Vorsitzende Sandra Schönberger im Gespräch

Online-Angebot von Fokus in Bad Aibling: Kinder wollen auch im Corona-Lockdown spielen

Anna Schönberger macht schon fleißig mit bei den Angeboten. Sie bereitet bereitet alles für die bunte Eisgirlande vor.
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Anna Schönberger macht schon fleißig mit bei den Angeboten. Sie bereitet bereitet alles für die bunte Eisgirlande vor.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Auch beim Verein Fokus-Familiennetzwerk kommen während des Lockdowns viele Probleme an, mit denen die Eltern und Kinder konfrontiert sind. Wir sprechen mit der Vorsitzenden Sandra Schönberger über die aktuelle Lage.

Bad Aibling – Schulen, Krippen und Kindergärten müssen wieder geschlossen bleiben. Corona wirbelt auch weiterhin den Alltag auch von Familien durcheinander. Und die Kinder? Wollen trotzdem spielen. Deshalb stellt der Verein Fokus-Familiennetzwerk auf seiner Homepage ab sofort Spiel- und Beschäftigungsideen zur Verfügung. „Wir werden regelmäßig Fotos und Videos einstellen, die von unseren Mitarbeiterinnen erstellt worden sind. Fingerspiele, Experimente und Bastelideen, die Eltern mit ihren Kindern zu Hause nachmachen können.“

Frau Schönberger, was bekommen Sie bei Fokus alles über die Situation der Aiblinger Familien im Lockdow mit? Wo liegen die größten Probleme?

Sandra Schönberger: Zum einen geht es um den Anspruch auf Notbetreuung. Beim ersten Lockdown hatten viele Familien kein Verständnis für den Regierungsbeschluss, dass nur die Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, ihre Kinder in die Notbetreuung bringen dürfen. Aktuell haben mehr Familien Anspruch auf Notbetreuung. Dies macht es für Familien einfacher und wir freuen uns sehr, mehr Kinder als beim ersten Lockdown betreuen zu dürfen.

Sandra Schönberger

Was macht die Situation zum anderen so schwierig?

Sandra Schönberger: Die aktuelle Situation rund um das Homescooling, Homeoffice und Kinderbetreuung ist für einige Familien eine große Herausforderung, die oft zur Belastung führt. So ist es für eine Mutter, die gerade ein Kind bekommen hat und zu Hause im Mutterschutz ist, nicht einfach, nach schlaflosen Nächten – völlig erschöpft – noch das Kindergartenkind zu bespaßen und das Grundschulkind im Homescooling zu begleiten.

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Wo kann der Verein helfen?

Sandra Schönberger: In vielen Gesprächen geht es um die Tatsache, dass Kinder Kinder brauchen. Bei den Hilfen sind es oft Kleinigkeiten wie bei diesem Beispiel: Eine Familie, die ihr Kind in der vierten Klasse hat, hat zu Hause keinen Computer und keinen Drucker. Dieser Familie haben wir empfohlen sich mit der Schule in Verbindung zu setzen. So wurde ihr jetzt für die Zeit des Lockdowns ein Laptop zur Verfügung gestellt. Drei unserer Mitarbeiterinnen sind ausgebildete Elternbegleiter. Sie sind von Haus aus bei Anliegen wie Erziehung und Entwicklungsabläufen der Kinder, schwierigen Lebenssituationen oder Veränderungen im Lebensbereich für Eltern als kompetente Beratung da. So können sich gerne Aiblinger Familien an uns wenden.

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Sie sind selbst berufstätige Mutter von schulpflichtigen Kindern. Wie meistern Sie die Situation im Alltag samt Homescooling und Betreuung?

Sandra Schönberger: Das Übliche: Kinder (12 und 10) im Homeschooling, Hausputz, einkaufen, Wäsche waschen, kochen. Aktuell habe ich das Glück, viel zu Hause sein zu können. Trotzdem fordert mich das Ganze heraus und bringt mich an manchen Tagen an meine Grenzen. Gerade meine jüngste Tochter braucht mich viel. Uns fehlen die sozialen Kontakte sehr. Ein großes Loch sind die fehlenden Sportstunden, zum Beispiel das Eishockeytraining und die Spiele beim EHC Bad Aibling. Es ist eine harte und anstrengende Zeit. Ich versuche, meinen Kindern möglichst viel Abwechslung zu bieten, zum Beispiel mit basteln, backen, kochen und spazieren gehen. Trotz alledem ist es fast nicht zu schaffen. Ich hoffe auf schnellstmögliche Normalität.

Auf seiner Homepage bietet der Verein Fokus-Familiennetzwerk Bad Aibling jetzt Spielideen für Familien an. Hier zeigt eine Mitarbeiterin das Finger- und Reimspiel „5 Brüder“.

Wie kamen Sie auf die Idee, Spiel- und Bastelideen auf die Fokus-Homepage zu stellen?

Sandra Schönberger: Ich habe die Umsetzung der Idee von meiner Schwester, die auch in einer Kindertagesstätte arbeitet, mitbekommen. So können wir Familien Ideen zur Verfügung stellen, was sie mit ihren Kindern alles so machen können. Schließlich finden die Dinge wie spielen und basteln oft nur in den Betreuungseinrichtungen selber statt.

Wer wählt die Spiele aus?

Sandra Schönberger: Das machen unsere Mitarbeiterinnen aus dem Villahaus. Diese sind alle ausgebildet und haben mit dem Thema schon genügend praktische Erfahrungen.

Welchen Tipp finden Sie persönlich ganz besonders schön?

Sandra Schönberger: Besonders freue ich mich auf die Experimente von unserer Mitarbeiterin, die sonst auch für uns im „Haus der kleinen Forscher“ mit den Kindern aktiv ist. Da werde ich bestimmt auch Einiges mit meinen eigenen Kindern ausprobieren.

Sind bei den Tipps auch Outdoor-Vorschläge dabei?

Sandra Schönberger: Ja, da wird auch was dabei sein.

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