ZUWACHS IM NORDEN DER STADT

Neuer Einkaufsmarkt in Bad Aibling: Konzept wohnen und einkaufen

So könnte der neue Einkaufsmarkt mit darüberliegenden Wohnungen an der Ellmosener Straße aussehen. „Das ist nur ein Schaubild. Zunächst geht es darum, ob man sich ein Projekt in dieser Art dort vorstellen kann“, hatte Stadtbaumeister Andreas Krämer eingangs der Diskussion im Bauausschuss erklärt. Visualisierung Petzenhammer Architektur und Stadtplanung
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So könnte der neue Einkaufsmarkt mit darüberliegenden Wohnungen an der Ellmosener Straße aussehen. „Das ist nur ein Schaubild. Zunächst geht es darum, ob man sich ein Projekt in dieser Art dort vorstellen kann“, hatte Stadtbaumeister Andreas Krämer eingangs der Diskussion im Bauausschuss erklärt. Visualisierung Petzenhammer Architektur und Stadtplanung
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Ein neuer Supermarkt im Norden von Bad Aibling, auf dem zusätzlich auch noch Wohnungen entstehen. Dieses in der Stadt neue Konzept stieß in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses auf positives Echo.

Bad Aibling – : Mit 11:0 stellte das Gremium seine Zustimmung für die dafür erforderliche Änderung des Bebauungsplanes in Aussicht. Wichtigste Maßgabe: Im Vorfeld muss nachgewiesen werden, dass mit der Nutzung dieses Gebäudes insgesamt der Gebietscharakter „Mischgebiet“ (Wohnen und Gewerbe) an der Dieselstraße gewahrt bleibt. Dies ist laut Stadtverwaltung zwingend erforderlich, da im Norden ein echtes Gewerbegebiet angrenzt.

Standortsuche für Getränkemarkt

Konkret geht es in der Anfrage der MS Bau und Projektentwicklung GmbH um das Gelände, auf dem das ehemalige Gewerbegebäude der Firma TÜLL seit Jahren zu circa 70 Prozent leer steht. 30 Prozent der Fläche ist aktuell an einen Getränkemarkt vermietet. Der 2022 auslaufenden Mietvertrag soll den Angaben zufolge nicht verlängert, für den Mieter jedoch ein ähnliches Objekt in der Stadt gesucht werden.

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Auf dem Areal ist nun die Ansiedlung eines Vollsortimenters mit einer Verkaufs- und Nutzfläche von 1500 Quadratmetern geplant. Aus Vorabgesprächen mit der REWE-Gruppe und weiteren Nahversorgungsunternehmen gehe hervor, dass diese ein großes Interesse an diesem Standort und einer langfristigen Niederlassung haben, teilte MS mit. Damit sei ein Gewerbeanteil von mehr als 35 Prozent an der Gesamtnutzung sichergestellt.

Zugleich will man mit dem Projekt neue Wege gehen und über der Supermarktfläche Wohnungen auf drei Geschossen mit einer Wohnfläche von insgesamt 2800 Quadratmetern schaffen. Auch an eine Begrünung des Daches und der Fassade sei gedacht, teilte Stadtbaumeister Andreas Krämer dem Gremium mit.

Forderung: „Verkehrsprobleme gleich mitlösen“

Martina Thalmayr (Grüne) hielt es für wichtig, zeitgleich das Verkehrsproblem an der Thürhamer Straße anzupacken: „Das könnte jetzt die Chance sein, eine Lösung mittels Kreisel oder Ampel zu schaffen.“ Auch der ÜWG-Fraktion sei die Verkehrsregelung hier sehr wichtig, betonte Kirsten Hieble-Fritz. Die Stadt solle deshalb Gespräche mit dem Landratsamt Rosenheim wegen zu klärender Grundstücksangelegenheiten aufnehmen.

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In den Augen von SPD-Rat Richard Lechner liegt das Problem bei diesem Vorhaben darin, „dass hier ein Mischgebiet am Kippen ist“. Nach seinen Berechnungen liege der Anteil an Gewerbe im Moment bei 28,72 Prozent im Vergleich zu 71,28 Prozent Wohnnutzung. „Wir sollten im Beschluss festhalten, dass wir auf einem Gewerbeanteil von 30 Prozent bestehen“, forderte er. „Wir sind in diesem Zusammenhang auch den Gewerbetreibenden dort verpflichtet, dass sie in Ruhe weiterarbeiten dürfen“, fügte Erwin Kühnel (CSU) hinzu.

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Zugleich monierte er: „Da jubeln wir dem neuen Gesundheitszentrum am Kellerberg zu, dabei ziehen dort bloß Ärzte innerhalb von Bad Aibling um. An diesem Standort wäre mir als Gegenpunkt zu den Märkten im Norden und im Westen ein Einkaufszentrum wichtiger gewesen. Das Vorhaben an der Ellmosener Straße stärkt den Einzelhandel jedenfalls nicht.“

„Novum in der Stadt sehr begrüßenswert“

Während sich Bürgermeister Schlier in jedem Fall auch Synergieeffekte durch das Gesundheitszentrum verspricht, selbst wenn dort bereits in der Stadt ansässige Arztpraxen an einen Standort zusammenziehen, merkte Anita Fuchs (Grüne) an: „Jeder würde sich am Kellerberg einen Markt wünschen. Wir warten nun schon so lange darauf, aber man kann es halt nicht erzwingen.“ Sehr gut finde sie es hingegen, dass die Fläche über dem geplanten Supermarkt an der Ellmosener Straße für Wohnungen genutzt werden soll: „Das ist ein Novum in der Stadt.“

Stellplätze auch hier gezielt im Fokus

Wie bei allen Bauvorhaben im Stadtgebiet nimmt der Bauausschuss auch bei der geplanten Einkaufsmarkt-Ansiedlung an der Ellmosener Straße das Thema Stellplätze genau ins Visier. „Grundsätzlich kann ich mir vorstellen, dass dort etwas passiert, aber wir müssen genau schauen, was es ist“, meinte Florian Weber (Bayernpartei) bei den Beratungen vor allem in Hinblick auf die Parkplatzthematik. Hier hatten Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) und die Verwaltung bereits darauf hingewiesen, dass die erforderlichen Stellplätze alle in natura ausreichend anfahrbar sein und so auch ausgewiesen werden müssen.

Stellplätze auch in der Tiefgarage

Dazu erläutert die MS Bau und Projektentwicklung GmbH in der Projektbeschreibung: „Alle Kundenparkplätze werden gemäß Stellplatzsatzung ebenerdig im Freien, überwiegend als Außenstellplätze und teilweise als überdachte Stellplätze errichtet; Personalparkplätze werden an der südlichen Grundstücksgrenze innerhalb einer Schallschutzwand situiert. Die erforderlichen Stellplätze der Wohnnutzung werden gemäß Stellplatzsatzung in einer Tiefgarage unter dem Supermarkt und die Besucherstellplätze im Freien nachgewiesen.“

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