Nächste Woche gibt‘s die Schlüssel für den Jugendtreff

Deniz Celik

Bruckmühl. – Das Jugendcafé in Heufeld ist noch bis zum Ende der Osterferien geschlossen.

Ob es danach wieder öffnen kann, wird sich nach den bayernweit erhofften Lockerungen der Alltagsbeschränkungen richten. Trotzdem stehen die Bruckmühler Jugendlichen auch jetzt nicht allein da. Deniz Celik hält als Ansprechpartner über die sozialen Medien Kontakt zu ihnen und ist auch unter 01 60/97 94 04 74 für persönliche Gespräche erreichbar. „Zudem bin ich gerade dabei, über Discord einen virtuellen Jugendtreff aufzubauen“, erläutert Celik. Der Onlinedienst eignet sich für Chats, Sprach- und Videokonferenzen, aber auch für Computerspiele. „Eines der Probleme, die die Jugendlichen gerade bewegen, ist die Flut an Unterrichtsaufgaben, die sie jetzt allein bewältigen müssen“, berichtet der Sozialarbeiter. Vor allem jene, denen das Lernen nicht so leicht falle, hätten damit ihre Sorgen. „Wenn konkrete Nachfragen kommen, könnte ich auch eine Hausaufgabenhilfe organisieren“, erklärt Celik. Ein weiteres Problem der Jugendlichen bringen die Alltagseinschränkungen mit sich: Sie können sich nicht mehr treffen. Langeweile macht sich breit. „Also treffen wir uns zu Online-Brettspielen“, beschreibt der 24-Jährige. Die Gefahr, dass die Corona-Krise zur Zunahme häuslicher Gewalt führen könnte, hat auch der Bruckmühler Sozial arbeiter im Blick. „Bisher hat sich damit noch keiner an mich gewandt“, informiert er. Trotzdem hat er auf Instagram entsprechende Informationen und die Kontakte zu Beratungsstellen gepostet.

In der kommenden Woche ist Schlüsselübergabe für den neuen Jugendtreff im BRK-Gebäude in der Krankenhausstraße. Hier stehen den Jugendlichen barrierefreie Räume von 150 Quadratmetern und dazu eine 40 Quadratmeter große Terrasse zur Verfügung. Die Marktgemeinde zahlt nicht nur die Miete und den Mammutanteil der Personalkosten, sondern gibt auch 50 000 Euro zur Inneneinrichtung dazu. Die künftigen Nutzer dürfen dabei ihrer Kreativität freien Lauf lassen. „Bisher stehen eine Theke, eine Chillecke und ein großer Fernseher auf der Wunschliste“, erklärt Deniz. Doch viel Zeit war auch noch nicht, um Ideen zusammenzutragen. Zudem, so weiß der Sozialarbeiter, „sind es die Jugendlichen gar nicht gewöhnt, wirklich so viel mitentscheiden zu dürfen. Und jetzt ist es natürlich extrem erschwert, sich gemeinsam Gedanken zu machen.“ Trotzdem greift Celik in der Einrichtung des neuen Treffpunktes den Jugendlichen nicht vor. „Das wäre nicht sinnvoll, denn sie sollen sich dort ab dem 1. September wohlfühlen.“ Bei der Auswahl von Küche und Theke haben sie ihr Mitspracherecht nun schon praktizieren dürfen. Bestellt wurde das „erste große Möbelstück“ bereits. In circa acht Wochen wird die Lieferung erwartet. Leonhard Ranner, der als Hausmeister der Heufelder Schule für sein handwerkliches Geschick bekannt ist, baut es in den Jugendtreff ein. Wenn es Corona erlaubt, vielleicht sogar mit der Hilfe der Jugendlichen. Eigentlich sollte Deniz Celik schon seit 1. April von einem zweiten Sozialpädagogen unterstützt werden. Bewerbungen für die Stelle sind im AWO-Kreisverband eingegangen. Bewerbungsgespräche können derzeit aber nicht stattfinden. ka

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