Ostermünchen trauert um Hans Schiedermeier

Hans Schiedermeier

Ostermünchen ist um einen besonderen Menschen ärmer geworden. Hans Schiedermeier, den alle nur „da Bäck‘“ nannten, verstarb kurz vor seinem 82 Lebensjahr.

Ostermünchen– Der Bäckermeister oder selbst ernannter „Teigingeneur“ war weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. 1938 wurde er in Ostermünchen als einziges Kind der Eltern Johann und Maria Schiedermeier geboren, ging dort zur Schule und erlernte das Bäckerhandwerk. 1970 heiratete er seine Annemarie. Aus dieser Ehe gingen die drei Kinder Sandra, Hans-Peter und Bernd hervor. Nahezu abgöttisch liebte der Verstorbene dabei seine mittlerweile sechs Enkelkinder. Im Alter von 59 Jahren riss ihn ein schwerer Herzinfarkt plötzlich aus dem Arbeitsleben. Seine Frau und Sohn Hans-Peter führten das Geschäft im Herzen Ostermünchens weiter. Hans-Peter Schiedermeier und seine Frau Karin erweiterten die Bäckerei später durch ein Café. Mit Rat und Tat stand der „Bäck“ den beiden trotz seiner Krankheit immer noch zur Seite. Besucher der Bäckerei erinnern sich an die guten Unterhaltungen mit dem Verstorbenen und ganz besonders an seine Witze, die er stets parat hatte.

Ganz schlimm traf ihn im Januar der Tod seines besten Freundes Josef Eder. Seit Grundschulzeiten waren die beiden fast unzertrennlich. Bis kurz vor Eders Tod trafen sie sich noch täglich beim Frühstück mit anderen Stammtisch-Freunden im Café. Dabei kam immer sein Lebensmotto „s‘ Leben is schee“ zu Tage. Besonders beliebt war der Bäck mit seiner frohsinnigen Art auch bei Damenstammtischen: „Hans, erzähl uns noch was Lustiges“ hieß es dann immer. Jeden Tag nach dem Mittagsschlaf ging er hinüber ins Café, um zu schauen, wer da ist und um, wie er sagte, „a bisserl was zu verzählen“.

Geradezu eine Institution war Schiedermeier auch beim SVO. „Mit dem Hans verlässt eine absolute Frohnatur die SVO-Familie“, bedauerte der zweite Fußball-Abteilungsleiter Hannes Schenk den Tod des langjährigen Mitgliedes. Er habe den Verein nicht nur immer unterstützt, sondern auch mit seinen Witzen und seinem Auftreten stets ein Lächeln ins Gesicht der Sportler gezaubert. In ewiger Erinnerung bleibt seine Trainertätigkeit für die Schüler in den 1960er-Jahren. Hier formte er nicht nur viele klassenhöhere Spieler, sondern erreichte mit seinem Team überregionale Aufmerksamkeit. Unvergessen dabei die Spiele gegen den FC Bayern München. Der Fußballplatz war seine zweite Heimat, ob seine Söhne oder Enkel spielten. Mit dem Bau des Tennisplatzes in den 1970er- Jahren begann auch seine Leidenschaft für den Tennissport.

Krankheitsbedingt musste er schweren Herzen das Tennisspielen dann aufgeben, auch seine geliebten Reisen in ferne Länder galt es nun einzuschränken. So konnte er auch seinen größten Wunsch, die goldene Hochzeit (im Juli) noch zu feiern und ein paar Tage zu seinen Lieblingsbergen (Drei Zinnen) nach Südtirol zu fahren, nicht mehr erleben. Seine Kraft reichte hierfür nicht mehr. Er verstarb im Ostermünchner Zuhause unter palliativer Betreuung und der Krankensalbung durch Pfarrer Bruno Bibinger. ws

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