getan.

Marianne Baumann (Bad Aibling) Veranstalter und Referent der Vortragsreihe zum Thema „Ukraine – warum Krieg“ werden sich hoffentlich bedanken für die ausführliche Gratiswerbung vonseiten der Lokalzeitung und der Verfasser und Unterzeichner des offenen Protestbriefes. Formulierungen wie „Ganser wird nachgesagt…“, „Vereinssatzung anschlussfähig an alle möglichen Themen einschließlich Reichsbürgerinitiative“ dürften bei wachen und denkenden Zeitgenossen die Signallampen aufleuchten lassen.

Schwammig in der Aussage, keinesfalls justiziabel, aber durchaus diskreditierend in der Wirkung, sind sie doch beispielhaft in einer Medienlandschaft, die sich weniger der nüchternen Information verpflichtet weiß als moralisierender Erziehung.

Die Schutzmacht des Staates hat bei uns bereits einen derart hohen Stellenwert, dass wir Bürger klaglos neue Gesetze akzeptieren, die den Verfassungsschutz bereits bei unliebsamen Meinungsäußerungen oder Kritik an den Regierenden aktivieren. Stasi feiert fröhliche Urständ.

Als Demagogie bezeichnet man im Allgemeinen eine böswillig aufrührerische politische Rhetorik. Einen Historiker, das heißt, einen wissenschaftlich arbeitenden Menschen mit der Selbstbezeichnung „Friedensforscher“ als derart gefährlichen Demagogen darzustellen, lässt auf einen spannenden und interessanten Vortragsabend hoffen. Vielleicht sollte ich mir zur Vorbereitung darauf noch die Bücher von Herrn Ganser zu Gemüte führen.

In Zeiten, in denen Meinungskorridore immer enger geführt werden und „querdenken“ plötzlich nicht mehr für intellektuelle Redlichkeit und Differenzierung steht, sondern als staatsfeindlich gilt, können wir nur dankbar sein für anregende Vorträge und kontroverse Gesprächsrunden.

Rudolf Helf (Raubling): 100 Unterzeichner eines Protestbriefes – aus Politik, Ärzteschaft, Handwerk, Kunst, Landwirtschaft sowie Pädagogen und Rentner – wollen Herrn Ganser also einen Maulkorb verpassen. Einzig Herr Rinderspacher und Frau Noichl von der SPD stehen mit Namen hinter dem Protest. Sei’s drum: Die Methode ist durchschaubar. Entspricht es nicht dem Zeitgeist und der gängigen Mehrheitsmeinung, haben diese selbsternannten Meinungsführer plötzlich kein Problem damit, wenn Grundrechte ausgehebelt werden.

„Demokratieverständnis bleibt auf der Strecke“

Das Demokratieverständnis bleibt auf der Strecke – und das stellen die Unterzeichner gar nicht infrage. Frau Noichl und Herr Rinderspacher entsprechen genau dem Typus Politiker, der „betreutes Denken“, am besten noch im Gleichklang mit ihrer Gesinnung, für die einzige legitime Form der Meinungsbildung hält.

Herrn Ganser wird Verschwörungsideologie vorgeworfen. Darf ich daran erinnern: Wer noch vor zwei Jahren von Blackout, Vorräte anlegen und Notstromaggregat kaufen gesprochen hat, war einer dieser Verschwörer. Seltsam, gell.

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