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Er setzte im Skiclub, Stadtrat und als Architekt Maßstäbe

„Er war ein Herzblut-Aiblinger“ – Stefan Rossteuscher erliegt mit 65 Jahren schwerer Krankheit

Im März noch Jubel nach der virtuellen Auszeichnung „Beste 2020“ bei den Verantwortlichen des Skiclubs Bad Aibling:Thilo Wolff, Stefan Rossteuscher und Tom Priermeier (von links). Zugeschaltet per Video: DSV-Präsident Dr. Franz Steinle.Dies war ein Meilenstein in der Vorsitzenden-Ära von Rossteuscher unter dem Motto „Born to ski“.
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Im März noch Jubel nach der virtuellen Auszeichnung „Beste 2020“ bei den Verantwortlichen des Skiclubs Bad Aibling:Thilo Wolff, Stefan Rossteuscher und Tom Priermeier (von links). Zugeschaltet per Video: DSV-Präsident Dr. Franz Steinle.Dies war ein Meilenstein in der Vorsitzenden-Ära von Rossteuscher unter dem Motto „Born to ski“.
  • Ines Weinzierl
    VonInes Weinzierl
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  • Silvia Mischi
    Silvia Mischi
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Die Nachricht hat sich wie ein Lauffeuer in der Kurstadt verbreitet: Der Bad Aiblinger Stefan Rossteuscher ist im Alter von 65 Jahren an einer schweren Krankheit gestorben. Seine Wegbegleiter können es nicht fassen. „Bad Aibling verliert wieder einen lieben Menschen“, sagt sein langjähriger Freund Rudi Gebhart.

Bad Aibling – Rossteuscher liebte den Sport und die Berge. Wenn man mit ihm in den Bergen unterwegs war, „lebte der exzellente Skifahrer auf und Stefan genoss sichtlich beides – die sportliche Betätigung und die beeindruckende Natur unserer Berge“, beschreiben ihn Weggefährten des Vereins. Und das war eine große Motivation für ihn: Er wollte über den Skiclub möglichst vielen Menschen die Gelegenheit geben, diese Erlebnisse auch haben zu können und in der Gemeinschaft zu teilen und zu genießen.

Menschen für den Sport im Schnee begeistert

Und genau das habe er geschafft: Er hat unzählige Kinder „in den Schnee gebracht“ und für den Skisport begeistert – und auch erwachsene „Wiedereinsteiger“. Aber auch abseits der Pisten war Stefan sportlich aktiv. So war er schon von Kindesbeinen an passionierter Segler und liebte es, mit seinen Lieben und mit Freunden zu segeln. Anfangs mit seinem Bruder am Schliersee, dann lange Jahre am Chiemsee und gerne auch jedes Jahr in Kroatien.

Im Vorstand des SCA war Rossteuscher seit 1997 – zunächst als Zweiter Vorsitzender hinter dem langjährigen Vorsitzenden Meinrad Egger. 1999 wurde er dann als erster Vorsitzender gewählt und lenkte seither ununterbrochen die Geschicke des Skiclubs. Damit war Rossteuscher einer der bis zuletzt am längsten amtierenden Vorsitzenden im Skiverband Inngau.

Große sportliche Erfolge in der Vorsitzenden-Ära

Den Skiclub voranbringen, war seine Passion. In seine Ära fallen jüngst die Nominierung von Lina Hüsgen in den SkiCross-Kader. Mit ihr stellt der SCA mit Jacob Schramm und den Witte-Brüdern erstmals vier Athleten in den DSV-Kadern. Weitere Meilensteine 2021: Der Deutsche Skiverband ernennt den SCA als offiziellen „DSV Talentpunkt“ und Jacob Schramm wird zu seinem ersten Start bei einer Weltcup-Abfahrt. Im Jahr davor hatte der Deutsche Skiverband den SCA als „DSV Skiclub des Jahres“ ausgezeichnet. Neben w eiterer hochkarätiger sportlicher Erfolge sei noch 2010 die Ausrichtung des ersten SkiCross Europacup-Rennen auf deutschen Boden am Sudelfeld sowie 2009 die Gründung der SCA-Sparte „Dirt Jump“ erwähnt. Diese betreibt seither einen überregional bekannten und beliebten „Dirtspot“ in Bad Aibling.

Verein „in seinem Sinne weiterführen“

„Die Lücke, die Stefan Rossteuscher hinterlässt, kann nicht ausgefüllt werden. Der Skiclub wird sich nun entsprechend aufstellen, um den Verein im Sinne von Stefan Rossteuscher weiterzuführen. Nun zahlt sich aus, dass Stefan sein Schaffen immer als Teamarbeit verstanden hat und die Aktiven des Vereins stets eingebunden hat. Aber eine Lücke wird dennoch bleiben“, erklärt Tom Priermeier im Namen der Vorstandschaft.

Der 65-Jährige war auch viele Jahre in der Kommunalpolitik aktiv: Von 2008 bis 2016 saß er für die ÜWG im Bad Aiblinger Stadtrat. In dieser Zeit hat ihn Rathauschef Stephan Schlier (CSU) kennengelernt, der ob der Todesnachricht „schockiert“ war. Im vergangenen Jahr war Schlier noch auf seinem 65. Geburtstag – „da haben wir uns knapp zwei Stunden unterhalten“, erinnert er sich. Und damals nahmen sich die beiden vor, sich bald wieder zu treffen. Aber Corona ließ kein Treffen mehr zu.

2016 wegen Krankheit aus dem Stadtrat ausgeschieden

Kirsten Hieble-Fritz, Vorsitzende der ÜWG, kennt Rossteuscher privat seit rund 15 Jahren und hat ihn als einen „sehr engagierten und aktiven Kollegen“ erlebt. Eine Eigenschaft hat sie besonders geschätzt: „Er hat sich nicht verbiegen lassen“, so Hieble-Fritz. „Als er 2016 wegen seiner Krankheit aus dem Stadtrat ausschied, war es ein herber Verlust“, erklärt sie auf Anfrage.

Das bestätigt auch ÜWG-Fraktionssprecher Rudi Gebhart, der Rossteuscher seit rund 30 Jahren kennt und mit ihm befreundet war. „Ihn konnte man immer anrufen, er stand mir immer mit Rat und Tat zur Seite“, so Gebhart, der „von unten bis oben eine Gänsehaut bekam“, als er am Sonntag von dem Tod seines Freundes erfuhr. „Wir haben über alle Themen gesprochen, und auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren, sind wir nie im Streit auseinander gegangen“, erinnert sich Gebhart.

Aiblinger Bahnhofs-Pläne noch 2020 präsentiert

In seinem Beruf als Architekt, so Gebhart, ging es ihm nie darum, ein freies Baugrundstück bis auf den letzten Zentimeter zu zu pflastern. „Er hat sich alles immer genau überlegt und fand für alle eine zufriedenstellende Lösung. Er war ein Herzblut-Aiblinger.“

Eines seiner letzten Projekte war die Planung für die Sanierung des Bad Aiblinger Bahnhofs – noch im Sommer 2020 hat er die Pläne im Stadtrat vorgestellt. „Ihm war es wichtig, dass ein Kiosk reinkommt. So wie es eben auch früher war“, so Gebhart.

Stefan Rossteuscher hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

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