Neuer Anlauf gegen „weiße Flecke“ – Bruckmühl bemüht sich um Breitbandausbau

Leerrohre für Glasfaserleitungen sollen künftig bei jeder Tiefbaumaßnahme in der Marktgemeinde Bruckmühl mit verlegt werden, um so die baulichen Voraussetzungen für ein schnelles Internet zu schaffen. dpa
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Leerrohre für Glasfaserleitungen sollen künftig bei jeder Tiefbaumaßnahme in der Marktgemeinde Bruckmühl mit verlegt werden, um so die baulichen Voraussetzungen für ein schnelles Internet zu schaffen. dpa

Die Deutsche Telekom schließt Versorgungslücken nur, wenn es sich rechnet. Deshalb muss die Marktgemeinde einen Wirtschaftlichkeitsausgleich zahlen. Bei zwei Erschließungen waren das ganze 911900 Euro. Der Freistaat übernahm davon 506000 Euro. Bruckmühl steuerte 405900Euro aus dem haushalt dazu.

Von Kathrin Gerlach

Bruckmühl– Ein schnelles Internet ist ein Standortvorteil. Deshalb nimmt die Marktgemeinde Bruckmühl seit 2009 an Förderprogrammen teil, um auch die letzten Versorgungslücken in der Gemeinde zu schließen.

Ein Vorhaben, das nach elf Jahren fast unmöglich erscheint, denn die Telekom finanziert zwar einen überwiegenden Teil der Maßnahmen aus eigenen Mitteln, doch nur solange die Wirtschaftlichkeit gegeben ist. Die Förderprogramme sollen diese Deckungslücken schließen. Doch sie reichen nicht aus. Auch die Kommunen müssen sich finanziell beteiligen.

Bruckmühl beteiligt sich an den Kosten

So betrug die Wirtschaftlichkeitslücke der ersten Phase des Breitbandausbaus im Jahr 2011 in Bruckmühl 331 900 Euro. Die Marktgemeinde erhielt Fördermittel in Höhe von 100 000 Euro. 231 900 Euro steuerte sie aus dem Haushalt bei.

Mehr als eine halbe Million Zuschuss

Im zweiten Förderverfahren sollten die Lücken entlang des Siedlungsgebietes an der Mangfall geschlossen werden. Wieder schloss die Gemeinde auf Grundlage eines Vertrages mit der Telekom die Wirtschaftlichkeitslücke. Diese betrug 580 000 Euro – vom Freistaat gab es 406 000 Euro, die Marktgemeinde musste 174 000 Euro beitragen.

Dritter Anlauf scheitert an den Kosten

2019 ein dritter Anlauf. Diesmal sollten die unterversorgten Außenbereiche angeschlossen werden.

„Nach Abzug der Fördermittel hätte die Gemeinde pro Hausanschluss circa 23 000 Euro zuzahlen müssen. Das wären Kosten von mehr als zwei Millionen Euro gewesen.

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Eine nicht vertretbare Investition“, erläutert Weidner. Bruckmühl zog die Notbremse, stieg aus dem Förderprogramm aus.

Glasfaser bis zum Kunden

Endziel des vom Freistaat Bayern geplanten Ausbaus ist „Fiber to the home“ – ein flächendeckendes Glasfaser-Netz bis in die Häuser. Von den 1300 Vermittlungsstellen der Telekom in Bayern sind schon jetzt mehr als 90 Prozent mit Schnittstellen ausgestattet, die Glasfaser künftig bis in den Keller der Kunden ermöglichen würden.

Tiefbau treibt Kosten in die Höhe

Doch wie kommen die Kabel in die Häuser? „Die Kostentreiber sind die Tiefbauarbeiten“, erklärt Weidner. Würde Bruckmühl in Vorleistung gehen und im gesamten Gebiet Leerrohre verlegen, kämen Kosten von 42 Millionen Euro auf die Marktgemeinde zu.

Lehrrohre wo immer es geht

Deshalb versucht die Gemeinde jetzt, alle Bauherren zu sensibilisieren, im Zuge künftiger Bauarbeiten Leerrohre für Glasfaserkabel verlegen zu lassen, um so die Voraussetzungen für Hausanschlüsse zu schaffen, „wenn es dann mal soweit sein sollte“, erklärt Weidner.

Erkundungsverfahren zur Marktsituation

Zudem sollen die bestehenden „weißen Flecke“ über ein viertes Förderverfahren weiter geschlossen werden. Der Markt Bruckmühl führte dazu erneut ein Markterkundungsverfahren durch. Bis Ende 2020 könnte nach den Förderrichtlinien der Breitbandausbau für Bereiche bezuschusst werden, in denen die Übertragungsraten geringer als 30 Mbit/s im privaten beziehungsweise 200 Mbit/s im wirtschaftlichen Bereich sind.

Marktgemeinde ermittelt Ist-Versorgung

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass kein zweiter Anbieter vor Ort ist. Die Marktgemeinde hat dafür im Januar die Ist-Versorgung ermittelt und der Telekom damit detaillierte Informationen geliefert, wo nach wie vor Ausbaubedarf für ein schnelles Internet besteht. Konkrete Informationen und Karten finden sich auf der Homepage der Marktgemeinde unter https://www.bruckmuehl.de/buergerservice/ver-und-entsorgung/breitbandausbau/. Hier ist auch die Ist-Versorgung einsehbar. Auskunft über den Ausbaustatus gibt die Ausbaukarte der Deutschen Telekom unter https://www.telekom.de/zuhause/netz/breitbandausbau-deutschland.

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