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Sanierung der B15

Ostermünchen leidet unter der Umleitung: Verkehrschaos an Engstellen im Ort

Um die Fußgänger zu schützen, hat die Gemeinde Tuntenhausen eine Warnbarke auf den Gehweg gestellt. So wird dieser nicht mehr als zusätzliche Straßenfläche genutzt.
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Um die Fußgänger zu schützen, hat die Gemeinde Tuntenhausen eine Warnbake auf den Gehweg gestellt. So wird dieser nicht mehr als zusätzliche Straßenfläche genutzt.
  • Silvia Mischi
    VonSilvia Mischi
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Stoßstange an Stoßstange quetscht sich aktuell der Verkehr durch Ostermünchen, Dettendorf und Lampferding. Teils kommt es zu gefährlichen Situationen und waghalsigem Gegenverkehr, wenn zwei Lastwagen beispielsweise an der Engstelle an der Apotheke fast miteinander kollidieren.

Tuntenhausen – „Ich weiß um die missliche Lage, nur sind uns als Gemeinde die Hände gebunden“, bedauert Tuntenhausens Bürgermeister Georg Weigl. Zahlreiche Beschwerden liegen auf seinem Schreibtisch und es gehe täglich um den katastrophalen Verkehrsstrom. Anwohner gehen auf die Barrikaden.

Warnbaken sollen Fußgänger auf Gehsteig schützen

Die Bürger leiden. „In Lampferding fahren die Lastwagen sogar auf den Gehweg. Hier haben wir nun Warnbaken aufgestellt, um die Fußgänger zu schützen und den Verkehr zu bremsen“, so Weigl gegenüber unserer Zeitung. Die kurvenreichen und engen Straßen – insbesondere beispielsweise am Kriegerdenkmal in Ostermünchen, am dortigen Bahnhof sowie an der Abzweigung Richtung Rott sind neuralgische Punkte.

Vorwurf des Schildbürgerstreichs an den Anliegern

„Ich lese davon, dass die Bewohner von Rott am Inn durch die Vollsperrung der B15 bis Oktober massiv einer erhöhten Belastung durch den Umleitungsverkehr ausgesetzt sind. Doch auch wir Ostermünchner leiden unter der erhöhten Belastung durch die Umleitung – ausgerechnet mit dem Schwerlastverkehr“, schreibt Hans Winhart aus Ostermünchen an unsere Zeitung. Dass die Behörden den Schwerlastverkehr über Ostermünchen umleiten, kommt für ihn einem Schildbürgerstreich ersten Ranges gleich. „Wäre da eine Umgehungsstraße, würde sich das ja anbieten. So aber quälen sich Lkw an Lkw durch die zahlreichen Kurven“, moniert Winhart.

Kritik an Umleitung

Die Lastwagen-Fahrer seien in Ostermünchen gezwungen auszuholen und Kurven zu schneiden. Begegnen sich zwei Lkw, müsse unter Umständen einer der beiden zurücksetzen, mindestens aber stoppen. „Da wäre es vernünftiger gewesen, den Lkw-Verkehr in beiden Richtungen über die Staatsstraße 2559 an Vogtareuth vorbei, die haben nämlich eine Umgehungsstraße, zu leiten und meinetwegen den Pkw-Verkehr über Ostermünchen. Das wäre immer noch auch ein Gewinn für die Umwelt, weil dann aufgrund des kürzeren Weges weniger Lkw-Diesel verbrannt würde“, schlägt er vor.

Dies ist aber schon der Fall. Wie das Staatliche Bauamt Rosenheim mitteilt, wird aufgrund der hohen Verkehrsbelastung der B15 der Verkehr aufgeteilt. Für die Fahrtrichtungen werden getrennte Umleitungsstrecken ausgeschildert. Der Verkehr in Richtung Rosenheim wird östlich der B15 über die St2079 und St2359 (über Griesstätt – Vogtareuth) geführt. Der Schwerlastverkehr von Rosenheim in Richtung Wasserburg wird bereits an der Kreuzung B15/St2080 (bei Pfaffenhofen) auf die St2080 über Ostermünchen und Rott am Inn (RO45) umgeleitet. Der Lkw-Verkehr muss aufgrund der teilweise engen Linienführung des klassifizierten Straßennetzes innerhalb von Rott über die RO41 auf die B305 geführt werden.

Staatliches Bauamat hat keine andere Option

Die Fahrbahn der B15 östlich von Rott wird laut Bauplanung noch bis 8. Oktober saniert. „Umleitungen im Zuge von Bauarbeiten stellen für Anwohner leider immer eine besondere Belastung dar. So auch bei dieser Baumaßnahme, der abschließenden Fahrbahnerneuerung der B15 auf einer Länge von 2,3 Kilometern, zwischen Einmündung zur RO41 und der Einmündung zur St2079, östlich Rott am Inn. Dieser besonderen Belastung ist sich das Staatliche Bauamt bewusst und versucht, dieser bestmöglich Rechnung zu tragen“, so Pressesprecherin Ursula Lampe. Die zuständigen Mitarbeiter des Bauamtes befinden sich dafür in regelmäßiger Abstimmung mit den betroffenen Gemeinden und justieren, wenn nötig, nach.

Tempolimit soll helfen

Im aktuellen Fall soll mit Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 30 km/h in Lampferding, Dettendorf und an der Haager Straße in Rott am Inn sowie Gehwegblockaden sichergestellt werden, dass der Verkehr in geordneten Bahnen läuft. Damit dies jedoch funktioniert, müssten sich alle Verkehrsteilnehmer an die Vorgaben und an die ausgeschilderten Umleitungsstrecken halten. „Nur so können Flurschäden an Feldwegen et cetera vermieden werden“, betont Lampe.

Mit Blick auf die Gesamtmaßnahme „Fahrbahnerneuerung B15, östlich Rott am Inn“ wurde seitens des Staatlichen Bauamtes Rosenheim zusätzlich die Bauzeit insgesamt verkürzt, um damit den Zeitraum der Belastungen möglichst gering zu halten. Dies gelang durch eine Optimierung der Maßnahme im Zuge der Detailplanung. Dadurch konnte die Bauzeit auf rund zweieinhalb Monate beschränkt werden. Den Verkehr noch großräumiger umzuleiten, beispielsweise über die A99, würde eine Unverhältnismäßigkeit darstellen, die sich so nicht mit der aktuellen Verordnungslage vereinbaren ließe. Nicht vereinbar wäre auch eine Tonnage-Beschränkung für die Umleitungsstrecke auf 7,5 Tonnen, wie sie immer wieder ins Gespräch gebracht wird.

Kaum mehr Platz ist auf der Straße, wenn ein Sattelzug um die Kurve biegt.

Lkw über 7,5 Tonnen könne man das Befahren der Straße verbieten, das ist aber nur unter ganz bestimmten Bedingungen möglich; beispielsweise wenn es Einschränkungen bei der Tragfähigkeit von Straßen oder Brücken gäbe. „Derlei Bedingungen sind dort jedoch nicht gegeben“, so Lampe.

Autos werden bis 28. August jetzt auch noch umgeleitet

Hinzukommt, dass parallel zur abschließenden Fahrbahnerneuerung der B15, östlich von Rott am Inn, nun auch die Erneuerung des Kreuzungsbereiches B 15/RO 41 begonnen wird. Diese Maßnahme sei notwendig, da sich der Kreuzungsbereich in einem baulich schlechten Zustand befindet.

Eng wird es oftmals im Begegnungsverkehr. Immer wieder müssen Fahrzeuge zurücksetzen.

Um die Maßnahme zügig abzuschließen, ist eine zeitlich begrenzte Sperrung des Kreuzungsbereiches unumgänglich. Diese Sperrung wurde mit Blick auf den Schulbusverkehr in die Ferien gelegt und ist von der zuständigen Baufirma, wegen gleichzeitiger Bauarbeiten der Bahn am nahegelegenen Bahnübergang, kurzfristig vorgezogen worden.

Kreuzungsbereich muss ebenfalls erneuert werden

Für den Zeitraum dieser Vollsperrung wird zusätzlich zum Lkw-Verkehr auch der Pkw-Verkehr über die Umleitungsstrecke über Ostermünchen nach Rott geführt, um so den 2,3 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen der Einmündung RO41 und St2079, der noch bis Anfang Oktober komplett gesperrt ist, zu umfahren.

Die Umleitungsstrecke in der Gegenrichtung, von Nord nach Süd, bleibt von der zusätzlichen Maßnahme unberührt, da sie über die Staatsstraße 2359 (Griesstätt, Vogtareuth, Stephanskirchen) führt.

Das Staatliche Bauamt Rosenheim geht davon aus, dass die Kreuzung B15/RO41 ab dem 28. August wieder frei befahrbar ist.

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