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Vandalismus am Skulpturenpfad

Ohren abgebrochen: Unbekannte demolieren 50 Kilogramm schweren Bronze-Hasen in Bad Aibling

Am helllichten Tag haben Unbekannte den Hasen vom Sockel gerissen und die Ohren abgebrochen. re
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Am helllichten Tag haben Unbekannte den Hasen vom Sockel gerissen und die Ohren abgebrochen. re
  • Ines Weinzierl
    VonInes Weinzierl
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Vandalismus am Skulpturenpfad im Bad Aiblinger Kurpark: Unbekannte sollen am Dienstag eine etwa 50 Kilo schwere Bronze-Skulptur vom Sockel gerissen haben. Beim Sturz wurden dem Hasen die Ohren abgebrochen. Die Polizei bittet um Hinweise zum Tatvorgang.

Bad Aibling –  Rund 25 Skulpturen befinden sich derzeit im Kurpark Bad Aibling. Zwei von ihnen – ein Bronze-Hase und eine Skulpturengruppe – haben Unbekannte jetzt zerstört, wie die Bad Aiblinger Polizei jetzt mitteilt. Es geschah am helllichten Tag, am Dienstag zwischen 8.30 und 16.30 Uhr. Die Figur eines Hasen des Künstlers Winfried Becker wurde in diesem Zeitraum vom Sockel gerissen.

Bis Dienstag stand der Hase des Künstlers Winfried Becker im Kurpark.

Obendrein wurden die Ohren der rund 50 Kilogramm schweren Bronze abgebrochen. Und das war nicht der erste Vorfall: Denn laut Polizei wurde in der vergangenen Woche eine Skulpturengruppe der Künstlerin Cornelia Hinkel im Kurpark angegangen. „Dort wurden mehrere Figuren durch Gewalt aus ihrer ursprünglichen Standform gebracht“, heißt es im Polizeibericht.

Kunstverein informiert Polizei

Den Skulpturenpfad hat der Bad Aiblinger Kunstverein initiiert. Die Vorsitzende Martina Thalmayr sagt auf Anfrage, dass ihr „das Herz in die Hose gefallen ist“, als sie von der Zerstörung gehört hat. Sie habe am Dienstagabend davon erfahren und sofort die Polizei informiert. Den Zeitraum konnte sie so genau eingrenzen, weil sie wusste, wann wer die Skulptur noch in Originalzustand gesehen habe und wann sie dann heruntergerissen war, sagt sie.

Vorsitzende ist fassungslos

Sie ist fassungslos: Sie kann diese Tat einfach nicht nachvollziehen, denn vielen Kurpark-Besuchern macht die Aktion unter freiem Himmel „große Freude“ – gerade in Corona-Zeiten. „Es ist eine große Frustration über die Tatsache, dass die Täter keinen Respekt vor der Freude der anderen haben“, so Thalmayr.

Skulptur mittlerweile in Galerie

Sie erklärt, dass die Skulpturen nicht versichert werden können. „Es gibt schlichtweg keine Versicherung dafür“ – und letztendlich werden mit der Zerstörung der Werke auch die Künstler finanziell massiv geschädigt. Der ramponierte Hase wurde noch am Dienstagabend in die Galerie gebracht. „Nicht, dass der noch in die Glonn geworfen wird“, sagt Thalmayr. Viele Bad Aiblinger wenden sich an sie und teilen ihr ihr Bedauern mit – „es ist riesig“.

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Der Künstler des Hasen, der eigentlich „B3“ heißt, ist Winfried Becker. Auch er ist schockiert ob des Vorfalls, sagt er auf Anfrage des Mangfall-Boten. Wie kann man sich an Kunst vergreifen, fragt er. „Die Täter haben wenig Respekt vor so einer Arbeit“, erklärt er. Wie lange er an der Skulptur gearbeitet hat, kann er nicht sagen, da er parallel immer an mehreren Werken tätig sei. Vandalismus im öffentlichen Raum ist ihm nicht unbekannt, er hat es schon mal bei einer Ausstellung in Köln erlebt.

Hase und Krokodil: Künstler schlägt Kameras vor

Neben seinem Hasen ist im Kurpark auch noch ein Krokodil von ihm ausgestellt. Es ist das erste Mal, dass er in Bad Aibling seine Kunst zeigt. Der Vandalismus schreckt ihn auch nicht ab, wieder der etwas zu zeigen. Und er sagt: „Man kann den Hasen reparieren.“ Er könne das zwar nicht selber, aber es sei möglich. Preislich beziffert er den Bronze-Hasen auf etwa 4200 Euro. Aber: „Mir wäre wohler, wenn Kameras dort aufgestellt würden.“

Bürger sollen Augen offen halten

Das sei nicht so leicht, erklärt Michael Fritz von der Bad Aiblinger Polizeiinspektion auf Anfrage. Und in einem Erholungsbereich wie dem Kurpark auch aktuell nicht vorstellbar, erklärt er. Vielmehr verweist er auf die „Augen der Bürger“. „Die sind für uns besonders wichtig.“

Auch diese Skulpturengruppe, hier im Originalzustand, von Cornelia Hinkel wurde beschädigt.

Und deshalb rät er den Kurpark-Besuchern, „sich lieber einmal zuviel zu melden, als einmal zu wenig“, so Michael Fritz. Falle jemandem „eine verdächtige Person auf, könne man auch ruhig die 110 wählen“. Wird denn der Bereich jetzt vermehrt bestreift? „Ja, auch die Sicherheitswacht ist im Kurpark unterwegs“, so Fritz.

Die Bad Aiblinger Polizei bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 0 80 61/9 07 30

www.kunstverein-bad-aibling.de.

Schau im öffentlichen Raum

Heuer wird die Kurstadt von Kunst im öffentlichen Raum durchzogen: Der Skulpturenpfad, der anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Kunstvereins Bad Aibling und des Jubiläumsjahrs der Stadt 2020 geplant war, findet heuer statt. Rund 30 Skulpturen und Objekte werden durch den Kurpark und Stadtpark führen. Künstler aus Bayern und Österreich haben ab Ende März Stück für Stück ihre Werke in Bad Aibling aufgestellt – und den Skulpturenpfad entstehen lassen. Weitere sollen folgen, auch Übersichtstafeln an allen Eingängen sind geplant. Zu sehen sind Arbeiten von Peter Pohl, Werner Pink, Inge Benninghoven, Frank Ludwig, Dietmar Schuster, Stefanie von Quast, Toni Stegmayer, Winfried Becker, Gerhard Passens, Andrea Matheisen, Marco Bruckner, Anton Kerscher, Cornelia Hinkel und Peter Schwenk. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Kunstvereins Bad Aibling unter der Adresse

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