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„Er hinterlässt eine große Lücke“

Bad Aiblinger Visionär: Trauer um „Bolandi-Xari“ Franz-Xaver Niedermaier

Franz Xaver Niedermaier aus Willing ist jetzt im Alter von 88 Jahren verstorben.
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Franz Xaver Niedermaier aus Willing ist jetzt im Alter von 88 Jahren verstorben.

Franz Xaver Niedermaier, der „Bolandi-Xari“ von Willing, ist im Alter von 88 Jahren gestorben. „Er hinterlässt eine große Lücke, denn er war für viele Aiblinger durch sein freundliches immer fröhliches Wesen, seinen guten Geschäftssinn und auch seine sportlichen Fähigkeiten ein großes Vorbild“, sagt seine Tochter Tanja Mayer.

Willing – Sie erinnert daran, dass ihn viele als einstigen Torwart der Aiblinger Fußball-Mannschaft des TuS, als Faschingsprinzen und als einen der ersten Schulbusunternehmer der Region kennen.

Große Freude über eine Lyoner

Geboren wurde er im Februar 1933 in einfachen Verhältnissen in der Willinger Au als drittes von vier Kindern. Der Vater starb bei einem Arbeitsunfall, so musste die Mutter „die Kinder allein durch den harten Krieg bekommen. Sein größtes Glück war, als er an Weihnachten eine Lyoner geschenkt bekommen hat, habe der Vater immer erzählt.

Lehrstelle als Bürokaufmann

Nach dem Besuch der Volksschule in Willing verkaufte die Mutter eine Kuh, um Franz den Besuch der neu gegründeten Handelsschule in Kolbermoor zu ermöglichen. Dadurch bekam er eine Lehrstelle als Bürokaufmann bei Dietls Kunsthonig in Heufeld.

Bis 1998 Betriebsleiter

Nach Abschluss seiner Ausbildung nahm er 1954 eine Stelle bei der Hübner Strickwarenfabrik in Feldkirchen Westerham an, bei der er sich zum geschäftsführenden Betriebsleiter hocharbeitete und dort bis zum Eintritt in die Rente 1998 tätig war.

Ein VW-Bus für die Strickerinnen

Den Weg zur Arbeit legte er zunächst mit dem Rad zurück. Eines Tages hatte er die Idee, sich einen VW-Bus anzuschaffen, mit dem er auch die Strickerinnen aus Kolbermoor, Aibling und Bruckmühl mit zur Arbeit nehmen konnte. Schnell wuchs die Zahl der Beschäftigten, so dass er 1959 einen Setra-Omnibus benötigte, um die Strickerinnen zu transportieren. Dies war auch die Geburtsstunde des Niedermaier Omnibusunternehmens, das er zusätzlich zu seiner Tätigkeit bei Mammut Moden führte. „Wieder zeigte sich sein innovativer Geschäftssinn indem er 1962 eine der ersten Schulbusstrecken in Oberbayern – Berbling, Willing – bediente.“

Bis 2020 Busunternehmer

Das Busunternehmen leitete er bis Ende 2020. Seit 2021 führen es seine Tochter Tanja mit Enkel Patrick.

Auch im Sport war Franz Xaver Niedermaier sehr erfolgreich. Als Torwart beim SV Bruckmühl und dann beim TuS Bad Aibling, war er so gut, dass ihn sogar der TSV 1860 München engagieren wollte. Sein damaliger Chef riet ihm aber davon ab, da man zu dieser Zeit im Sport noch nicht so viel Geld verdienen konnte und versprach ihm eine Karriere in seiner Firma. Lang spielte Niedermaier noch beim TuS bis er auch Tennis und Golf für sich entdeckte.

Erst Prinzenpaar, dann Ehepaar

Bad Aibling als Faschingshochburg legte viel Wert auf ganz besondere Prinzenpaare, demnach wählte man für die Faschingssaison 1960 die erst 17-jährige Hannelore, Tochter der damaligen Kurhauspächterin Rosemarie Arnold und den Torwart Franz Xaver Niedermaier für dieses Amt aus. 1966 heiratete das Traumprinzenpaar und führte eine 55-jährige Ehe, aus der die Kinder Tanja und Florian sowie die Enkel Patrick, Nathalie, Leni und Hannah hervorgingen.

Lebensfreude nie verloren

„Er führte, wie er selbst auch noch kurz vor seinem Tode sagte, ein wunderschönes Leben. Geschäftlich und beruflich erfolgreich mit zahlreichen Hobbies und Leidenschaften, immer unterwegs, immer lustig, äußerst beliebt bei all den Menschen, mit denen er zu tun hatte, ein Familienmensch, der auch viel Zeit mit seinen Enkeln, vor allem mit dem Eintritt in die Rente, mit seinem Enkel Patrick verbrachte. Für ihn die schönste Zeit“, so die Tochter. „Er hat das Leben bis zu den letzten Tagen voll ausgekostet. Auch wenn die körperlichen Einschränkungen immer mehr wurden, habe er nie seine Lebensfreude verloren.

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