Ökologische Aufwertung der Mangfall in Bruckmühl – Umbau der Abstürze zu naturnahen Rampen

Mitten in der Mangfall steht der Bagger und verlegt die Wasserbausteine für die neue Sohlrampe. Baumann

Was macht ein Bagger mitten in der Mangfall? Diese Frage stellen sich derzeit so manche Spaziergänger auf dem Mangfalldamm im Gemeindegebiet Bruckmühl. Andreas Holderer vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim liefert die Erklärung.

Von Johann Baumann

Bruckmühl – „Die Mangfall wurde vor mehr als 100 Jahren ausgebaut und begradigt, um die Holztrift zur Saline Rosenheim zu erleichtern und um die Wasserkraft zu nutzen“, erklärt Andreas Holderer, der Abteilungsleiter für den Landkreis Miesbach, Rosenheim West und die Stadt Rosenheim. Dabei wurde der ehemals gewundene, verzweigte Lauf der Mangfall verkürzt, was zu einem höheren Gefälle und höheren Fließgeschwindigkeiten geführt hat.

Von Sohlabstürzen zu naturnahen Rampen

Um trotzdem die Kiessohle der Mangfall vor Erosion und Eintiefung zu schützen, hat man eine Vielzahl von Sohlabstürzen eingebaut. Diese Abstürze, die bis zu 1,5 Metern hoch sind, verhindern jedoch die ökologische Durchgängigkeit des Gewässers. Deshalb werden sie nun nach und nach vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim mit seiner Flussmeisterstelle Miesbach zu naturnah gestalteten Rampen umgebaut.

Gewässerdurchgängigkeit wieder hergestellt

„Damit wird die bislang unterbrochene Gewässerdurchgängigkeit für Fische und andere Wasserlebewesen wiederhergestellt“, erläuterte der Abteilungsleiter.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Die derzeitige Baumaßnahme ist eine von vielen bereits durchgeführten, aktuellen und geplanten Umbauten, die zu einer großflächigen Verbesserung der ökologischen Situation an der Mangfall beitragen, und die für den guten Gewässerzustand wesentlich sind. Mit den Arbeiten wird der Fluss an dieser Stelle naturnah gestaltet, und der Lebensraum für die Gewässerbewohner vergrößert.

Querriegel ersetzen Abstürze

Die alten Abstürze werden dabei durch niedrigere Querriegel aus Wasserbausteinen ersetzt. Zwischen den Riegeln entstehen Beckenstrukturen, die gewährleisten, dass Fische auch bei Niedrigwasser wandern können.

Ökologischer Zustand verbessert

Die Umbauten sind ein weiterer Schritt, um im Sinne der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie den ökologischen Zustand der Mangfall zu verbessern. „Je nach Witterung werden die Arbeiten etwa zwei Monate dauern“, so Andreas Holderer.

Temporäre Beeinträchtigungen

„Durch die Maßnahme sind vorübergehende Beeinträchtigungen für Spaziergänger und Radfahrer nicht auszuschließen“, so sein Hinweis. Wegen der Gefahren, die mit dem Baustellenbetrieb verbunden sind, sollten daher die Baustellenbereiche am Ufer gemieden und Absperrungen beachtet werden.

Gefahren werden gemindert

Neben der ökologischen Auswirkung bringt der Umbau der Abstürze auch eine nicht unwesentliche Gefahrenminderung mit sich. Durch die von den alten Abstürzen verursachten Wasserwalzen beziehungsweise Sogwirkungen sind seit 2008 bekanntlich mehrere Menschen an der Mangfall ums Leben gekommen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Nach dem Abschied kam der Abriss

Ein Brief kann helfen, wo Nähe und Berührungen nicht möglich sind

Kommentare