NEUES ANGEBOT FÜR DIE BÜRGER

So soll in Feldkirchen-Westerham gegen die Einsamkeit vorgegangen werden

Janine Karkosch (stehend) ist die Initiatorin der Aktion. Die ehrenamtlichen Telefon-Damen sind (im Uhrzeigersinn) Elvira Rypacek, Barbara Stiels, Regina Priller, Anne Amsbeck und Petra Fechnter.
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Janine Karkosch (stehend) ist die Initiatorin der Aktion. Die ehrenamtlichen Telefon-Damen sind (im Uhrzeigersinn) Elvira Rypacek, Barbara Stiels, Regina Priller, Anne Amsbeck und Petra Fechnter.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
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Ratschen gegen den Frust: Soziales Netzwerk und AWO starten Telefon-Aktion. Was dahinter steckt und an wen es sich richtet, lesen Sie hier.

Feldkirchen-Westerham – Eine „Nummer gegen Kummer“ ist es auch – aber nicht nur. Vielmehr soll das neue Angebot, das „Bürger-Ratsch-Telefon“, Bürgern zugute kommen, die einfach mal ratschen wollen. Denn gerade in Corona-Zeiten liegt das gesellschaftliche Leben brach: Es finden keine Vereinstreffen statt, keine Kaffee-Nachmittage – obendrein sind Eltern gestresst, da sie zuhause arbeiten müssen und auch die Kinder beim Homeschooling unterstützen müssen.

Und auch die Kinder und Jugendlichen leiden unter der Situation. Wenn sie also mal jemanden zum Reden brauchen, wählen sie die Telefonnummer an fünf Nachmittagen der Woche.

„Telefonate für Opa sind das Highlight“

Das Soziale Netzwerk ist der Initiator der Aktion. Janine Karkosch, Leiterin der Servicestelle, telefoniert in die Corona-Zeit oft mit ihrem Opa. „Für ihn waren diese Telefonate das Highlight.“ Deshalb wollte sie soetwas auch für Senioren in den Kommune auf den Weg bringen. Sie nahm Kontakt zum Ortsverein der AWO auf und zusammen setzten sie die Idee um.

Zunächst hatten sich die Initiatoren überlegt es ausschließlich für Senioren anzubieten – das ist aber vom Tisch. „Wir wollen es als übergreifendes Generationenprojekt“, so Karkosch. Schließlich seien derzeit alle Altersstufen irgendwie betroffen.

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Fünf ehrenamtliche Helfer – vier von der AWO, eine des Soziales Netzwerkes – übernehmen wöchentlich den Telefondienst. Dienstags bis samtags von 14 bis 17 Uhr sind sie am Telefon: Anne Amsbeck, Regina Priller, Elvira Rypacek, Barbara Stiels und Petra Fechnter sind die Frauen am anderen Ende der Leitung, wenn ein Bürger ratschen möchte oder auch Hilfe benötigt.

Auch ein Seelsorger dabei

Haben sie denn alles eine Ausbildung genossen? „Nein“, denn die seien ja alle gut vernetzt. Und wenn ein Anrufer bestimmte Hilfe benötigt werde er an die zuständigen Stellen verwiesen. Als Seelsorger konnte Harald Petersen, Pastoralreferent der katholischen Kirche, gewonnen werden.

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Was ist die Motivation der Telefon-Damen? „Ich habe bemerkt, dass viele Ältere geistig abbauen, vielleicht können wir das auffangen“, sagt Priller. „Der Bedarf ist da.“ Dem stimmt auch Amsbeck zu: „Ich habe seitens des AWO mal bei einigen älteren Mitgliedern angerufen. Sie haben sich sehr gefreut.“ Sie seien in dieser Zeit einfach sehr einsam, da ja alle Treffen wegfällen.

Alle Treffen fallen weg

„Genau“, sagt Stiels. „Die Cafeteria der AWO sei für viele das Highlight der Woche – aber das Treffen kann ja nicht stattfinden.“ Rypacek erklärt, dass sie einige Bürger beim Spazierengang getroffen habe und dann mit ihnen geratscht habe – darüber haben sie sich sehr gefreut, erklärt sie. Dieselbe Erfahrung habe auch Fechtner gemacht. Und deshalb wollen sie helfen, einfach mal ratschen mit den Bürgern – ob Groß oder klein.

Ob das Angebot angenommen wird, wird sich zeigen, so Karkosch. Wichtig ist ihnen allen, dass „wir zusammenhalten und es gemeinsam schaffen“.

So geht‘s:

Das „Bürger-Ratsch-Telefon“ wird ab sofort von Dienstag bis einschließlich Samstag von 14 bis 17 Uhr angeboten. „Es besteht aber auch die Möglichkeit, außerhalb dieser Zeiten einen Termin zu vereinbaren“, so Karkosch. Zu erreichen ist es unter den Telefonnummern 0 80 62/ 2 77 17 42 sowie unter 0163/ 8 83 86 38.

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