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Eine Lösung für viele Probleme

Neue Feldkirchener Mitte soll Begegnungsstätte werden und Schulerweiterung ermöglichen

So könnte sich das Ensembles aus Bücherei und Volkshochschule am Dorfplatz von Süd nach Nord einfügen. Neben der Bücherei soll hier die Volkshochschule eine neue Heimstatt finden. Ein kleines Café und öffentliche Toiletten sind ebenfalls geplant.
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So könnte sich das Ensemble aus Bücherei und Volkshochschule am Dorfplatz von Süd nach Nord einfügen. Neben der Bücherei soll hier die Volkshochschule eine neue Heimstatt finden. Ein kleines Café und öffentliche Toiletten sind ebenfalls geplant.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Die Anforderungen an die Gemeinde Feldkirchen-Westerham sind in vielerlei Hinsicht herausfordernd. Sie braucht eine vierzügige Grundschule, ab 2026 zusätzlichen Platz für die Ganztagsbetreuung sowie mehr Raum und zeitgemäßen Brandschutz für die Bücherei.

Feldkirchen-Westerham – Mit der Neugestaltung der Ortsmitte von Feldkirchen rund um den Dorfplatz könnten diese Probleme langfristig gelöst werden. Doch in den vergangenen Wochen wird Kritik an den Plänen laut.

Visionen für neues Bildungszentrum

Derzeit werden in der Gemeinde die ersten Ideen für eine vierzügige Grundschule gesammelt. „Noch sind es Visionen“, erklärt Bürgermeister Hans Schaberl vorab. „Doch eines ist klar: Die Geburtenrate steigt, die Grundschule ist jetzt schon zu klein, ab 2026 hat jeder Erstklässler einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung, ab 2029 jeder Grundschüler.“

Doch wie soll der Raumbedarf gelöst werden? „Langfristig brauchen wir die neue, vierzügige Grundschule“, so der Bürgermeister. Damit könnte das Ensemble aus Grund- und Mittelschule, Kultur- und Sportzentrum sowie Sportplatz neu gestaltet werden. „Mit dem Bau der Grundschule auf dem heutigen Sportplatz und der Verlagerung des Sportplatzes ins Zentrum des Schulzentrums könnten wir auch das Lärmproblem der Nachbarschaft lösen“, gibt Schaberl eine der ersten Ideen wieder.

Wo jetzt noch Baumbestand ist, kommen Mittel- und Neubau hin. Für frisches Grün wird gesorgt.

Dorfplatz als Treffpunkt

Doch das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen. Ehe wirkliche Pläne geschmiedet werden, und der Bau realisiert werden kann, wird noch viel Zeit vergehen. Eine Zwischenlösung muss also her: „Dafür würden sich ob der räumlichen Nähe die VHS-Räume im KuS anbieten. Während der Corona-Pandemie haben wir diese bereits für den Unterricht genutzt“, so Schaberl. Über kurz oder lang braucht die Volkshochschule also eine neue Heimat: „Ich sehe im neuen Ortszentrum die ideale Lösung. So schaffen wir mit VHS, Bücherei und der Musikschule in der Alten Post ein kulturelles Zentrum in Feldkirchen – als eine Ergänzung des Kultur- und Sportzentrums, das für große Veranstaltungen da ist“, sagt der Bürgermeister.

Im Frühjahr soll der Bau beginnen. Dass sich jetzt kritische Stimmen aus der Bevölkerung mehren und in der aktuellen Planungsphase sogar ein Moratorium angestrebt wird, kann der Bürgermeister nicht verstehen, denn: „Es ist alles fertig. Die Genehmigungsplanung liegt beim Landratsamt.“

Jetzt werden Proteste laut

Mit einem Moratorium – einem gesetzlich angeordneten Aufschub – würde sich das Projekt weiter verschieben. Schaberl dazu: „Ich habe Bedenken, dass wir aus der Städtebauförderung rausfliegen. Ohne die Umsetzung der drei geplanten Gebäude ist die Fördersumme von 2,5 Millionen Euro nicht abrufbar.“ Die Zuschüsse wurden bereits bewilligt, stehen bereit. „Nachdem wir schon Jahre über dieses Thema reden, sollten wir nun an einen Punkt kommen, endlich zu handeln.“ Der durch einen Aufschub oder eine Projektänderung zu erwartende Verlust lässt sich bereits in Zahlen fassen: „Wir haben schon 600.000 Euro für Planungen ausgegeben. Verlieren wir Zuschüsse in Höhe von 2,5 Millionen Euro, büßt unsere Gemeinde 3,1 Millionen Euro ein.“

Neben der Sanierung und Erweiterung der Bücherei sind im nördlichen Anbau neue Räume für die Volkshochschule geplant. Zudem kann die VHS die in der neuen Kindertagesstätte am Mareisring entstehenden Bewegungsräume nutzen. „Ein doppelter Gewinn, denn sie können tagsüber von Kindern und am Abend von Erwachsenen genutzt werden“, ist sich Bürgermeister Hans Schaberl sicher. Im neuen kulturellen Zentrum am Dorfplatz ist auch eine kleine Bühne geplant, die sich „ideal für die Veranstaltungen der VHS, Auftritte der Musikschule oder des VHS-Theaters eignet.“

Das kleine Café im Erdgeschoss des Anbaus soll den Dorfplatz beleben. „Direkt nebenan ist der Spielplatz. Eltern können hier in Ruhe einen Kaffee trinken und haben ihre Kinder im Blick, während sie spielen. Und auch für Friedhofsbesucher ist es ein Plus“, so Schaberl und macht klar: „Wir sehen das Café nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Gaststätten, sondern als eine sinnvolle Ergänzung.“

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Noch ein Problem wird der Neubau lösen: Im Mittelbau – er verbindet Bücherei und VHS-Trakt – wird eine öffentliche, barrierefreie Toilette angesiedelt. „Die fehlt im Zentrum bisher komplett. Momentan bezahlt die Gemeinde den Bistrobesitzern am Dorfplatz ein kleines Geld, damit sie die Leute aufs WC gehen lassen“, informiert der Bürgermeister.

Der Spielplatz wird von seinem heutigen Standort ein Stück weiter gen Norden verlagert und größer. Hier entsteht neben weiteren Grünflächen und Sitzgelegenheiten eine Spieleerlebniswelt. Links der Bücherei soll der zentrale Punkt des neuen Dorfplatzes mit einem erlebbaren Wasserspiel und großzügigem Außenbereich für Open-Air-Veranstaltungen wie Wochenmärkte zum neuen Treffpunkt des Ortes umgestaltet werden. Der Feldkirchener Bach soll zwischen Bücherei und Kirche begehbar gemacht werden und mit Sitzflächen zum Verweilen einladen.

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Über die Büchereierweiterung wurde jahrelang diskutiert, das Projekt sogar kurzzeitig auf Eis gelegt und im Juni 2020 wieder auf die Tagesordnung gehoben. „Ich habe immer wieder in der Regierung Oberbayerns persönlich vorgesprochen, um gewünschte Änderungen wie die Umnutzung der im Anbau geplanten Wohnungen in Räume für die VHS oder die Verringerung der Kubatur um 60 Zentimeter abzusprechen, damit wir die Städtebauförderung nicht einbüßen“, erklärt Schaberl.

Am 29. Juni wurde die Entwurfsplanung für die neue Ortsmitte vom Gemeinderat mit 15:7 Stimmen auf den Weg gebracht.

Fakten zur Planung der Ortsmitte

  • Die neue Feldkirchener Mitte erstreckt sich von der Alten Post und dem Seniorenzentrum Vitalis im Westen bis über die Kirche im Osten sowie von den Parkplätzen im Norden bis zu Kindergarten und Eisdiele an der Salzstraße im Süden.
  • Die konkrete Umsetzung erfolgt im Rahmen eines städtebaulichen Gesamtkonzeptes, in das perspektivisch auch die Staatsstraße eingebunden wird.
  • Das vorliegende Konzept für die Gestaltung der Ortsmitte wurde im Rahmen eines europaweit ausgeschriebenen Wettbewerbes von einer Jury als bester Entwurf ausgewählt. Zur Jury gehörten auch Bürgermeister und Gemeinderäte.
  • Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf 8,8 Millionen Euro. Aufgeschlüsselt sind das 1,1 Millionen Euro für die Bestandssanierung der Bücherei, 2,0 Millionen Euro für den Neubau der Bücherei, 4,5 Millionen Euro für den Neubau von Volkshochschule und Bistrocafé, 1,1 Millionen Euro für die komplette Neugestaltung der Freiflächen.
  • Die Genehmigungsplanung liegt dem Landratsamt zur Genehmigung vor. Baubeginn ist im Frühjahr 2022 geplant. Im Sommer 2023 soll die neue Ortsmitte eingeweiht werden.

Nähere Informationen zum Projekt gibt es auf der Homepage der Gemeinde unter https://feldkirchen-westerham.de. Außerdem werden auf der Bürgerversammlung am Donnerstag, 14. Oktober, ab 19 Uhr, im KuS, Infotafeln präsentiert und Fragen beantwortet.

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