Östlicher Kellerberg in Bad Aibling: Teil der Pläne nach Investoren-Insolvenz auf Eis

Über der Tiefgarage (Vordergrund) am Kellerberg soll ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen, die Stadt hat den Bauantrag bereits genehmigt. Doch für den Bereich mit den denkmalgeschützten Gebäuden dahinter stehen die Zeichen nach der Insolvenz der Eigentümerfirma wieder einmal auf Stillstand. Die Stadt hofft auf einen neuen Eigentümer, mit dem wieder Bewegung in die Entwicklung des Areals kommt.
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Über der Tiefgarage (Vordergrund) am Kellerberg soll ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen, die Stadt hat den Bauantrag bereits genehmigt. Doch für den Bereich mit den denkmalgeschützten Gebäuden dahinter stehen die Zeichen nach der Insolvenz der Eigentümerfirma wieder einmal auf Stillstand. Die Stadt hofft auf einen neuen Eigentümer, mit dem wieder Bewegung in die Entwicklung des Areals kommt.

Wie geht es mit den denkmalgeschützten Gebäuden und den Bauplänen im hinteren Bereich des Kellerberggeländes weiter, jetzt, da Kernunternehmen des Eigentümers German Property Group (früher Dolphin Trust) Insolvenz angemeldet haben? Die Stadt Bad Aibling sieht darin sogar eine Chance.

Von Eva Lagler

Bad Aibling – Nachdem seit rund zehn Jahren nie wirklich etwas vorangegangen war und nun auch die jüngsten Planungen (unter anderem mit einem Einkaufsmarkt) für den Bereich östlich des davon unabhängigen Projektes „Tiefgaragenbebauung“ wieder einmal auf Eis liegen, hoffe man, dass sich durch Versteigerung oder Verkauf ein neuer Eigentümer findet, der dort auch tatsächlich etwas voranbringt. Es gebe dafür sogar diverse Interessenten aus der Region, die bei der Stadt immer wieder diesbezüglich anfragten, sagen Bürgermeister Stephan Schlier und Stadtbaumeister Andreas Krämer.

„Eigentlich ganz positiv gestimmt“

Eigentlich sah es bis Ende des vergangenen Jahres noch recht gut aus. Der damalige Bürgermeister Felix Schwaller hatte dem Bauausschuss berichtet, dass sich Vertreter von Dolphin Trust und der Firma Auer Bau (die den vorderen Bereich über der Tiefgarage bebaut) bereits dahingehend abgestimmt hätten, wie die Bebauung möglichst sogar parallel durchgeführt werden könnte.

„Nachdem das Büro Labonte die Machbarkeitsstudie für das Areal von Dolphin Trust vorgestellt hatte, waren wir alle recht hoffnungsfroh“, sagt Krämer. Vor allem die Pläne, im östlichen Bereich einen Einkaufsmarkt unterzubringen und darüber Wohnungen sowie unterhalb eine zweigeschossige Tiefgarage zu errichten, waren im Bauausschuss sehr positiv aufgenommen worden (wir berichteten). Doch plötzlich sei der Kontakt mit den Ansprechpartnern in Berlin abgebrochen: „Telefonisch war niemand mehr zu erreichen, E-Mails wurden zwar gelesen, doch es kam nie mehr eine Antwort.“

Pläne liegen bei den Architekten auf Eis

Von Funkstille berichtet auch Architekt Ludwig Labonte (Labonte Architektur – Städtebau Rosenheim). Der letzte Kontakt habe nach Vorstellung der Machbarkeitsstudie stattgefunden. Dabei habe der Auftraggeber noch signalisiert: „Ja, wir wollen weitermachen.“ Auch die Rechnungen seien bezahlt worden. Ein Okay für den als nächsten Schritt zu erstellenden Vorhaben- und Erschließungsplan sei dann jedoch nicht mehr erfolgt. Seither lägen die Pläne auf Eis und man warte ab, ob noch etwas von Seiten der Gruppe komme, so Labonte. Von der Insolvenz habe er nur durch Medienberichte und die Stadtverwaltung erfahren.

Lösung mit Einkaufsmarkt erarbeitet

„Schade wäre es schon, wenn nichts mehr weiterginge“, meint Labonte, dessen Büro sich bereits seit 2010 mit dem Areal beschäftigt, 2014 den ersten Auftrag für eine Planung mit Wohn- und Gewerbenutzung sowie Kindergartenerweiterung von Dolphin erhalten und nach dem Änderungsbeschluss des Stadtrates auch die Einkaufsmarktlösung erarbeitet hatte.

Indessen ermittelt laut Berichten von Bayerischem und Hessischem Rundfunk sowie BBC inzwischen die Staatsanwaltschaft Hannover gegen die German Property Group wegen des Verdachts auf Anlagebetrugs. Inwieweit möglicherweise auch Immobilien des Unternehmens in Bayern betroffen sein könnten, dazu ist noch nichts Konkretes bekannt. „Es handelt sich um ein sehr unübersichtliches Firmengeflecht mit diversen Tochtergesellschaften, sodass es schwer ist, überhaupt herauszufinden, wer die Ansprechpartner sind“, so Schlier.

An Tiefgarage sollen bald Bagger anrollen

Positiv sei man indes gestimmt, was die Bebauung der Tiefgarage am Kellerberg angeht. Hier habe die Stadt den Bauantrag bereits genehmigt und rechne damit, dass nun auch das Landratsamt Rosenheim grünes Licht gebe. Gespräche über die Baustelleneinrichtung hätten bereits stattgefunden. Man sei sicher, dass diesmal wirklich bald die Bagger anrollen.

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