BAU- UND UMWELTAUSSCHUSS BAD FEILNBACH

Ja zu neuen Wasserzählern

Für alle Haushalte der Gemeinde Bad Feilnbach, die an die kommunale Wasserversorgung angeschlossen sind, gibt es in den nächsten drei Jahren neue Zähler. Diesen Beschluss fasste der Bau- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung.

Bad Feilnbach – Die neuen Zähler bieten dabei gleich mehrere Vorteile: Das Ablesen der Zählerstände durch den Bürger entfällt, zudem ist die Gefahr einer Verkeimung des Wassers gebannt.

Seit über 15 Jahren sind im gemeindlichen Wassernetz Ringkolbenzähler im Einsatz, die aufgrund der Eichordnung alle sechs Jahre ausgetauscht werden müssen. In den vergangenen Jahren bestand die Möglichkeit, anstatt des kompletten Zählers nur die Kartusche auszutauschen. „Das ist zwar eine günstige Variante, entspricht aber wegen möglicher Kontamination mit ‚Pseudomonas aerugionosa‘, einem weit verbreiteten Umweltbakterium, nicht den hygienischen Anforderungen“, so die Begründung aus der Feilnbacher Verwaltung.

Daher bietet der Hersteller diese Kartuschen auch nicht mehr zum Verkauf an. Nun sind neue elektronische (magnetisch-induktive) Zähler auf dem Markt, die aufgrund ihrer Bauweise und dem Eichverfahren bis zu 15 Jahre beim Kunden eingebaut bleiben können.

In einer detaillierten Wirtschaftlichkeitsberechnung wurde dargelegt, dass durch die neuen Zähler in den Jahren 2016 bis 2018 eine enorme Kostensteigerung zu erwarten ist.

Ersparnis von 8000 Euro

„Auf die gesamte Laufzeit von 15 Jahren betrachtet, ergibt sich jedoch auch eine Ersparnis von etwa 8000 Euro netto“, führte Bürgermeister Hans Hofer aus. Bei den weiteren vorgestellten Varianten (Ringkolbenzähler mit und ohne Funkauslesung) ergäbe sich ein Defizit von rund 7000 Euro (ohne Funkauslesung) oder sogar 172 000 Euro bei der Ringkolbenvariante mit Funkauslesung.

Dennoch ergibt sich auch ein Nachteil für alle betroffenen Bürger. Nach der derzeit geltenden DIN-Vorschrift muss der Zähler spannungsfrei eingebaut sein, das heißt, es muss ein sogenannter Zählerbügel montiert sein. Normalerweise gelte hier ein Bestandsschutz, solange der Wasserzähler nicht getauscht werden muss. Da jedoch das bloße Auswechseln der Kartusche nicht mehr zulässig ist, betrifft dies alle Haushalte, die den Zählerbügel noch nicht montiert haben spätestens beim nächsten Zählertausch. Die Verwaltung schätzte, dass in rund 30 Prozent der Haushalte noch keine Zählerbügel vorhanden sind. Nach den allgemeinen Bedingungen für die Wasserversorgung der Gemeinde sind die Kosten dieses Bügels (etwa 420 Euro netto) von den Bürgern zu tragen.

Der größte Vorteil des neuen Zählers ist jedoch die Auslesung des Zählerstandes durch den Wassermeister.

Spezielles Auslesegerät

Das Ausfüllen von Zählerkarten entfällt dadurch. Der zuständige Mitarbeiter kann den Stand des Wasserzählers mit einem speziellen Auslesegerät empfangen, ohne das Gebäude dafür betreten zu müssen. „Somit werden zukünftig auch schwer zugängliche Wasserzähler erreicht, ohne dass die Kunden den Zähler aufwändig frei zugänglich machen müssen“, so die Stellungnahme der Verwaltung. Das Einlesen der Zählerstände in das Abrechnungsprogramm der Gemeinde erfolgt per Datenträger, so dass eine manuelle Eingabe nicht mehr erforderlich ist. Damit wird sowohl die Bearbeitungszeit als auch die Fehlerhäufigkeit durch falsches Übertragen, reduziert.

Mit einer Gegenstimme von Manfred Büttner (SPD/ Parteifrei), welcher der zugrunde gelegten Berechnung nicht sein volles Vertrauen schenkte, wurde in der Bau- und Umweltausschusssitzung beschlossen, dass in den nächsten drei Jahren alle Zähler auf das neue, keimfreie System umgestellt werden. Auch die Wasserverbrauchsgebühren sollen neu kalkuliert und bis Anfang 2017 angepasst werden.

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