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NACHRUF

Marianne Köll, die gute Seele des Gasthofes zum Moar, ist heimgegangen

Marianne Köll
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Marianne Köll

Gesellig, zupackend, sympathisch: Mehr als ein halbes Jahrhundert lang bewirtete Marianne Köll Pilger im Wallfahrtsort Wilparting. Am 23. April ist die Wirtin des Gasthofes zum Moar in Wilparting im Alter von 74 Jahren verstorben.

Wilparting – In den Privatzimmern des stattlichen Bauernhauses, in das sie 1967 eingeheiratet hatte, bewirtete Marianna Köll ihre Gäste zuerst provisorisch. Dann in dem Café, das die gelernte Hauswirtschafterin 1992 eröffnete – und schließlich im Gasthof zum Moar, den sie durch einen Umbau des Cafés geschaffen hatte. Marianne Köll war die Seele des Hauses – charmante Gastgeberin, tüchtige Bäuerin, Bäckerin ausgezeichneter Torten, Kuchen, Schneeballen und herzhafter Striezel.

Mann beim Tanz kennengelernt

Marianne Köll wurde am 6. November 1946 als Tochter von Barbara und Sepp Impler in Kematen geboren. Sie hatte drei Geschwister. Ihren Mann Franz Xaver heiratete sie am 17. Oktober 1967 in Wilparting – die beiden lernten sich auf dem Tanzboden kennen. 54 Jahre war das Paar verheiratet – ihr Zusammenhalt, ihre Liebe zueinander und ihr Verständnis füreinander waren den drei Töchtern und zwei Söhnen Anker und Vorbild zugleich. Ihr Mann konnte sich stets auf die Rückendeckung und Unterstützung seiner Frau verlassen.

+++ Todesanzeigen finden Sie auf unserem Trauerportal. Weitere Nachrufe aus der Region finden Sie hier. +++

Marianne Köll arbeitete im landwirtschaftlichen Betrieb der Familie, kümmerte sich unter anderem um die Milchkühe. In den Ferien war der Bauernhof voll von Gästen, die hier ihren Urlaub verbrachten. Marianne Köll sorgte dafür, dass Ferienwohnungen und Übernachtungszimmer blitzblank und gemütlich waren.

Zu den Urlaubern kamen die vielen Pilger, die die Wallfahrtskirche St. Marinus und Anian täglich anzog. Sie versorgte die Wallfahrer mit Würsten und Bier – und spannte die ganze Familie bei der Bewirtung ein. Schließlich waren es Pilgerbusse, die jedes Jahr nach Wilparting kamen. Die vielen Besucher brauchten einen Ort, um ihre Notdurft zu verrichten – und klopften bei den Kölls an. Dass es keine öffentliche Toilette in der Nähe der Wallfahrtskirche gab, war eine Belastung für die Familie und Anlass für Marianne Köll, ein Café zu eröffnen – ohnehin ein lang gehegter Traum.

Hier finden Sie Informationen aus dem Mangfalltal.

Nahezu jeder Geistliche von Rang und Namen war hier zu Gast. Unter anderem Kardinal Josef Ratzinger, der spätere Papst Benedikt, genoss Marianne Kölls berühmtes Schmalzgebäck. Jede Woche fanden in der barocken Kirche Hochzeiten, Taufen und Führungen statt. Die Anmeldungen liefen über ihren Mann, den Mesner. Freilich kehrten die Gesellschaften dann auch in Marianne Kölls Gasthof ein, wo sie sich bayerische Küche schmecken ließen.

In der Umgebung bekannt war der sogenannte Mareisdog am 15. November, das Patrozinium von Marinus und Anian: Jeder, der in der Familie einen Anian oder Marinus hatte, pilgerte an diesem Tag nach Wilparting. Bereits zwei Wochen vorher bereitete sich Marianne Köll auf den Ansturm vor, kochte, putzte und räumte um, damit jeder Platz fand. Nach der Eröffnung des Cafés ließ sich der Mareisdog freilich leichter stemmen, hatte die Familie doch endlich einen Schankbereich und eine Großküche.

Busreisen als Höhepunkte

Die viele Arbeit ließ Marianne Köll kaum Gelegenheit zum Durchschnaufen. Gelegentlich aber gönnte sie sich mit ihrem Mann eine Busreise. Unter anderem besuchte das Paar Südtirol, die Steiermark und die Toskana. Der schiefe Turm von Pisa, Florenz, aber vor allem das Meer begeisterten Marianne Köll sehr.

Wie gern hätte sie mit ihrem Mann noch einmal an die Nordsee fahren wollen. Diesen Traum konnte sie sich nicht mehr erfüllen: Am 23. April ist die tiefgläubige Bäuerin nach langer und schwerer Krebskrankheit heimgegangen zu ihrem Herrgott. Sie hinterlässt ihren Mann Franz Xaver, fünf Kinder, 18 Enkel und vier Urenkel, denen sie eine liebevolle Oma war.

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