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Fehlender Haushaltsplan angemahnt

Neues Rathaus für Bad Feilnbach: Finanzierung des Siegerentwurfs ist offen

Nach wie vor eine Vision: Ein neues Rathaus, wie vom ersten Preisträger des Wettbewerbs im Entwurf vorgestellt, soll den Rathausplatz abrunden. So würde das Ensemble aussehen, wenn man vom Prechtl in Richtung Schwimmbad blickt.
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Nach wie vor eine Vision: Ein neues Rathaus, wie vom ersten Preisträger des Wettbewerbs im Entwurf vorgestellt, soll den Rathausplatz abrunden. So würde das Ensemble aussehen, wenn man vom Prechtl in Richtung Schwimmbad blickt.
  • VonPeter Strim
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Die Gemeinde Bad Feilnbach braucht ein neues Rathaus. Darin sind sich Bürgermeister Anton Wallner und die Gemeinderäte einig, auch wenn die Finanzierung noch offen ist. Der Siegerentwurf des Wettbewerbs kommt vom Münchner Planungsbüro „bogevischs buero“.

Bad Feilnbach – Völlig offen ist jedoch die Frage der Finanzierung des neuen Rathauses, denn der Haushaltsplan der Gemeinde wurde noch immer nicht beschlossen.

Dennoch gab das Gremium nach einer ausgiebigen Aussprache ein klares Bekenntnis ab: Ein neues Rathaus muss her. Deshalb wurde mit 13:7 Stimmen der Beschluss gefasst, an der Ostseite des bestehenden Rathauses nach den Entwürfen des Wettbewerbssiegers ein neues Gebäude zu errichten.

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Zuvor war der Antrag der Fraktionen ÜW, Bündnis90/Die Grünen und SPD/Parteifreie vom 22. Dezember einstimmig abgelehnt worden. Diese hatten den Vorschlag unterbreitet, das Rathaus nach Norden hin zu erweitern. Diese Idee lässt sich aber nicht realisieren, da dafür das Feuerwehrgerätehaus weichen müsste und es momentan keine Alternative für ein neues Gerätehaus gibt.

Neubau in Holzbauweise geplant

Wie ein neues Rathaus als Lückenschluss zwischen Bad Feilnbacher Ortsmitte und Rathausplatz aussehen könnte, erläuterten Hans-Peter Ritzer und Rainer Hofmann von „bogevischs buero“ mit der Präsentation des Siegerentwurfs. Dieser sieht einen Neubau in Holzbauweise vor – inklusive eines Holzdaches aus Weißtanne. Geprägt ist der Entwurf von Transparenz und viel Licht. Das Gebäude gliedert sich in Unter-, Erd- und ein Obergeschoss mit umlaufenden Balkonen.

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Nach Ansicht von Bürgermeister Wallner solle das Ensemble aus Neu- und Altbau den Dorfplatz abrunden und zu einem Zentrum gelebter Demokratie werden. Das bestehende Gebäude würde als „Haus des Gastes“ belassen und wäre künftig Anlaufpunkt für die Gäste der Gemeinde, die Volkshochschule und die Vereine.

Ausgiebige Diskussion über Für und Wider

So könnte das neue Rathaus wirken, wenn man vom Eingang des „alten“ Rathauses in Richtung Minigolfplatz schaut.

Die Diskussion im Gemeinderat war geprägt von Fragen nach der Notwendigkeit eines Rathausneubaus, den Kosten und der Finanzierung. Die Architekten erläuterten, dass es sich beim Preisträgermodell um einen ersten Entwurf handle, zu dem es noch keine Kostenermittlung geben könne. Monetäre Ansätze seien erst im Zuge detaillierter Planungen möglich – selbstverständlich in Abstimmung mit dem Gemeinderat.

Homeoffice ist keine Alternative

Ob Kosten und Nutzung betrachtet worden seien. Und ob aus der Erfahrung mit der Corona-Pandemie eine Erhebung des dauerhaften Homeoffice-Angebotes für Mitarbeiter stattgefunden habe, wollte Peter Menhofer (ÜW) wissen. Wichtig seien für ihn vor einer Entscheidung genauere Informationen und vor allem belastbare Zahlen.

Nach Informationen des Rathauschefs sei Homeoffice nicht sehr ausgeprägt. Viele Verwaltungsaufgaben wie beispielsweise im Passwesen seien nicht von zu Hause zu lösen. Zudem würden die Mitarbeiter die strengen Hygiene- und Abstandsregeln sowie Maskenpflicht in Kauf nehmen, um die soziale Komponente ihrer Arbeit zu bewahren.

Beschlossener Haushaltsplan fehlt

Wie Stephan Oberprieler (Bündnis90/Die Grünen) betonte, fehle ein beschlossener Haushaltsplan. Ein vorher gefasster Beschluss zum Rathausneubau würde die Gemeinde an ein Projekt binden, ohne dessen Kosten und die finanzielle Lage der Gemeinde zu kennen. Entsprechend könne er einem Beschlussvorschlag nicht zustimmen.

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Kostentransparenz erachtet auch Konrad Schwaiger (SPD/Parteifreie) für notwendig. Daher sei eine Entscheidung noch nicht möglich. Die „Vision Rathaus“ stellte auch Marinus Moser (ÜW) nicht infrage. Er begrüßte die Idee einer an die Situation angepassten flexiblen Raumplanung. Jedoch plädierte auch er für eine gültige Haushaltssatzung und einen konkreten Kostenvoranschlag für das neue Rathaus.

Votum gegen Sanierung des alten Rathauses

Gegen eine aufwendige Sanierung des alten Rathauses sprach sich Martin Huber (CSU) aus und merkte an, bei der Finanzierung des neuen Rathauses andere Pflichtaufgaben in der Gemeinde nicht zu vergessen. Nach Ansicht von Martin Kolb junior (CSU) dürfe bei der Beschlussfassung über ein neues Rathaus auch die finanzielle Entwicklung des Haushaltes infolge der Pandemie nicht außer Acht gelassen werden.

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Letztlich entschieden sich die Räte mehrheitlich mit einem 13:7-Votum für den Bau des neuen Rathauses. Welche Kosten damit auf die Gemeinde zukommen werden, muss nun im Zuge einer konkreten Projektierung ermittelt werden. Dafür muss der Gemeinderat dem Architekturbüro aber einen Auftrag erteilen. Das ist bislang noch nicht erfolgt, da der aktuelle Beschluss „nur“ als eine Willensbekundung des Gemeinderates anzusehen ist.

Ein Blick in die Historie

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in den Jahren 1972 und 1978 und der Zusammenlegung der Ortsteile Au, Kematen-Dettendorf, Feilnbach, Wiechs und Litzldorf zu einer Großgemeinde entstand am jetzigen Standort ein „Haus des Gastes“ als Rathaus. Das Gebäude entsprach dem damaligen Raumbedarf für vier Verwaltungsangestellte und Bürgermeister. Neben einer Einliegerwohnung war sogar noch Platz für das Hausmeisterehepaar.

Im Laufe der Jahre hat sich die Situation geändert: Mit der Gemeinde wuchsen auch Aufgaben und Anzahl der Verwaltungsmitarbeiter. Einlieger- und Hausmeisterwohnung wurden zu Büros umfunktioniert, und die Verantwortlichen begannen schon vor über zehn Jahren über eine „Vision Rathaus“ nachzudenken.

Unzumutbare Arbeitsbedingungen

Den langen Weg zur Neugestaltung der Bad Feilnbacher Ortsmitte bis zu einer möglichen Entscheidung des Gemeinderates rief auch Helge Dethof, Sachgebietsleiter für Bauen und Wohnen, in Erinnerung. Er führte den Anwesenden auch die aktuellen Tatsachen vor Augen: unzumutbare Arbeitsbedingungen für die Angestellten, mangelhafter Datenschutz und fehlende Barrierefreiheit.

Vom ersten Ideenwettbewerb über die Rahmenplanung Ortsmitte und Bürgerbeteiligungen bis zur Information über die Entscheidung für einen Siegerentwurf der Architekten und Stadtplaner GmbH „bogevischs buero“ seien zehn Jahre vergangen.

Eine Sanierung des Bestandsgebäudes mit Dacherhöhung, Vollwärme- und Brandschutz, Aufzug und anderen energetischen Veränderungen – verbunden mit der Auslagerung von Büros – ist nach derzeitigem Stand sehr teuer und nicht rentabel. Eine Minimalsanierung des jetzigen Rathaus-Gebäudes würde circa 2,3 Millionen Euro kosten – das ergab 2018 eine Grobschätzung. Die Kosten dürften seitdem gestiegen sein.

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