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„Vergelt‘s Gott“ für diese Menschen

Nachbarschaftshilfe Tuntenhausen blickt auf 25 Jahre soziales Engagement zurück

Maria Breuer und Marcus Straßer (von links) freuten sie sich darüber, dass auch einige Gründungsmitglieder an der Jahreshauptversammlung teilnahmen – darunter Maria Schachtner, Stefan Hofbauer, Eva Gratt, Günter Breuer und Konrad Kleinmair. Sie sind seit dem 1. November 1996 im Verein aktiv.
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Maria Breuer und Marcus Straßer (von links) freuten sie sich darüber, dass auch einige Gründungsmitglieder an der Jahreshauptversammlung teilnahmen – darunter Maria Schachtner, Stefan Hofbauer, Eva Gratt, Günter Breuer und Konrad Kleinmair. Sie sind seit dem 1. November 1996 im Verein aktiv.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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„Vergelt‘s Gott, dass es diese Menschen gibt“, war nicht nur im Festgottesdienst in der Ostermünchener Kirche von Pfarrer Richard Basta zu hören. Die Nachbarschaftshilfe Tuntenhausen beging ihr 25-jähriges Bestehen und so stand der Dank an diesem Tag im Mittelpunkt aller Gedanken.

Tuntenhausen – Dank gebührte all jenen, die sich seit 25 Jahren um „die Menschen kümmern, denen Wichtiges zum Leben fehlt, die am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilnehmen können und sich immer mehr zurückziehen“, wie es Diakon Josef Hilger beschrieb. Aktuell sind das unter anderem 24 Helfer, die im vergangenen Jahr 2200 Stunden für 36 bedürftige Menschen in der Gemeinde unterwegs waren. „Ohne diese Helfer gäbe es die Nachbarschaftshilfe nicht“, würdigt Koordinatorin Juana Voracek ihr Team.

Pandemie macht Einsamkeit spürbarer

Doch viel mehr Menschen bräuchten Hilfe, die Warteliste sei lang. „Wir können nicht allen helfen und suchen dringend Verstärkung für unser Helferteam – einfach nur zum Spaziergehen, Einkaufen oder Ratschen“, machte sie deutlich.

Die Corona-Pandemie habe vor allem vielen älteren Menschen vor Augen geführt, wie einsam sie sind, blickte Maria Breuer auf die vergangenen 19 Monate zurück. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern der Nachbarschaftshilfe, die in den vergangenen 25 Jahren viele Projekte auf den Weg brachten. „Sie haben die Mittagsbetreuung an der Ganztagsschule und die Offene Ganztagsschule an der Mittelschule in Ostermünchen auf den Weg gebracht“, bedankte sich Margaret Careddu-Bayr, Rektorin der Fritz-Schäffer-Schule, und überbrachte zum Jubiläum Herzenswünsche der Schüler.

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Auch die Mittagesbetreuung an der Grundschule Schönau entstand durch die Nachbarschaftshilfe. Seit September existiert dort nun eine Ganztagsbetreuung unter Regie des BRK Rosenheim.

Eine Herzensangelegenheit der Nachbarschaftshilfe ist zudem die Betreuung der Asylbewerber in der Gemeinde Tuntenhausen. Doch nicht nur das. Auch wenn es in der Gemeinde Tuntenhausen keine eigene „Tafel“ gibt. Lebensmittelrationen erreichen Bedürftige trotzdem. Dafür sorgt Heinz Markl, bis vor einem Jahr noch der Vorsitzende des Vereins. „Es werden immer mehr Menschen, die unsere Hilfe brauchen. Viele müssen von der Grundrente von 418 Euro leben, haben nicht genug zu essen, trauen sich aber nicht, sich bei uns zu melden“, machte er auf die Armut in einer reichen Gemeinde aufmerksam.

„Haltet weiter durch“, rief Vorsitzender Marcus Straßer den Helfern zu. Der gute Ruf des Vereins sei das Ergebnis der ehrenamtlichen Arbeit der Helfer und Mitglieder. „Es ist mir eine große Ehre, Vorsitzender der Nachbarschaftshilfe zu sein, die seit 25 Jahren in der Gemeinde ein Erfolgsmodell ist“, betonte er. Mit dem Blick nach vorn möchte er in Zusammenarbeit mit den Senioren- und Behindertenbeauftragten der Gemeinde noch mehr erreichen. „Ich denke dabei an eine Tagesbetreuung in Ostermünchen oder einen Fahrdienst“, betonte er.

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„Die Nachbarschaftshilfe ist aus der Nächstenliebe zu den Nachbarn erwachsen“, umriss Bürgermeister Georg Weigl die Seele eines Vereins, der im ländlichen Bereich nicht wegzudenken sei. Mit Blick auf die künftige „Ostermünchener Mitte“ erläuterte er das Bestreben der Gemeinde, dort Modelle für das Wohnen im Alter zu installieren, beispielsweise eine Senioren-Wohngemeinschaft, Betreutes Wohnen, eine Tagespflege und einen Stützpunkt für ambulante Pflege. Weigl: „Die Ostermünchener Mitte soll in Kooperation von Nachbarschaftshilfe, VdK und Seniorenbeauftragten die zentrale Anlaufstelle für alle sozialen Belange in der Gemeinde werden.“

Neuer Diakon als Partner des Vereins

Im Mittelpunkt der feierlichen Andacht in der Kirche Ostermünchen stand der Dank für jene Menschen, die sich Menschen widmen, die Hilfe brauchen.

Pfarrer Richard Basta würdigte das ehrenamtliche Engagement mit den Worten : „Jesus hat uns die Liebe zu unseren Mitmenschen gelehrt. Ihr lebt sie.“ Er legte die Mitarbeit in der Nachbarschaftshilfe in die Hände von Diakon Bernd Stephan, der am 1. September seinen Dienst im Pfarrverband angetreten hat.

Im vergangenen Jahr erhielt die Nachbarschaftshilfe Spenden in Höhe von 26 000 Euro. Die gesamten Einnahmen des Vereins bezifferte Kassierin Maria Breuer auf 68 136 Euro, die Ausgaben auf 62 331 Euro. Damit ist der Verein zwar nicht reich, aber mit 5800 Euro im Plus. Nach dem Bericht des Rechnungssprüfers wurde der Vorstand entlastet. Neu gewählt wurde nicht.

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