Ostergrüße aus vergangener Zeit – Schätze der heimatkundlichen Sammlung von Bruckmühl

Eine der ältesten Osterkarten im Bruckmühler Archiv stammt aus dem Jahr 1908.

Eine Sammlung von mehr als 200 Osterkarten befindet sich in der heimatkundlichen Sammlung des Marktes Bruckmühl im Rathaus. Angelegt wurde sie schon vor 30 Jahren von Helmut Giese, der sie mit Leidenschaft ehrenamtlich betreut.

Von Johann Baumann

Bruckmühl – „Recht angenehme Osterfesttage wünschen wir Dir sowie der lieben Tante nebst herzlichen Grüssen und Handkuss!“ – So steht es auf einer im Jahr 1931 aus Slowenien nach Wien geschickten Osterkarte mit Osterhasen-Motiv.

Mehr als 200 Osterkarten

Diese Karte zählt zur umfangreichen Sammlung von mehr als 200 Osterkarten, die sich in der heimatkundlichen Sammlung des Marktes Bruckmühl im „Oberstübchen“ des Rathauses befinden. Angelegt wurde die vielschichtige Sammlung schon vor knapp 30 Jahren von Helmut Giese, der diese auch mit Leidenschaft ehrenamtlich betreut.

Historische Karten sind Heimatkunde

Der heute 78-jährige war 40 Jahre lang als Lehrer tätig, die letzten 29 Jahre davon an der Schule Götting. „In meiner Tätigkeit als Lehrer habe ich besonders gern das Fach Heimatkunde unterrichtet“, erklärt der „Hüter der Sammlung“ im Vorwort seines Heimatbuches „Bruckmühl und Umgebung“.

100 und mehr Jahre alt

„Viele der Osterkarten sind 100 und mehr Jahre alt“, berichtet er. Eines der ältesten Exemplare stammt gar aus dem Jahr 1908 mit Blumen und drei Küken in einem Korb als Ostermotiv.

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Dieser Ostergruß wurde damals an einen Empfänger in Stadtamhof – heute ein Stadtteil von Regensburg – geschickt. Auf den betagten Karten sind häufig auch christliche Motive zu sehen – wie beispielsweise das des wiederauferstandenen Heiland.

Geschrieben in deutscher Schrift

Die Osterkarten sind Zeugnisse aus einer Zeit, in der noch in der so genannten deutschen Schrift geschrieben wurde, in ihrer leicht abgewandelten Form auch „Sütterlin Schreibschrift“ genannt.

Kaum einer ist der Schrift mehr kundig

Sie wurde nach dem deutschen Grafiker und Pädagogen Ludwig Sütterlin (1865-1917) benannt und ab den 20er-Jahren bis 1941 an den deutschen Schulen gelehrt. Durch einen Erlass wurde ab 1941 die Verwendung der deutschen Handschrift – also auch die Sütterlin-Schrift – verboten, und die „lateinische Schreibschrift“ eingeführt, wie sie mit geringen Abweichungen heute noch gelehrt wird.

Breites Spektrum an Exponaten

Das Spektrum der heimatkundlichen Sammlung der Marktgemeinde Bruckmühl erstreckt sich unter anderem von einem versteinerten Mammutzahn über bäuerliches Gerät, eine rund 70 Jahre alte Schulbank und zahlreiche Vereinsfahnen bis zu Poesie- und Fotoalben, Büchern, Kunstkalendern und Luftbildern aus der Vorkriegszeit. Auch die bayerische Kultur wird durch viele Einzelstücke gewürdigt.

Sammlung zieht ins BRK-Gebäude um

Derzeit bereitet Helmut Giese wegen des bevorstehenden Rathaus-Um- und Ausbaues zusammen mit Rathaus-Mitarbeiterin Marieluise Kahlhammer den Umzug der Sammlung ins temporäre Domizil im neuen BRK-Gebäude vor.

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