Neun Bad Feilnbacher Gemeinderäte verabschieden sich: „Früher gab‘s zur Sitzung ein Bier“

Abschied aus dem Gemeinderat: Bürgermeister Anton Wallner und sein Stellvertreter Josef Rauscher (von links) danken den ausscheidenden Gemeinderatsmitglieder Michael Wallner, Gerhard Mair, Agnes Pfeiffenthaler, Christian Weingast, Rupert Opperer, Christian Eder, Christian Weingast, Katrin Dostthaler und Christian Schlemer (ab Dritter von links). Strim

Mit der 100. und gleichzeitig letzten Arbeitssitzung endete die sechsjährige Legislaturperiode des amtierenden Bad Feilnbacher Gemeinderates im Saal des Dettendorfer Dorfgemeinschaftshauses. Neun Ratsmitglieder verabschiedeten sich in den kommunalpolitischen „Ruhestand“.

Bad Feilnbach – Zur ehrenvollen Verabschiedung von neun ausscheidenden Ratsmitgliedern hatte Bürgermeister Anton Wallner eigens seine Amtskette angelegt. Er würdigte in seiner Laudatio das Gemeinderatsgremium, das während seiner mittlerweile zweijährigen Amtszeit und davor mit Bürgermeister Hofer seine ganze Kraft zum Wohle der Gemeinde und seiner Bürger investiert habe. „Sie waren offen für neue Wege. Ohne Ihre innovativen Ideen wären manche umfangreichen Projekte und Vorhaben nicht umsetzbar gewesen“, zollte Wallner den Räten Respekt.

In sechs Jahren in Gemeinde viel bewegt

Durch vertrauensvolle Arbeit und mitmenschlichen Umgang sei in den Jahren 2014 bis 2020 in der Gemeinde Bad Feilnbach viel bewegt worden. Dies gelte für jene Ratsmitglieder, die in der nächsten Legislaturperiode wieder vertreten sein werden und erst recht für die Frauen und Männer, die während der vergangenen sechs Jahre und darüber hinaus Enormes geleistet hätten und nun ausscheiden. In Anerkennung für ihr Wirken erhielten die verabschiedeten Räte ein Gemeindewappen mit Urkunde.

Wichtiges Bindeglied für Au

Zu ihnen gehört Christian Schlemer (ÜW), der 2017 für Peter Menhofer (ÜW) nachrückte. Vertreten war das wichtige Bindeglied für Au im Rechnungsprüfungsausschuss.

Mit Herz und Leidenschaft

Als emotional und ehrlich in Wort und Engagement bezeichnete Wallner die Vertreterin der Opposition Katrin Dostthaler (SPD/Parteifreie). Ihr Herz und Leidenschaft während ihrer ersten und einzigen Amtsperiode galt der Jugend, nicht nur bei den Theaterern im Edelweißverein oder im Bob- und Schlittensport, sondern auch als Jugendbeauftragte.

Vierköpfige Frauenpower

Viele Ideen – vor allem im Bereich von Wirtschaft, Gastronomie, Marktgeschehen und aktuell im Corona-Lieferservice – stehen in Verbindung mit Agnes Pfeiffenthaler (ÜW), die seit 2014 vertreten war. Die Erfinderin des Feilnbacher Weibamarktes war nach Ansicht Wallners „eine wertvolle Bereicherung der vierköpfigen Frauenpower in unserem Gemeinderat“.

Gastwirt und Kommunalpolitiker

Rupert Weingast (ÜW) wertete die Jahre im Gemeinderat seit 2014 und seine Mitwirkung im Wirtschafts-, Kur- und Tourismus-Ausschuss (WKTA) als wichtiges Bindeglied zwischen traditionellem Gastronomiebetrieb in Kematen und verantwortungsvoller Gemeindepolitik.

Wichtiger Baustein für neue Ortsmitte

Einen wichtigen Baustein für die neue Ortsmitte in Gemeinderat und WKTA bildete Michael Wallner (CSU). Wertvolle und mittlerweile unverzichtbare Bereicherung im Rahmen der Neugestaltung und Belebung der Kufsteinerstraße mit Café „Stefanies“ als beliebten Treffpunkt basieren auf Ideen und Entwicklungskonzepten des Schreinermeisters, Arbeitgebers und Ausbilders.

Klare Sichtweise und Humor

Reichlich Energie investierte seit 2008 Christian Weingast (ÜW). „Was ihn als Ratsmitglied auszeichnete“, so Anton Wallner, „waren seine klare Sichtweise und sein Humor.“ Die beiden Amtsperioden wertete der Metzgermeister als eine Superzeit: „Im Gemeinderat seine Aufgaben wahrzunehmen, dazu gehört Hackeln und auch Streiten, aber am Ende eben immer auch ein gemeinsamen Nenner.“

Bewahrer von Umwelt und Natur

Seit 13 Jahren kennt Ruppert Opperer (CSU) Gemeinderatssitzungen mit angeregten Stunden und friedlichem Zusammenarbeiten. Der Landwirt aus Gottschalling „mit seinen grünen Ideen in seiner Amtszeit ein standhafter Mahner und Bewahrer von Umwelt und Natur“, würdigte ihn der Bürgermeister.

Soziale Unternehmersprache

18 Jahre Gemeinderat inklusive Bauausschuss kennzeichnen die verantwortungsvolle Gemeindepolitik von Gerhard Mair (CSU). Prägend für den Maurermeister „mit sozialer Unternehmersprache“, wie Wallner sagte, seien viele fachkundige Ideen sowie eine klare und strukturierte Sichtweise.

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Für Gerhard Mair sei die erste seiner drei Amtszeiten überwiegend Verwaltung gewesen, blickte er zurück. Mit Bürgermeister Hans Hofer sei neuer Schwung ins Gemeinderatsgetriebe gekommen. In den letzten sechs Jahren sei Power im Sinne des „Nicht gegeneinander, sondern miteinander Arbeitens“ geboten gewesen

Bad Feilnbacher Urgestein

Als ein echtes Bad Feilnbacher Urgestein verlässt Christian Eder (ÜW) nach 24 Jahren engagierten Wirkens das Gemeinderatsgremium. Ein Credo des Visionärs und Vordenkers war es, vor allem nach kritischen und diskussionsbehafteten Sitzungen „Dampf abzulassen, anschließend beim Bier zusammenzusitzen und die Ordnung in der Zusammenarbeit aller Fraktionen wiederherstellen“.

Ein Urgestein der Kommunalpolitik

Der leidenschaftliche Ökolandwirt, Obstbauer, Edelbrand-Sommelier, Gastgeber für „Urlaub auf dem Bauernhof“, Repräsentant der Gemeinde auf der „Grünen Woche“ und Mitglied im WKTA erlebte vier Bürgermeister. Gern erinnert sich Eder, der von 2002 bis 2008 auch Dritter Bürgermeister war, an die unzähligen Sitzungen, „in denen früher noch geraucht werden durfte und auch Bier in der Runde nicht fehlte“.

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