Hochwasserschutz reicht nicht aus

Ostermünchen unter Wasser: Drei Feuerwehren im Einsatz

Land unter im Bereich von Hager-, Tulpen- und Dahlienweg in Ostermünchen. Die Feuerwehr musste Keller auspumpen.
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Land unter im Bereich von Hager-, Tulpen- und Dahlienweg in Ostermünchen. Die Feuerwehr musste Keller auspumpen.
  • vonKathrin Gerlach
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  • Werner Stache
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Am Mittwochmorgen standen Teile Ostermünchens unter Wasser. Die schweren Gewittergüsse überfluteten schon in den frühen Morgenstunden die Fritz-Schäffer-Straße – die Staatsstraße 2358 – und anliegende Straßen. Die Feuerwehren Ostermünchen, Tuntenhausen und Lampferding waren im Einsatz.

Tuntenhausen – Besonders schwer waren die Überschwemmungen auf der rechten Seite der Staatsstraße im Bereich von Hager-, Dahlien- und Tulpenweg bis zum Sportplatz an der Schule. Auf der linken Seite der St 2358 waren vor allem Magnolien- und Lilienweg betroffen.

Auch am Lilienweg bahnte sich das Wasser seinen Weg.

Die Feuerwehren Ostermünchen, Tuntenhausen und Lampferding rückten mit 30 Kameraden aus. Durch anhaltenden Regen dauerte der Einsatz mehr als vier Stunden. Auch Kreisbrandinspektor Max Goldbrunner war vor Ort. „Wir mussten Grundstücke mit Sandsäcken absichern und sechs Keller auspumpen“, informiert der Ostermünchener Kommandant Ulrich Murnauer, der den Einsatz leitete.

750 Sandsäcke gefüllt, mehr als 100 verbaut

Komplett unter Wasser stand der Tulpenweg.

Zum Glück hatten die Ostermünchener erst am Wochenende in einer Gemeinschaftsaktion mit den Feldkirchen-Westerhamer Kameraden ihre Sandsack-Reserven aufgefüllt. „Nach dem August-Hochwasser waren unsere Vorräte fast aufgebraucht“, erklärt Murnauer. „Am Samstag haben wir 750 Säcke gefüllt, gestern schon wieder mehr als 100 davon zum Schutz verbaut.“

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Wie schon beim August-Hochwasser schoss das Oberflächenwasser vom Höhenpunkt Schweizerting den Berg hinab in den Ort. „Vor der Bahnunterführung an der Staatsstraße sammelt sich das Niederschlagswasser. Die Kanalisation kann die Wassermengen nicht mehr aufnehmen“, erklärt Bauamtsleiter Bernhard Krichbaumer, der ebenfalls vor Ort war. „Am Bahndamm staut sich das Wasser und schießt dann fontänenartig aus den Durchlässen“, beschreibt Kommandant Murnauer.

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Zwar wurden für den Hochwasserschutz von Ostermünchen seit 1998 vier Regenrückhaltebecken gebaut, doch das August-Hochwasser und auch der gestrige Starkregen zeigten, dass sie nicht ausreichend sind, um den Ort zu schützen.

Die Regenrückhaltebecken in Berg, Stetten und an den Tennisplätzen in Berg können ein Volumen von 23 300 Kubikmetern fassen. Das vor zwei Jahren erbaute Regenrückhaltebecken in der Bergfeldstraße fasst ein Volumen von 2400 Kubikmetern. „Wäre das nicht da gewesen, hätten wir noch weitaus größere Probleme gehabt“, sagt Murnauer.

Die Bergfeldstraße selbst stand am Morgen trotzdem unter Wasser.

Eigentumsverhältnisse stehen Schutz im Weg

Nach einer Studie zum Hochwasserschutz in der Gemeinde Tuntenhausen aus dem Jahr 2008 wären weitere fünf Regenrückhaltebecken rund um Ostermünchen erforderlich, um den Ort zu schützen. Geplant sind diese in Stetten Süd und Nord, in Ostermünchen Nord-West, in Berg am Bahndamm und in der Bahnhofstraße.

Das Regenrückhaltebecken an der Bergfeldstraße hat größere Überschwemmungen im Ort verhindert.

Wann sie gebaut werden können, ist unklar. „Wir kommen nicht voran, weil wir an Eigentumsverhältnissen scheitern“, informiert Krichbaumer und hofft, dass das Thema mit den Hochwasserereignissen dieses Jahres wieder in den Fokus der Ostermünchener rückt.

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