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Vater von vier Kindern

Leidenschaft Orchideen: Bad Aiblinger Gärtner Günther Demmel stirbt mit 85 Jahren

Günther Demmel ist mit 85 Jahren gestorben.
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Günther Demmel ist mit 85 Jahren gestorben.

Der bekannte Bad Aiblinger Gärtner ist am 15. April im Alter von 85 Jahren gestorben. Er hinterlässt vier Kinder und seine Lebensgefährtin. Was den Orchideen-Experte ausmachte und wofür er vor ein paar Jahren sogar ein Patent anmeldete.

Bad Aibling – „Die Blume geht zugrunde, aber der Samen bleibt zurück und liegt uns vor, geheimnisvoll wie die Ewigkeit des Lebens.“ Treffender hätten die Worte nicht gewählt sein können, die die Traueranzeige von Günther Demmel einleiten. Der bekannte Bad Aiblinger Gärtner ist am 15. April im Alter von 85 Jahren gestorben.

40 Jahre Leidenschaft für Orchideen

Bekannt war Demmel unter anderem für seine große Leidenschaft für Orchideen, die über 40 Jahre währte. Diese hatten ihn in nahezu alle Teile der Welt geführt – um Neues zu entdecken, das Umfeld der Pflanzen zu studieren, sich auszutauschen und um zu Hause zu „experimentieren“. Fast jede Woche hielt er Vorträge, beantwortete unzählige Fragen und schrieb Ratgeber.

Sein Geschäft hatte der Gärtner vor einigen Jahren aufgegeben. Doch der Ruhestand war ihm letztlich doch zu ruhig. Ohne die Arbeit mit den Pflanzen fehlte einfach etwas, erzählte er den OVB-Heimatzeitungen im Jahre 2017. „Mir war auch geraten worden, aus gesundheitlichen Gründen kürzer zu treten. Aber erst, als ich mit meinem neuen Projekt anfing, ging es mir wieder besser“, erzählte der Privatier damals mit unvermindertem Elan.

Günther Demmel entwickelte einen „Wandgarten“

Denn für die Experimente mit einem „Wandgarten“ hatte er in seinem Berufsleben zu wenig Zeit. „Die klassischen Blumenfenster, in denen Orchideen stehen, gibt es kaum noch und viele haben mit der Suche nach dem richtigen Standort für die empfindliche Pflanze ein Problem“, hatte er damals gesagt. Auch deshalb entwickelte er die Idee für den blühenden Wandschmuck und meldete vor rund fünf Jahren ein entsprechendes Patent an.

Für seinen seine besondere Idee, Orchideen einzupflanzen, meldete Günther Demmel sogar ein Patent an.

Damals sagte er dazu: „Ich verstehe selbst nicht, warum ich erst jetzt darauf gekommen bin.“ Sein tropischer Wandgarten besteht aus einer mit einer Ziegenhaarmatte bespannten und an die Wand geschraubten Holzplatte mit abnehmbarer Edelstahlkonstruktion, gefüllt mit einem speziellen Substrat. Das Besondere: Ein Ventil am Boden des Edelstahlkastens. So kann man die Pflanzen kräftig gießen, wenn sich die Wurzeln vollgesaugt haben, öffnet man das Ventil und lässt das überschüssige Wasser dadurch ab. Mit Demmels Erfindung können verblühte Orchideen nach zwei bis drei Monaten wieder blühen und vor allem ein bis zwei Jahre ohne Umtopfen weiterwachsen, weil die Wurzeln sich durch den Sauerstoff ständig verjüngen und nicht die Gefahr besteht, dass sie faulen.

Erinnerungen an bekannten Aiblinger

Neben seiner Erfindung, die immer wieder perfektioniert wurde, bleiben viele Erinnerungen an einen bekannten Aiblinger. „Sein gesamtes Gärtnerleben war geprägt von der Suche nach dem Besonderen“, erzählt Sohn Rüdiger Demme auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. Er sei zudem interessiert gewesen am „gesamten Zyklus einer Pflanze“, von der Befruchtung über die Aufzucht bis hin zur neuen Blüte.

In letzter Zeit, so Rüdiger Demmel, sei der Zustand seines Vaters „sehr wechselhaft“ gewesen. „Er war aber immer wieder gut auf den Beinen, voller Energie, wie man ihn kannte.“ Wer ihm auf der Straße begegnete, hätte ihn immer voller Lebensfreude wahrgenommen. Allerdings habe auch die Kraft an vielen Tagen nicht mehr recht ausgereicht. So habe er immer wieder an Kreislaufschwäche gelitten. Auch mit einer Lungenerkrankung hatte er zu kämpfen, die ihn in den vergangenen Jahren viel Kraft gekostet habe. Günther Demmel hinterlässt vier Kinder und seine Lebensgefährtin.

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