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Katharina Wieser verstirbt mit 85

Götting trauert um „Schwoaga-Kathi“

So kannte man die Kathi: Mit einem frisch eingeschenkten Weißbier für die Gäste.
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So kannte man die Kathi: Mit einem frisch eingeschenkten Weißbier für die Gäste.
  • VonJohann Baumann
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Auch ohne Corona-Abstände hätte die Pfarrkirche St. Michael in Götting die Besucher des Trauergottesdienstes für die nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 85 Jahren verstorbene Katharina Wieser wohl kaum fassen können – schier das ganze Dorf nahm Abschied von der „Schwoaga-Kathi“.

Götting – „Sie sind hier zusammengekommen, um der Verstorbenen Ihre Wertschätzung auszudrücken und Ihre Asche auf dem letzten Weg zu begleiten. Wir nehmen Abschied in der christlichen Hoffnung auf ein Wiedersehen“, erklärte Gemeindereferent Markus Stein zu Beginn des Wortgottesdienstes.

1935 auf dem „Oamerhof“ geboren

Er schilderte danach den Lebensweg der Verstorbenen, die 1935 auf dem „Oamerhof“ in Götting zur Welt kam. 1952 begann sie mit 16 Jahren ihre Lehre als „landwirtschaftliche Haushaltshilfe“ in der benachbarten Land- und Gastwirtschaft „Schwoagawirt“. Damals waren die Eltern des jetzigen Wirts ihre Lehrmeister.

Große Stütze bei der Familie Eder

Sie besuchte die Landwirtschaftsschule in Bad Aibling und war fortan eine große Stütze bei der Familie Eder, wo sie bis zuletzt auch wohnte. Als sie die Lehre anfing, kümmerte sie sich auch um den zweieinhalbjährigen Wirtssohn Sepp und seinen jüngeren Bruder Schorsch und half in der Küche, im Garten und Stall. Außerdem bediente sie unermüdlich die Gäste in der Gastwirtschaft bis zum Frühjahr 2020 noch mit.

+++ Todesanzeigen finden Sie auf unserem Trauerportal. Weitere Nachrufe aus der Region finden Sie hier. +++

Beim Bedienen kam sie mit den Gästen ins Gespräch, alle kannten sie. War sie mal nicht in der Gastwirtschaft, fragten die Stammgäste: „Wo ist denn die Kathi?“. In ihrer Jugend fuhr sie gerne als Miadadirndl zu den Trachtenfesten und unternahm kleine Urlaubsreisen mit dem Bus. Mit dem Bus fuhr sie auch gerne nach Rosenheim um einzukaufen. Das Wichtigste waren ihr immer Schuhe – eine Leidenschaft von ihr, weil sie ja viel auf den Beinen war, sagte sie immer. Leidenschaftlich bewirtschaftete sie auch den Hausgarten. Die Kathi freute sich auch, wenn man mit ihr in ein Café ging oder in einem Gasthaus einkehrte.

Fast 70 Jahre lang beim „Schwoagawirt“

Da schaute sie natürlich, wie es dort abläuft und gab ihre Kommentare ab. Genügsam und bescheiden verbrachte sie ihr Leben lang fast 70 Jahre treu beim „Schwoagawirt“, mit unermüdlichem Arbeitseinsatz. Bei der Familie Eder war sie keine Angestellte, sondern immer ein Familienmitglied, beliebt und geschätzt und überall dabei. Erst in den letzten Wochen ihres Lebens hat sich Kathi nicht mehr so wohl gefühlt und kam schließlich ins Krankenhaus. Dort starb sie nach zwei Wochen.

Musikalisch umrahmt wurde der Trauergottesdienst von Gabi Hardrath und Marianne Hupfauer – auch an der Orgel – mit einfühlsamen Liedern wie „Näher mein Gott zu Dir“ und „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Die Fürbitten sprach Nikolaus Klöcker. Mit den Worten „Kathi, Gottes Engel mögen dich in ein neues Land des Lebens geleiten“, leitete der Gemeindereferent dann den letzten irdischen Weg der Verstorbenen ein.

Trachtenverein nimmt Abschied

Er wurde musikalisch gefühlvoll begleitet vom Bläserduo Hans Schmid sen. und Sepp Gschwendtner, unter anderem mit der Melodie „S‘ is‘ Feierabend“. Nach dem „Vater unser“ nahm der Vorsitzende des Trachtenvereins „Eichenlaub“, Huber Weber, Abschied „von unserer Kathi“.

„Sie war seit 1959 Mitglied und hat uns immer bedient, wenn wir beim ,Schwoagawirt‘ waren. Sie war eine vom alten Schlag, die gesagt hat, was sie gedacht hat“, betonte er. Mit launigen Worten beschrieb er auch eine ihrer Eigenheiten als Bedienung: „Wenn ein Gast ein kleines Bier bei ihr bestellt hat, sagte sie zu ihm: Wart‘ a bissal, na host Durscht auf a groß‘.“ Zum Abschluss senkte sich die Fahne des Trachtenvereins dreimal zur Ehre der Verstorbenen über dem Grab.

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