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ZEITUNG IN DER GRUNDSCHULE

Nachhaltigkeit trifft Leidenschaft

Firmenchef Florian Eckart zeigt den Schülern die Bedienung von schwerem Gerät.
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Firmenchef Florian Eckart zeigt den Schülern die Bedienung von schwerem Gerät.

„Jeder handgehackte Balken erzählt eine Geschichte. Jedes Brett ist natürlich gealtert.“ Diese Lebendigkeit des Altholzes erkannte Florian Eckart aus Bayrischzell beziehungsweise Au bereits in seiner Schreinerlehrzeit und spezialisierte sich 2014 darauf, Altholz aufzubereiten.

Au – Alles rund um das Thema „Altholz“ erfuhren jetzt die Buben und Mädchen der Klasse 4c an der Grundschule Au. Sie waren im Rahmen des Projektes „Zeitung in der Grundschule“ für eine Reportage zu Gast bei der Firma Altholz Bayern.

Kulturhistorisch gesehen zählen Gehölze wohl zu den ältesten genutzten Pflanzen. Als vielseitiger, insbesondere aber nachwachsender Rohstoff sei Holz bis heute eines der wichtigsten Pflanzenprodukte als Rohstoff für die Weiterverarbeitung und auch ein regenerativer Energieträger. Gegenstände und Bauwerke aus Holz (beispielsweise Bögen und Schilde, Holzkohle, Grubenholz, Bahnschwellen, Holzboote, Pfahlbauten, Forts) sowie die Holzwirtschaft waren und sind ein Teil der menschlichen Zivilisation und Kulturgeschichte. „Bei Stress und Hektik suchen viele von uns Ruhe, Rückzugsmöglichkeiten und Geborgenheit“, so Eckart. Ein wesentliches Gestaltungsmittel hierfür sei wertbeständiges Altholz. Dieses sei ein nachhaltiger und edler Baustoff in seiner ursprünglichen Form.

Anfangs waren es nur Kleinmengen, die an bekannte Partnerbetriebe abgegeben wurden. Mittlerweile erledigt die Firma vom Großabriss mit Bergung der Hölzer bis hin zur Aufbereitung in jeweiligen Arbeitsschritten alle Aufgaben als Zulieferer für Schreinereien, Zimmereien, Montagebetriebe oder sonstige Großabnehmer. „Wir bearbeiten von der Kleinmenge im Paketversand über die Palette bis hin zum 40-Tonner-Versand jeden Auftrag, den wir mit unseren Kapazitäten bewältigen können“, so der Firmenchef.

2017 baute Eckart mit seinem vierköpfigen Team 36 Häuser ab. Ein Abriss dauert etwa zwei Tage und birgt einige Gefahren in sich, was ein Fernsehbericht über die Produktion von Möbeln aus Altholz zeigt. Dennoch entstehen für die Hausbesitzer keine Kosten.

Die Firma bekommt als Gegenleistung den geschichtsträchtigen Wertstoff. Da dieser sehr aufwendig zu verarbeiten ist, kostet Altholz mehr als Neuholz. Doch Firmen, Architekten und Privatkunden erkennen die Wirkung der Spuren, welche zeigen, was in 100 bis 200 Jahren passiert ist, kaufen bewusst dieses Holz und lassen sich wertvolle Möbel und Räume gestalten.

Auf diese Zeitreise nahm Eckart die Viertklässler-Mitschüler seines Sohnes mit. Er zeigt den Kindern eine große schwere Axt, mit der in der Zeit ohne Strom und Motorsägen Holz bearbeitet wurde. Auch lässt er mit den Händen fühlen, wie die Oberfläche beschaffen ist.

Beeindruckt beobachtet die Klasse das sorgfältige Bearbeiten von alten Balken und das technische Trocknen zur Holzwurmbekämpfung, frei von Chemie und anderen gesundheitsschädlichen Stoffen. Zuletzt dürfen einige Kinder sogar den 20 bis 25 Meter hohen Kran auf dem Firmengelände bedienen und alle sind sich einig: „Das war ein großes Abenteuer für eine kleine Klasse.“

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