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Er bekam jeden „Drahtesel“ wieder fit

Abschied von einem Aiblinger Original - Schlosser August Weigl stirbt mit 89 Jahren

August Weigl.
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August Weigl.

Im Alter von 89 Jahren ist August Weigl aus Bad Aibling gestorben. Eine große Trauergemeinde nahm nun Abschied von ihm. Was sein Leben besonders machte und welche Erinnerungen bleiben.

Bad Aibling – Wieder einmal Abschied nehmen von einem Aiblinger Original, hieß es auf dem städtischen Friedhof. Und zwar von August Josef Fortunat Weigl, den alle nur den „Weigl Gust“ nannten. Weigl war nur wenige Wochen vor seinem 90. Geburtstag nach längerer Krankheit zu Hause friedlich eingeschlafen. Beate Wagner, die als Trauerrednerin die Verabschiedung leitete, zeichnete den Lebensweg des Verstorbenen nach, der 1932 im Elternhaus in der Schmiedgasse zur Welt kam, mit der elterlichen Schlosserei aufwuchs und auch das Schlosserhandwerk erlernte.

Eine große Trauergemeinde verabschiedete sich von dem im Alter von 89 Jahren verstorbenen August Weigl. Hecht

Nach seiner Ausbildung fuhr er mit dem Fahrrad in die Schweiz und blieb dort ein Jahr. Nach seiner Rückkehr wurde die Schlosserei aufgegeben und er widmete sich fortan dem Verkauf und vor allem der Reparatur von Fahrrädern. Es gab nichts, was er nicht wieder hingebracht hätte und mit seinen Kenntnissen als Schlosser machte er so manchen „Drahtesel“ wieder fit, den die Besitzer eigentlich schon aufgegeben hatten.

„I bin Schlosser und koa Putzfrau“

Nur eines konnte er nicht leiden: Wenn ihm die Räder völlig verschmutzt gebracht wurden. „I bin Schlosser und koa Putzfrau“, bekamen sie dann schon mal zu hören. Um einen flotten Spruch war der Aiblinger nie verlegen, sein Humor war bekannt und beliebt. Bis ins hohe Alter ging er noch in seine Werkstatt, auch wenn er den Laden geraume Zeit zuvor schon geschlossen hatte. Pünktlich zur Mittagszeit sah man den Gustl durch die Stadt in sein Eigenheim an der Rosenheimer Straße radeln, welches sein ganzer Stolz war, eine Stunde später ging‘s zurück.

Seine Inge hatte er 1964 geheiratet, aus der Ehe gingen drei Töchter und ein Sohn hervor. Später seine Enkelkinder, denen er ein fürsorglicher Opa war. Früh engagierte sich der Verstorbene auch bei der Freiwilligen Feuerwehr. Das war ihm sozusagen in die Wiege gelegt, war doch sein Vater nicht nur Kommandant, sondern auch der erste Kreisbrandinspektor des damaligen Landkreises Bad Aibling. Dr. Werner Keitz erinnerte an die Laufbahn von August Weigl bei der Feuerwehr bis zum Zugführer und hob besonders hervor, dass er der „Wehr“ 73 Jahre lang angehört hatte und 2002 Ehrenmitglied wurde.

Beliebte Mitbürger, der im Stadtbild von Bad Aibling fehlen wird

Eine weitere große Leidenschaft war für Weigl der Alpenverein. Er machte Wander- und Bergtouren nicht nur in der näheren Umgebung, sondern auch im Ausland. Als „Burpfaff Kuno von Falkenstein“ gehörte er dem Wendelsteiner Ritterbund zue Aipilinga an, für den sich Großmeister Hans von Langenegg (Hans Meyrl) von dem nun „nach Walhall abgerittenen treuen Vasallen“ verabschiedete. Nach einem gemeinsam gesprochenen Vater unser traten alle Trauergäste, darunter die Fahnenabordnung des Trachtenvereins „Edelweiß“ ans Grab und verabschiedeten sich von einem beliebten Mitbürger, der im Stadtbild von Bad Aibling fehlen wird.

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