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"Nächster Halt Hauptbahnhof"

Diesen Meridian-Netzplan stellten Vertreter der Veolia Verkehr jetzt im Stadtrat vor.

Bad Aibling - Mit der Bahn von Bad Aibling zum Hauptbahnhof München ohne umzusteigen - das soll ab Dezember 2013 möglich sein.

Vertreter der Veolia Verkehr, die künftig das sogenannte E-Netz Rosenheim unter dem Namen Meridian betreiben und damit die DB Regio im Personennahverkehr auf der Schiene ablösen wird, wird, stellten in der jüngsten Sitzung des Aiblinger Stadtrates das geplante Konzept vor.

"Flirt" (Flinker leichter innovativer Regiona-Triebzug) heißen diese neuen Züge. Sie verkehren, wie Veolia-Geschäftsentwicklungsleiter Jörg Frank-Marquardt erläuterte, ab 15. Dezember 2013 im Stundentakt zwischen Holzkirchen und Rosenheim. Neu hinzu komme im erweiterten Berufsverkehr ebenfalls ein Stundentakt München Hauptbahnhof- Holzkirchen-Rosenheim, was eine umsteigefreie Verbindung zwischen München und Mangfalltal bedeute.

Als Ersatz für die aktuelle S 27 werden die Züge von 5 bis 20 Uhr künftig ebenfalls stündlich zwischen München Hauptbahnhof-Deisenhofen verkehren. "Durch Überlagerung der Linien im erweiterten Berufsverkehr ergeben sich Halbstundentakte für Holzkirchen-Rosenheim und München-Deisenhofen", erklärte Frank-Marquardt. An Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen gebe es einen Stundentakt der Mangfalltalbahn Holzkirchen-Rosenheim.

Zu der direkten Verbindung zwischen München und Salzburg, die im Berufsverkehr noch verdichtet werden soll, komme ein weiteres Novum hinzu: Zwischen München Ost und Rosenheim seien die Züge überwiegend als Express - ohne Halt an den "Unterwegsbahnhöfen" - in Betrieb.

In Rosenheim nicht mehr umsteigen müssen laut Frank-Marquardt die Meridian-Fahrgäste, die ab Dezember 2013 zwischen München und Kufstein unterwegs sind: Hier will Veolia eine stündliche (im Berufsverkehr verdichtete) Direktverbindung anbieten. Zusätzlich gibt es aber auch eine Verbindung zwischen den beiden Städten mit Halt an allen Unterwegsbahnhöfen. "Dadurch werden alle Bahnhöfe zwischen München Ost und Rosenheim ganztags mindestens einmal pro Stunde bedient", so Frank-Marquardt.

Derzeit befindet sich die Marke Meridian dem Veolia-Vertreter zufolge noch im Entwicklungsstadium. Unter anderem sind noch Abstimmungen mit Aufgabenträgern und Verkehrsunternehmen erforderlich, um möglichst gute Anschlüsse zu Buslinien zu erzielen, wie es sie im Schienenverkehr auch geben werde.

Hier nannte Betriebsplaner Dietmar Strobel unter anderem die regelmäßig vertakteten Anschlüsse an die S-Bahn Kreuzstraße oder an das Oberlandnetz ab Holzkirchen. Auch für die Mangfalltalbahn gebe es von Montag bis Freitag vertaktete Anschlüsse, beispielsweise Deisenhofen, S-Bahn München über Innenstadt bis Mammendorf oder München-Solln, S-Bahn Richtung Wolfratshausen und München-Pasing.

Noch nichts sagen konnte Frank-Marquardt zum Tarifsystem und Vertrieb. Daran werde noch gearbeitet, ebenso an den Reservierungsmöglichkeiten. Fahrscheine könnten beim Personal unter anderem in Rosenheim, Bad Aibling und Holzkirchen erworben werden. Überdies sollen benutzerfreundliche Meridian-Automaten an allen Bahnhöfen und Haltepunkten aufgestellt sowie Online-Reservierungen ermöglicht werden.

Die Begleitquote in den Zügen auf der Strecken München-Salzburg und -Kufstein bezifferte Frank-Marquardt auf 100 Prozent, teilweise solle es zwei Fahrgastbetreuer geben. "Aufpreisfreies Nachlösen im Zug wird möglich sein", versicherte er den Stadträten. In den Zügen der Mangfalltalbahn werde die Begleitquote bei über 50 Prozent liegen. Ab etwa 19 Uhr soll es dort Fahrgastbetreuer in allen Zügen geben. In Rosenheim sei ein eigenes Kundencenter sowie in Bad Aibling eine Kartenverkaufsstelle geplant, kündigte Frank-Marquardt an.

Insgesamt umfasst die Velio Verkehr Region Süd die Nahverkehrsleistungen im Freistaat Bayern. Im Schienenpersonennahverkehr ist sie mit den Marken Bayerische Oberlandbahn und Bayerische Regiobahn unterwegs, sowie in München und Umgebung mit Bussen des Unternehmens Griensteidl. Pro Jahr, so gibt das Unternehmen an, werden in der Region Süd rund acht Millionen Fahrgäste befördert. Im Dezember 2013 kommt das E-Netz Rosenheim Meridian hinzu. Dafür hatte Veolia nach der europaweiten Ausschreibung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft 2010 den Zuschlag erhalten. Das Unternehmen sei rein privat, mit französischer Konzernmutter, aber "extrem regional aufgestellt", betonte Frank-Marquardt: "Die Entscheider sitzen in Holzkirchen und Berlin."

Gebühren für Schienennutzung

Wie Frank-Marquardt und Strobel erklärten, habe Meridian nichts mit der Infrastrukur zu tun: "Wir sind rein mit den Zügen auf den Schienen unterwegs, so wie wenn wir mit einem Auto auf öffentlichen Straßen fahren würden." Man zahle Benutzungsgebühren auf den Strecken der DB und ÖBB sowie Stationsgebühren an jedem Halt. Zudem sei man gezwungen, die Energie von der DB zu beziehen.

Auf Nachfrage von Rudi Gebhardt (ÜWG), der sich besorgt zeigte, ob durch die erhöhte Verkehrsdichte noch längere Schließzeiten als bisher an den Schranken ergäben, erklärte Frank-Marquardt, auf diese Zeiten keinen Einfluss zu haben.

Bis zu 999 Sitzplätze für eine Strecke

Insgesamt 35 elektrische, einstöckige Triebzüge werden auf dem Streckennetz mit einem Volumen von bis zu 5,2 Millionen Zugkilometern pro Jahr unterwegs sein. Dabei handelt es sich zum einen um sieben Züge (dreiteilig) mit 158 Sitzplätzen, zwölf Fahrradplätzen in Mehrzweckbereichen sowie zwei Toiletten. Die 28 anderen Triebzüge sind sechsteilig, sie verfügen über je 333 Sitzplätze, 30 Fahrradplätze sowie vier Toiletten. Zudem gebe es unter anderem Rampen und Hublifte als Einstiegshilfen, passend für alle im Netz vorkommenden Bahnsteighöhen zwischen 20 und 96 Zentimetern.

Laut Frank-Marquardt besteht auch die Möglichkeit zur Bildung von Mehrfachtraktionen mit bis zu 999 Sitzplätzen, die bei Bedarf beispielsweise auf der Strecke München-Rosenheim-Salzburg zum Einsatz kommen. Doppeltraktionen der Sechsteiler sollen regelmäßig auf der Strecke München-Salzburg und München-Kufstein eingesetzt werden. Als Vergleich führte Frank-Marquardt die aktuellen Standard-Regio-Doppelstockzüge der Deutschen Bahn mit zirka 660 Sitzplätzen an.

Eva Langwieder

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