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„Wurden zu keinem Zeitpunkt eingebunden“

Nach heftiger Kritik: Was ist aus Bad Aiblings umstrittener Homepage geworden?

Der Internet-Auftritt der Stadt bleibt weiterhin umstritten.Im Bild: Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) und Grünen-Stadträtin Martina Thalmayr.
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Der Internet-Auftritt der Stadt bleibt weiterhin umstritten.Im Bild: Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) und Grünen-Stadträtin Martina Thalmayr.
  • Nicolas Bettinger
    VonNicolas Bettinger
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Streit, Anschuldigungen und Unverständnis. Seit Beginn des Jahres wurde die neue Aufmachung der städtischen Internetseite hitzig diskutiert. Doch warum ist die Website eigentlich ein so sensibles Thema und was hat sich mittlerweile getan?

Bad Aibling – Was ist aus der umstrittenen Internetseite der Stadt Bad Aibling geworden? Zwischen Verwaltung und Stadträten entfachte im März eine hitzige Diskussion um die neue Aufmachung. Hauptkritikpunkte damals: Die Website sei zu unübersichtlich und – was dem Gremium besonders aufstieß – der städtische Teil verstecke sich hinter dem touristischen Online-Angebot der Aib-Kur. Doch hat sich Monate später etwas geändert?

Städtische Internetseite weiterhin unverändert

„Da der städtische Teil deutlich umfangreicher und wegen der Einbindung diverser Schnittstellen – etwa Bürgerservice-Portal, Sitzungsdienst, Wahl-Tool – technisch aufwendiger zu erstellen ist, ging im Frühjahr zunächst nur der touristische Teil neu online“, erklärt Bürgermeister Stephan Schlier auf OVB-Nachfrage. Und klar ist: Die städtischen Seiten sind noch immer in alter Aufmachung und auf dem alten System online, die Umstellung wird noch dauern.

„Mir liegt daran, zu betonen, dass wir die Bürgerfreundlichkeit mit der neuen Seite selbstverständlich deutlich erhöhen und noch besser informieren wollen“, sagt Schlier. Und trotz noch veralteter Aufmachung sei „die Seite aktuell und stets gepflegt“.

Die Rückmeldung zum neuen touristischen Teil der Homepage falle indes positiv aus, etwa durch „deutlich bessere Zugriffszahlen“, erklärt Schlier. Kritikpunkte wie die Weiterleitung auf die städtische Homepage seien behoben. Auch wenn es bei einer „noch ganz jungen Seite“ selbstverständlich Verbesserungspotenzial gebe. Passend dazu hat die Stadt zwecks städtischer Homepage eine Veränderung vorgenommen. Kürzlich beschloss der Hauptverwaltungsausschuss die Vergabe weiterer IT-Dienstleistungen einstimmig.

Wann geht der neue städtische Teil online?

„Es gab allseits Akzeptanz für das Vorgehen, den Stand der Umsetzung, die beauftragten Leistungen und dafür, dass die neue, städtische Seite erst im Jahr 2023 online gehen wird.“ Laut Schlier wolle man nun Julia Wolf als neue Mitarbeiterin der Öffentlichkeitsarbeit federführend mit einbeziehen. Sie nahm ihre Arbeit erst während des laufenden Umstellungsprozesses auf.

Wolf selbst erklärte auf Nachfrage, dass man nun nicht mehr mit dem Hamburger IT-Dienstleister „Neusta consulting GmbH“ zusammenarbeite. Man kooperiere jetzt mit einem Unternehmen (Hitcom), das auf Kommunen spezialisiert sei. „Ich rechne damit, dass die städtische Homepage bis Mitte 2023 online gehen dürfte“, sagt Wolf. Auch wenn das Thema in der Vergangenheit im Stadtrat kritisch diskutiert wurde, seien ihr bislang keine Beschwerden seitens der Bürger bekannt. Die Website brauche in puncto Aufmachung und Handhabung natürlich dennoch ein Update.

Zudem sollen etwa Workshops oder Konzeptionssitzungen dazu beitragen, dass die Stadträte miteinbezogen werden. Schließlich war seit dem Frühjahr massive Kritik an der neuen Internetseite aufgekommen. Gerade die Grünen monierten damals die mangelnde Übersicht und die Tatsache, dass der städtische Teil der Homepage schwer zu finden sei.

Stadträtin begrüßt Neuerungen: „Endlich kommt Bewegung in die Sache“

Doch daran hat sich, so Martina Thalmayr (Grüne), bis heute noch nichts geändert. „Seit der Fertigstellung der neuen Aib-Kur-Seite ist leider am städtischen Teil der Website – die das Rathaus sowie die Aktivitäten und das Leben in Bad Aibling abbilden soll – nichts passiert.“ Umso mehr begrüßt die Stadträtin die Entscheidung für einen neuen Anbieter, wodurch „endlich Bewegung in die Sache“ kommen sollte.

Denn Thalmayr hält das Bild, welches die aktuelle Website als Ganzes abgibt, für nicht ganz glücklich. „Es wird ausschließlich die touristische Seite unserer Stadt dargestellt.“ Zudem nennt die Grünen-Politikerin etwa abgeschnittene Logos in der mobilen Ansicht. „Den Weg zum ‚online Rathaus‘ kann man mobil nur sehr schwer finden – versteckt er sich hinter einem Symbol, das normalerweise für die Startseite steht“, so Thalmayr.

Veranstaltungen würden zudem vorselektiert und eine umfassende Übersicht aller Angebote finde man nur, wenn man über den „Event-Kalender“ Bescheid wisse. Aktuelles oder Serviceleistungen der Ämter erreiche man nur über eine verlinkte Subdomain (rathaus.bad-aibling.de). „Dieses städtische Web-Angebot ist unverändert – unübersichtlich, und vor allem schlecht zu durchsuchen“, sagt Thalmayr und führt weiter aus: „Leider wurden wir im Stadtrat– trotz unseres Angebotes einer Mitarbeit – zu keinem Zeitpunkt eingebunden.“ Neben der Kritik am Ist-Zustand der Website begrüßt Thalmayr nun die eingeleiteten Schritte.

„Stadt darf kein Anhängsel sein“

Auch Erwin Kühnel (CSU), der damals ebenfalls deutliche Kritik äußerte, zeigt sich nun zufriedener. In der Verwaltung hätte ein Umdenken stattgefunden. Nun herrsche die Einschätzung, dass man sich als Stadt selbst um die eigenen Belange kümmern sollte. „Ich finde diese Vorgehensweise sehr gut.“ Schließlich habe die Stadt eine Informationspflicht, was etwa Bürgerfragen, Initiativen oder das digitale Rathaus angehe.

„Wenn man die Website aufruft, kommt man sofort auf dieses blöde Moorbild“, bemängelt er den aktuellen Auftritt. Jedoch riefen Aiblinger Bürger die Seite für gewöhnlich nicht auf, um etwa ein Hotelzimmer zu buchen, sondern sich über Themen wie Steuern oder Baurichtlinien zu informieren. Zudem müsse im Impressum die Stadtverwaltung und nicht die Aib-Kur aufgeführt werden. „Die Stadt darf kein Anhängsel von irgendjemandem sein“, so Kühnel.

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