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Heimatmuseum öffnet am Sonntag (5. September)

Neue Struktur in alten Aiblinger Mauern – Museum rüstet auf

„Mit der Schäffler-Stube können nur Senioren etwas anfangen“, so Museumsleiter Hans Michael Stratbücker. Deshalb soll ein neues Konzept für den Bereich im Erdgeschoss erarbeitet werden.
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„Mit der Schäffler-Stube können nur Senioren etwas anfangen“, so Museumsleiter Hans Michael Stratbücker. Deshalb soll ein neues Konzept für den Bereich im Erdgeschoss erarbeitet werden.
  • Ines Weinzierl
    VonInes Weinzierl
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Hereinspaziert: Das Bad Aiblinger Heimatmuseum öffnet am Sonntag, 5. September, nach rund einem Jahr Schließung seine historischen Türen.

Bad Aibling – Vor rund einem Jahr hatte Dr. Wolfgang Bloch, Zweiter Vorsitzender des des „Historischen Vereins der Stadt Bad Aibling und Umgebung“, erklärt, ein neues Konzept für den Bereich im Erdgeschoss auf den Weg zu bringen – auch deshalb sollte es geschlossen bleiben. Denn nach der Dachsanierung sowie aufwendigen Restaurierungsarbeiten 2019/2020 war es lediglich nach der Einweihung im September vergangenen Jahres an vier Wochenenden im Herbst geöffnet.

Vorstand ist sich nicht einig

Jetzt steht die Eröffnung an: Und ist jetzt alles in trockenen Tüchern und die Besucher können die Veränderungen im Erdgeschoss bewundern? „Nein“, sagt Museumsleiter Hans Michael Stratbücker auf Anfrage des Mangfall-Boten. Man habe zwar ein Konzept erstellt, „also die Struktur ist mehr oder weniger fertig, aber innerhalb des Vorstandes gibt es verschiedene Meinungen“, erklärt er. Deshalb wolle man jetzt auch die „Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern“ mit ins Boot holen. „Sie geben Tipps zur Umsetzung“, so Stratbücker.

Kosten auf rund 40 000 Euro geschätzt

Aber was soll genau verändert werden? Der größte Raum im Erdgeschoss, die sogenannte Schäffler-Stube, ist den Handwerkern gewidmet: An den Wänden hängen Zunftzeichen, Schlüssel und Schlösser, darunter stehen hölzerne Wannen, in den Vitrinen sind jede Menge Werkzeuge, wie Zirkel und Hobel. „Damit können eigentlich nur Besucher jenseits der 70 etwas anfangen “, so Stratbücker. Auch deshalb, um ein jüngeres Publikum anzusprechen, wolle man das Erdgeschoss verändern. Auch gleich nahe des Eingangs soll der historische Webstuhl samt Bauernschrank weichen – „soetwas haben wir ja alles im ersten Stock“.

Und das stimmt: Geht man die Treppen hinauf reihen sich Stube an Stube allesamt liebevoll eingerichtet mit Bauernschränken, Kleidung, Betten, und Wiegen. Die berühmteste Stube ist wohl die Kutterlinger Bauernstube, in der einst der Maler Wilhelm Leibl arbeitete.

Bronzezeit bis zur Industrialisierung

Aber zurück ins Erdgeschoss: Dort soll Struktur einziehen. Und so stellt sich der Vorstand vor, die Geschichte des Unteren Mangfalltales zu zeigen – „von der Bronzezeit bis zur Industrialisierung“, erklärt Stratbücker. Gibt es denn zu jeder Epoche Objekte, die man zeigen kann? „Jede Menge“, erklärt der Museumsleiter. Obendrein ziehe das eben auch Besucher aus dem Umland an, ist er überzeugt. Stratbücker kann sich in dem Schäffler-Raum auch wechselnde Ausstellungen vorstellen.

Finanzierung des neuen Konzeptes

Neben den ganzen Planungen hat der Vorstand auch die Finanzierung des neuen Konzeptes im Kopf: „Rund 40 000 Euro wird es wohl kosten.“ Er stellt sich beispielsweise Fototapeten vor, auf denen zu sehen ist wie es im Mangfalltal in Bronzezeit aussah, wie die Handwerker im 19. Jahrhundert hier gearbeitet haben und natürlich soll es auch eine Audio-Guide geben.

Aber diese ganzen Ideen sollen jetzt eben mit Experten der Landesstelle besprochen werden. Und wann das Konzept letztlich fertig ist und umgesetzt werden kann, steht noch nicht fest. Fest steht aber, dass die Besucher ab Sonntag jeden Sonntag das Heimatmuseum wieder besuchen können.

Sogar nach Berlin ausgeliehen

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Löffel, Gabel, Gläser und Teller: Eines der Höhepunkte im Bad Aiblinger Museum ist eine unscheinbare Tischplatte, die neben eine Truhe im ersten Stock gelehnt ist. „Sie wurde sogar schon einmal vom ,Jüdischen Museum‘ in Berlin ausgeliehen“, sagt Museumsleiter Hans Michael Stratbücker. Auf der quadratischen Holzplatte zeigt sich in der Mitte ein „christliches Zeichen“. Drumherum sind Besteck, Teller und Speisen herausgearbeitet. „Die Verbindung zwischen Religion und Nahrungsaufnahme ist etwas ganz Besonderes und vor allem sehr selten“, erklärt Stratbücker. Die Tischplatte stammt aus dem Jahre 1743 – das ist unter dem christliche Symbol eindeutig zu erkennen.

Öffnungszeiten

Das Heimatmuseum ist ab Sonntag, 5. September, wieder geöffnet. Die Öffnungszeiten sind sonntags von 14 bis 17 Uhr, teilt der Museumsleiter Hans Michael Stratbücker mit. Das Archiv hat montags und dienstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Es gilt die Maskenpflicht sowie die Beschränkung auf zehn Personen, denen der gleichzeitige Besuch gewährt werden kann. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

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